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23.5.2012

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Chancengleichheit

Standort:
Kreishaus Darmstadt
Trakt 3 - 2. Stock

Telefon:
(06151) 881-1042
(06151) 881-1044
Telefax:
(06151) 881-1045
E-Mail:
frauenbuero(at)ladadi.de

25. November: Internationaler Tag "Nein zu Gewalt an Frauen"

Fahne "Frei Leben"

Gewalt gegen Frauen ist eine Menschenrechtsverletzung!

1981 wurde der 25. November als Gedenktag gegen Gewalt an Frauen ausgerufen und 1999 von den Vereinten Nationen als Internationaler Gedenktag anerkannt. Die Flagge "frei leben - ohne gewalt" wird in über 800 Städten und Gemeinden bundesweit gezeigt. Auch der Landkreis Darmstadt-Dieburg, die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Kommunen im Landkreis beteiligen sich in diesem Jahr wieder an der Fahnenaktion.
Alljährlich finden zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen an diesem Tag statt. Die aktuellen Veranstaltungshinweise 2011 haben wir auf diesem Flyer für Sie zusammengestellt.

Interdisziplinärer Fachtag 16. November 2011

Am Mittwoch dem 16. November 2011 führte das Netzwerk Gewaltschutz einen interdisziplinären Fachtag "Gelingender Opferschutz in Strafverfahren nach sexualisierter Gewalt - Chancen der Kooperation" im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt durch. Dieser Fachtag richtete sich an Fachkräfte aus Richteramt, Staatsanwaltschaft, Rechtspflege, Polizei und Rechtsanwaltschaft.
Eine Dokumentation der Tagung haben wir für Sie als PDF-Datei bereitgestellt.

"Richtig helfen bei häuslicher Gewalt"

Deckblatt der Broschüre "Richtig helfen bei häuslicher Gewalt"

Handlungsleitfaden für den Erstkontakt mit betroffenen Frauen
Die Beratung und Betreuung von Frauen, Kindern und Angehörigen von Betroffenen häuslicher Gewalt sollte grundsätzlich von dafür ausgebildeten Fachkräften vorgenommen werden. Trotzdem kommen viele Menschen aus anderen Berufsfeldern und Privatpersonen mit diesem Personenkreis in Kontakt.

Der von der Fachberatungsstelle des Vereins "Frauen helfen Frauen" in Dieburg entwickelte Handlungsleitfaden für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gibt wertvolle Hinweise für den richtigen Umgang mit hilfesuchenden oder traumatisierten Menschen. Der Leitfaden ist hervorgegangen aus einer Fortbildungsreihe für kommunale Frauenbeauftragte, die häufig den Erstkontakt mit betroffenen Frauen und Familien bewältigen müssen.

Den Handlungsleitfaden können Sie in der Abteilung für Chancengleichheit bestellen. Er steht auch als PDF-Datei zur Verfügung.

Gewaltprävention und Gewaltschutz

„Zuhause“, die eigene Wohnung, das ist der Ort von persönlicher Nähe und Intimität, dort erwarten wir Schutz, Sicherheit und Geborgenheit. Doch ausgerechnet dort sind Frauen, Mädchen und Jungen am häufigsten sexualisierter Gewalt und gewaltsamen Übergriffen auf Körper und Seele ausgesetzt.

Handlungsmöglichkeiten

Was können Sie als Nachbarinnen und Nachbarn, Freunde oder Verwandte tun, um betroffenen Frauen, Mädchen und Jungen zu helfen, oder der Gewalt vorzubeugen?

Hinsehen – Helfen – Hilfe holen

Das bedeutet die Anzeichen von Misshandlungen  nicht zu „übersehen“, Anteilnahme zu zeigen ohne sich unaufgefordert einzumischen, Unterstützung anzubieten, den Opfern beispielweise Adressen von Frauenhäusern, Beratungsstellen, Hilfsdiensten zu  nennen - zu helfen ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Auch als unterstützende Person können Sie sich an Fachberatungsstellen wenden, um sich über das eigene weitere Vorgehen beraten zu lassen.

Wenn Sie jedoch direkt Zeuge oder Zeugin von Gewalt werden, etwa weil Sie Schmerzensschreie  hören – rufen Sie die Polizei. Sie können das, was sie gesehen oder gehört haben, als Zeugin oder Zeuge zu Protokoll geben.
Adressen und AnsprechparternerInnen finden Sie in der Broschüre "Hilfe für Frauen und Kinder nach Gewalttaten", die Sie hier als PDF-Datei herunterladen oder in der Abteilung für Chancengleichheit  bestellen können.

Sie sind nicht allein, lassen Sie sich helfen und unterstützen!

Geschlechtsspezifische Gewalt basiert auf einem sozialen Machtgefälle und einer gesellschaftlichen Rollenzuweisung. Das Gewaltschutzgesetz des Bundes (Gesetz zur Verbesserung des zivilgerichtlichen Schutzes bei Gewalttaten und Nachstellungen sowie zur Erleichterung der Überlassung der Ehewohnung bei Trennung) ist am 01. Januar 2002 in Kraft getreten. Den Gesetzestext können Sie im Internet herunterladen.

Das Gewaltschutzgesetz regelt:

  • Die Wegweisung des Täters aus der gemeinsamen Wohnung
  • Die Wohnungsüberlassung für Betroffene mit ihren Kindern
  • Die Möglichkeit von Schutzanordnungen und Eilschutzanordnungen (einstweilige Verfügung) die dem Täter ein Betretungsverbot, ein Näherungsverbot und/oder ein Kontaktverbot auferlegen können.

Der Hessische Präventionsrat arbeitet an der Umsetzung eines Landesaktionsplanes, damit das Bundesgesetz erfolgreich und koordiniert in Hessen umgesetzt werden kann.

Netzwerk Gewaltschutz

Netzwerk Gewaltschutz – Prävention und Schutz gegen häusliche und sexualisierte Gewalt an Frauen, Mädchen und Jungen in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg
Das Netzwerk bündelt, strukturiert und verankert die professionellen kommunalen Hilfesysteme gegen häusliche und sexualisierte Gewalt in der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg. Vertreterinnen und Vertreter aus den unterschiedlichsten Institutionen verfolgen gemeinsame Ziele in den Bereichen Prävention, Intervention, Vernetzung, Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Organisationen des Netzwerkes mit Profilen

Auftraggeber des Netzwerkes sind Jochen Partsch -  Sozialdezernent der Stadt Darmstadt, Klaus Peter Schellhaas - Landrat des Landkreises Darmstadt-Dieburg  sowie Gosbert Dölger - Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Südhessen.
Die Steuerung und Koordination der Netzwerkaktivitäten obliegt der Geschäftsführung. Diese besteht aus der Leiterin des Frauenbüros der Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Leiterin der Abteilung für Chancengleichheit im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Organigramm
Im Netzwerk gibt es verschiedene Arbeitskreise zu Themenschwerpunkten:
Den Arbeitskreis Polizei, den Arbeitskreis Frauen und Gesundheit, das HelferInnen-Team, den Arbeitskreis Täterarbeit, den Arbeitskreis Ehrensache/ Zwangsheirat und den Arbeitskreis zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. In diesen verschiedenen Arbeitskreisen des Netzwerkes arbeiten mit:
Deutscher Kinderschutzbund Darmstadt e.V., Diakonisches Werk Da-Di, Täter-Opfer-Ausgleichvermittlungsstelle, Frauen helfen Frauen e.V. Dieburg, Frauenhaus Darmstadt, Frauen-Räume Fachberatungsstelle des Frauenhauses Darmstadt, Hauptabteilung Familie und Soziales Da-Di, Polizeipräsidium Südhessen, pro familia Darmstadt e.V., Sozialpädagog. Kooperationsstelle Stadt Griesheim, Wildwasser Darmstadt e.V., Interkulturelles Büro und Jugendamt  Darmstadt
Zahlen und Fakten
1981 wurde der 25. November als Gedenktag gegen Gewalt an Frauen ausgerufen,
1999 von den Vereinten Nationen als Internationaler Gedenktag anerkennt.
Hessen
Hessenweit wurden im Jahr 2009 insgesamt 7541 Straftaten im Bereich häuslicher Gewalt angezeigt. Das bedeutet eine Zunahme von 3,7 % gegenüber dem Vorjahr. In Südhessen gingen die Zahlen leicht zurück.
Südhessen
819 Delikte häuslicher Gewalt (die Dunkelziffer ist deutlich höher!), davon:
697 Körperverletzungen, 3 Nötigungen,
10 Vergewaltigungen, 66 Bedrohungen
6 Freiheitsberaubungen, 2 Tötungsdelikte
(incl. Versuche).
739 der Opfer waren Frauen, 91 Männer
220 Delikte „Stalking“:
184 der Opfer waren Frauen, 49 Männer
Quelle: Statistik des Landeskriminalamtes Hessen
Frauenhäuser
Die beiden Frauenhäuser des Landkreises Darmstadt-Dieburg und der Stadt Darmstadt boten im Jahr 2009 insgesamt 128 Frauen und 117 Kindern Schutz. Das Alter der Frauen lag zwischen unter 20 bis über 60 Jahre.
Leider neu zu vermelden:
Digitale Gewalt breitet sich rasant aus
Unerlaubte Aufnahmen, Datenweiterleitung, Diffamierung, Belästigung, Nötigung im Internet oder mittels Handy sind Straftaten – und keine „Kavaliersdelikte“!
Kontrollverlust
Zunehmend wenden sich Mädchen und Frauen an Beratungsstellen, die nach hohem Alkoholkonsum oder dem Verdacht der Beigabe von K.O.- Tropfen sexuelle Gewalt erlebt haben.
Bundesweit unterstützt zum Beispiel Starköchin Sarah Wiener den Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe: „Ich koche vor Wut!! – bei Gewalt gegen Frauen!“

 

Leitlinien für die institutionelle Kooperation

Leitlinien für die institutionelle Kooperation bei der Vermutung von sexualisierter Gewalt an Mädchen und Jungen - vom Februar 2011
Schutz und Hilfe für Opfer von sexualisierter und/ oder häuslicher Gewalt zu gewähren und auch die Täter nicht aus dem Blick zu verlieren, gehört zu den anspruchsvollen Aufgaben, denen sich die regionalen Fachberatungsstellen des Deutschen Kinderschutzbundes Darmstadt e.V., Wildwasser Darmstadt e.V., Frauen helfen Frauen e.V. Beratungsstelle des Frauenhauses Dieburg, Frauen-Räume Fachberatungsstelle des Frauenhauses Darmstadt, Pro Familia Darmstadt sowie der Städtische Sozialdienst der Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Abteilung Jugendhilfe des Landkreises Darmstadt-Dieburg gegenüber sehen.
Die nun erarbeiteten und veröffentlichten Leitlinien haben wir als hier für Sie bereitgestellt.

Gesundheitliche Aspekte häuslicher und sexualisierter Gewalt

Das Netzwerk Gewaltschutz führte am 24. November 2010 eine Fortbildungsveranstaltung für Ärzte und Ärztinnen, sowie medizinisches und pflegerisches Fachpersonal durch. Die Tagung fand im Mollerhaus Darmstadt statt. 
Jede vierte Frau ist in Deutschland von körperlicher oder sexualisierter Gewalt in der Partnerschaft betroffen. Dies benennt eine Studie des Bundesfamilienministeriums. Die Weltgesundheitsorganisation stellt fest, dass Gewalt zu den häufigsten Gesundheitsrisiken für Frauen zählt. Insbesondere Ärztinnen und Ärzte sind erste Ansprechpersonen für Frauen mit Gewalterfahrungen. Dem Gesundheitswesen kommt daher eine Schlüsselrolle zu im Hinblick auf das Erkennen der Gewaltproblematik, ihre gerichtsverwertbare Dokumentation und die Weitervermittlung an spezialisierte Untserstüzungseinrichtungen.
Diese Fachveranstaltung wies auf die Bedeutung des Gesundheitsbereiches hin und hatte zum Ziel, die Kooperation aller beteiligten Einrichtungen und Berufsgruppen zu fördern.
Die Fachbeiträge der  Veranstaltung haben wir für Sie hier dokumentiert:
1. Vortrag Friedegunde Bölt, Dipl. Psychologin, Posttraumatische Folgen nach sexualisierter und häuslicher Gewalt,   2. Vortrag  Dr. med. Ulrike Krause, Gynäkologin.Gewalt gegen Frauen - Erstuntersuchung nach Vergewaltigung,  3. Vortrag Dr. Berg, Medizinische Versorgung und Dokumentation 4 Vortrag Dr. Simmel-Joachim, Verstrickt im Geschlechterverhältnis.

Veröffentlichungen zum Thema Gewaltschutz