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Hilfe, wenn's drauf ankommt

- Hier begrüße ich die Gäste.

- Der Kreistagssitzungssaal ist an einem solchen Abend gut besucht.
Verleihung der Katastrophenschutz-Medaillen
Heute steht ein Termin auf meinem Programm, der gar nicht genug Aufmerksamkeit erfahren kann und doch zumeist wenig Beachtung findet: Die Ehrung verdienter Feuerwehrleute, Sanitäter und Katastrophenschützer. Sobald Hilfe gebraucht wird oder etwas schlimmes passiert ist, wird mit Sirenen nach Ihnen gerufen - aber den Rest der Zeit ist es recht still um sie. Deswegen stehen sie heute im Mittelpunkt: 75 Medaillen habe ich zu vergeben. 52 mal gibt es Bronze für mindestens zehn Jahre aktive Dienstzeit, 19 mal Silber für mindestens 25 aktive Jahre und viermal Gold für mindestens 40 Jahre aktive Dienstzeit. Die Ehrung bedeutet für mich mehr, als Danke zu sagen. Mit ihr einher geht der Versuch, den Fokus auf die Arbeit der Katastrophenschützer zu richten und sie wissen zu lassen, dass wir ihre Arbeit schätzen.
In meiner Rolle als der, der im Notfall die Katastrophe ausruft, bin ich sicher besonders dankbar für jeden, der in einer solchen Situation weiß, wo es anzupacken gilt - und dies auch tut. Ohne sie wäre der Landkreis zudem nicht überlebensfähig: Ob es Sportveranstaltungen sind, die vom Roten Kreuz begleitet werden oder Keller, die die Feuerwehr bei Hochwasser auspumpt – ohne sie sähen wir ganz schön alt aus. Deswegen haben wir im Landkreis Darmstadt-Dieburg trotz Wirtschaftskrise den Geldhahn für dieses Engagement nicht zugedreht.
Vierzig Jahre Ehrenamt

- Die Träger der goldenen Medaille mit Klaus Peter Schellhaas und Ralph Stühling, dem Kreisbrandinspektor.

- Beim Anstecken der Auszeichnungen sollte ich niemanden verletzen.

- Im Anschluss bleibt noch etwas Zeit für ein persönliches Gespräch.
Vier goldene Medaillen gehen an Männer, die sich bereits seit über vierzig Jahren ehrenamtlich engagieren. Das Technische Hilfswerk in Groß-Umstadt kann sich über das Engagement von Norbert Schmidt, Günter Hoffmann und Johann Auer freuen. Eine weitere Katastrophenschutz-Medaille in Gold erhält Edgar Sensel, der stellvertretende Wehrführer der Feuerwehr in Raibach, der jahrelang als Kreisbrandmeister und Kreisausbilder für den Sprechfunk im Landkreis aktiv war. Beruflich ist er einer derjenigen, die den Telefonhörer abnehmen, wenn man Hilfe über die 110 anfordert. Unzählige Menschen hat er schon am Telefon begleitet, wenn sie in eine Notlage geraten sind.
Fragt man Norbert Schmidt, der seit 1963 Mitglied beim Technischen Hilfswerk aktiv ist, was den Reiz seines Engagements ausmacht, so beschreibt er die Faszination für das Technische, die er beim THW ausleben kann: Da werden Brücken gebaut, Stahlseile gespannt und imposante Bauwerke konstruiert. Gerne erinnert er sich, wie er und seine Kameraden tagelang eine Hochwasserbrücke errichteten, um den Groß-Umstädtern bei Hochwasser einen Übergang zu ermöglichen. Rundhölzer, Böcke und Bohlen wurden genutzt – sogar einen Handlauf hatte das Bauwerk. Dumm nur, dass einen Tag nach der Errichtung das Wasser zurück ging und der Weg auch ohne Brücke frei wurde. Die Groß-Umstädter seien jedoch trotzdem sehr froh gewesen, nicht durch den Matsch laufen zu müssen.
Als er 1963 aktiv wurde, musste er noch bis nach Darmstadt fahren, um sich zu engagieren. Heute sind rund 130 Mitglieder im Ortsverband aktiv. Besonders freut Norbert Schmidt, wenn er bei der Jugendgruppe vorbeischaut und weiß, dass er sich um Nachwuchs keine Sorgen machen muss.
In der Tat ist es im Landkreis Darmstadt-Dieburg um den Nachwuchs im Rettungsdienst nicht allzu schlecht bestellt. Auch immer mehr Frauen engagieren sich. Drei Medaillen konnte ich in diesem Jahr an Frauen vergeben. Hoffentlich wird diese Zahl in den nächsten Jahren noch steigen.

