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8.2.2012

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Büro Landrat

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Kreishaus Darmstadt
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Auf Entdeckungsreise: kleine Besonderheiten, die der Landkreis zu bieten hat

Landrat Schellhaas (ganz links) und Thorsten Uhrig (ganz rechts) begrüßen die Gäste
Zur Betriebsbesichtigung sind viele interessierte Leute erschienen. Thorsten Uhrig begrüßt seine Gäste.

Wieder einmal bin ich im Osten des Landkreises unterwegs. Diesmal endet die Fahrt auf einer der bekanntesten Erhebungen im Landkreis: dem Otzberg. Wer hier nur landwirtschaftliche Betriebe und Bauernhöfe vermutet, liegt daneben: von Lengfeld aus wird die Wiegetechnik in der ganzen Welt beeinflusst.

Die Firma Uhrig Waagen-Service hat sich seit vielen Jahren auf das Wiegen spezialisiert. Das Familienunternehmen ist DIN-zertifiziert und vom Deutschen Kalibrierdienst akkreditiert worden. Somit hat es die Lizenz zur Herstellung von ganz genauen Analyse- und Präzisionswaagen. Von Mikrogramm bis über 100 Tonnen kann mit Waagen der Firma Uhrig gewogen werden.

Richtiges wiegen: keine Selbstverständlichkeit

Landrat Schellhaas und Bürgermeister Ohlemüller beim Ausprobieren der Waagen.
Thorsten Uhrig erklärt eine seiner Präzisionswaagen. Auch Otzbergs Bürgermeister Karl Ohlemüller nimmt mit mir an der Betriebsbesichtigung teil.
Hier lege ich das Haar vorsichtig auf die Waage.

Vielleicht haben Sie sich ja noch nie so richtig Gedanken darüber gemacht. Unsere Waagen zu Hause sind Alltagsgegenstände, auf die wir uns täglich ganz selbstverständlich verlassen. Doch wer hat sie eigentlich eingestellt? Wer garantiert, dass die Waage auch das richtige Gewicht anzeigt?

Unsere Personenwaage im Badezimmer zu Hause darf beispielsweise ganze fünf Kilogramm vom „richtigen Gewicht“ abweichen. Hier geht es nicht allzu genau zu.

Die Firma Uhrig nimmt es dagegen ganz genau: Sie stellt Waagen her, die Mikrogramm (µ=10−6) genau wiegen! So können zum Beispiel Pharmaunternehmen die exakten Dosen für Medikamente abwiegen und sogar die Anzahl der Atome eines Stoffes durch wiegen ermitteln.

Spaßeshalber haben wir ein Haar gewogen. Was schätzen Sie, was ein etwa sechs Zentimeter langes Haar wiegt?

Es sind 595 µg (Mikrogramm). Ein Gewicht, dass wir uns gar nicht vorstellen oder selbst einschätzen können. Eine Waage, die das Gewicht so fein wiegt ist mit über 25.000 Euro wohl etwas zu teuer für unsere Badezimmer.

Umwelteinflüsse machen Ringvergleiche notwendig

Klaus Peter Schellhaas betrachtet sich die Waagenausstellung.
Famile Uhrig hat eine Ausstellung über die Waagenentwicklung von 1950 bis heute aufgebaut.

Wer so genau wiegt, wie die Firma Uhrig, ist Problemen ausgesetzt, die wir vom Wiegen zu Hause nicht kennen: Ist zum Beispiel die Oberfläche der Gewichte zu uneben und rau, kann es zu Verfälschungen des Ergebnisses kommen. Genauso problematisch ist ein Luftzug, ein vorbeifahrender LKW und sogar die Gravitation.

Wenn die geringsten Umwelteinflüsse das Ergebnis der Waage verfälschen können, wie wird dann sichergestellt, dass auf der ganzen Welt gleich gewogen wird? Dazu nutzen die Waagenhersteller einheitliche Verfahren und vergleichen ihre Ergebnisse. Georg Lothar Uhrig hat das Verfahren vorgeschlagen, mit dem ein weltweiter Ringvergleich durchgeführt wird. Unternehmen auf der ganzen Welt vergleichen so ihre gewogenen Ergebnisse miteinander. Bei diesen sollte es möglichst keine Abweichungen geben. Wenn jeder das gleiche Verfahren anwendet und keine Umwelteinflüsse das Ergebnis verfälschen, wiegen die Waagen wirklich richtig. Eine hundert prozentige Genauigkeit will auf diesem Gebiet aber niemand versprechen.
 
Die Firma, die so versteckt auf dem kleinen Hügel liegt, bestimmt also das weltweite Geschehen rund ums Wiegen mit. Wieder einmal wird klar, wie bedeutend und außergewöhnlich gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen in unserer Region sind. Ein weiterer Botschafter des Landkreises, auf den wir stolz sein können.