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Bewegende Eindrücke beim Besuch jüdischer Friedhöfe in Dieburg und Babenhausen

- Im Gespräch mit den Landtagsabgeordneten Gernot Grumbach, Frank Sürmann und Gudrun Osterburg sowie Volker Schmitt, Abteilungsleiter Ordnungs- und Gewerberecht bei der Kreisverwaltung, beim Besuch des jüdischen Friedhofes in Babenhausen. Foto: Peter Franke
Gemeinsam mit einer Reihe von Landtagsabgeordneten besuchte ich die jüdischen Friedhöfe in Dieburg und Babenhausen. Es ist mir ein wichtiges Anliegen, die Erinnerung an jüdisches Leben in den Orten des Landkreises Darmstadt-Dieburg wach zu halten. In 31 von einst 81 Ortschaften lebten seit dem Mittelalter Juden mit christlichen Bewohnern in den Dörfern und Kleinstädten des heutigen Landkreises zusammen.
In der Zeit nach 1933 aber wurde überwiegend tatenlos zugesehen, wie Juden von den Nazis rechtlos und vogelfrei gemacht wurden, zur Auswanderung getrieben und zur Ermordung abgeholt wurden.
Deswegen ist mir die Erinnerungsarbeit so wichtig: Wir müssen den nachfolgenden Generationen diese Zusammenhänge immer wieder erklären, das bleibt unsere Verpflichtung und eine wichtige politische Aufgabe.
Ich bin sehr froh darüber, dass wir im Landkreis insgesamt fünf jüdische Friedhöfe haben: Neben denen in Dieburg und Babenhausen auch in Alsbach, Groß-Bieberau und Sickenhofen.
Gemeinsam mit diesen Städten und Gemeinden leisten wir beim Landkreis Darmstadt-Dieburg einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der jüdischen Friedhöfe. Ich erinnere hier an ein Wort unseres früheren Bundespräsidenten Johannes Rau: "Gedenken wäre eine leere Hülse, wenn es nicht begleitet würde von verantwortlichem Handeln."
Was mich sehr beschäftigt: Wenige Tage vor unserem Besuch wurde der jüdische Friedhof in Sickenhofen mit widerlichen Hakenkreuz-Schmierereien geschändet. Hier sind alle Demokraten aufgerufen, sich solchen Taten entgegenzustellen.
Ich kann für den Landkreis Darmstadt-Dieburg und auch für mich sehr persönlich versichern, dass wir uns auch künftig für den Erhalt der fünf jüdischen Friedhöfe im Kreis engagieren werden – denn, um es noch einmal mit Johannes Rau zu sagen: "Es gibt kein Leben ohne Erinnerung!"

