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Gender Mainstreaming - Gleichstellung als verpflichtende Gemeinschaftsaufgabe
Gender Mainstreaming als Leit- und Handlungsrichtlinie für Politik und Verwaltung
Der Landkreis Darmstadt-Dieburg verpflichtet sich, seine Politik und sein Verwaltungshandeln nach den Grundsätzen des Gender Mainstreaming auszurichten und zu organisieren. Ziel allen politischen Handelns muss deshalb sein, Gleichberechtigung zu verwirklichen.
Ansatzpunkt des Gender Mainstream ist die Erkenntnis, dass für die Realisierung von Gleichberechtigung alle politischen Entscheidungsträger verantwortlich sind. Daraus erfolgt zwingend, dass Gleichberechtigung Kriterium für die Entscheidung in allen Bereichen von Verwaltung und Politik sein muss. Die bestehenden gleichstellungsrelevanten Instrumente zur Struktur-Ausgleichsföderung für Frauen nach dem HGlG und der HKO bleiben hiervon unberührt.
Was ist Gender Mainstreaming?
GM möchte „mittelbare Diskriminierungen“ von Frauen und Männern verhindern. Viele Entscheidungen in politischen und verwaltungsinternen Zusammenhängen erscheinen auf den ersten Blick ohne unterschiedliche Auswirkungen auf Frauen und Männer zu sein.
Bei genauerem Hinsehen finden sich Benachteiligungen auf struktureller Ebene. Hier wird herkömmlicherweise die Frauenbeauftragte aktiv, auf Basis unterschiedlicher Gesetze (HGlG, HKO, GG). Maßnahmen zur Chancengleichheit von Frauen sind der klassische Aufgabenbereich der Frauenbeauftragten – der in der Regel einen isolierten Aufgabenbereich innerhalb der Verwaltung darstellt.
Neu: Das Instrument des GM geht über diesen isolierten Aufgabenbereich hinaus und verankert das Denken und Handeln zu Aspekten der Chancengleichheit von Frauen und Männern in allen Ebenen des politischen Handelns und Verwaltungshandelns.
Wie: GM richtet sich an die an politischer Gestaltung beteiligten Akteure und Akteurinnen und ist damit Chef-Sache (top-down).
Wodurch: GM ist zunächst ein Analyseinstrument. Dafür notwendig sind u.a. geschlechterdifferenzierte Statistiken und Analysen. Aus der Analyse des Ist-Zustandes und der sich eventuell ergebenden unterschiedlichen Auswirkungen auf Frauen und Männer werden Ziele formuliert. Um diese zu erreichen werden entsprechend Maßnahmen angeregt und umgesetzt.
GM ist eine ergänzende Methode zur klassischen Gleichstellungsarbeit der Frauenbeauftragten.
Die Ausrichtung an den Lebensrealitäten beider Geschlechter erhöht die Wirksamkeit von politischen und verwaltungstechnischen Maßnahmen.
Die einzelnen Schritte zur Einführung von Gender Mainstreaming in der Kreisverwaltung seit November 2001 haben wir hier für Sie in einem Maßnahmenkatalog zusammengestellt.

