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Morgens um sieben in Eppertshausen: Der Landrat auf dem Schulweg

- Bevor wir uns auf den Schulweg machen, erkläre ich den Teilnehmern den aktuellen Stand der Dinge vor dem Rathaus in Eppertshausen.

- Um mir einen Eindruck über die tagtägliche Schüler-Last zu verschaffen, habe ich den Ranzen, der ein Rucksack ist, von Eppertshausen nach Münster getragen.
Das Gespräch mit den Menschen im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist mir wichtig - da mache ich mich auch mal morgens um kurz vor sieben auf den Schulweg: In Eppertshausen gibt es derzeit Probleme rund um das Mobi-Tick für Schüler und die Kostenübernahme durch den Kreis, die aus finanziellen Gründen in der Diskussion steht.
Viele Eltern engagieren sich vor Ort, um das Problem zu lösen und setzen sich so für ihre Kinder ein: Dieses Engagement hat mich beeindruckt - und die gemachten Erfahrungen bei diesem frühmorgendlichen Termin auch.
Zunächst ist es für mich kein Problem, so früh unterwegs zu sein: Bereits um kurz vor sechs wurde ich zuhause abgeholt und kam pünktlich in Eppertshausen an. Vor dem Rathaus erwarteten mich neben Bürgermeister Carsten Helfmann eine Vielzahl der engagierten Eltern und viele Schulkinder, die ich auf ihrem mehr als zwei Kilometer langen Schulweg begleiten durfte.
Ich bin den Schulweg von Eppertshausen nach Münster gerne mitgegangen, denn mir war wichtig, einen persönlichen Eindruck zu haben, Gespräche zu führen und um Verständnis für die aktuelle Diskussion zu werben.
Die Last eines Schultags auf dem Schulweg

- Im Dialog: Auf dem Schulweg wurde viel diskutiert.
Für mich als leidenschaftlichem Wanderer ist die Strecke von Eppertshausen nach Münster kein Problem. Aber ich kann mich nach dieser Frühwanderung gut in die Eppertshäuser Kinder hineinversetzen, nicht nur, weil meine Tochter einst auch einen immer voll bepackten Ranzen zu tragen hatte. In Eppertshausen hat mir eine Schülerin spontan ihren Rucksack anvertraut, den ich den ganzen Schulweg getragen habe.
Immer wieder haben mich auf der Strecke Eltern, Lehrer und auch Kinder angesprochen und nach Lösungen gefragt.
Lösungen anbieten - dafür sind gerade wir Kommunalpolitiker gefragt und ich stelle mich diesen Fragen gerne - auch morgens um sieben mit einem Ranzen auf dem Rücken, der eigentlich mehr ein Rucksack ist.
Auf der Suche nach einem Kompromiss

- Zaungäste: Sichtbare Verwunderung lösten die frühmorgendlichen Fußgänger bei diesen interessierten Beobachtern aus.

- Überzeugungsarbeit: Auf dem Schulhof in Münster werbe ich für meinen Kompromissvorschlag.
Die frühmorgendliche Bürgersprechstunde auf den Feldern zwischen Eppertshausen und Münster hat mich darin bestärkt, einen Kompromiss zu suchen:
Der könnte so aussehen, dass für die Kinder, die kein Mobi-Tick mehr bekommen können, über die Wintermonate die Kosten für die Schülerbeförderung vom Kreis übernommen werden. Dabei richten wir uns nach der Zeitumstellung, so dass von Ende Oktober bis Mitte März kein Kind mehr den Feldweg nach Münster zu Fuß zurücklegen muss.
Diesen Kompromiss werde ich jetzt prüfen lassen und nach der Überprüfung werde ich das dem Kreisausschuss vorschlagen.
Ich hatte auf dem Schulweg ausgiebig Gelegenheit, meinen Vorschlag mit Eltern, Schülern und Lehrern zu besprechen und mein Eindruck ist, dass viele der Teilnehmenden damit zufrieden sein könnten.
Wenn wir das so umsetzen, hat sich der frühmorgendliche Schulweg gelohnt: Ich hatte eine Menge guter Gespräche und Begegnungen und für die Kinder in Eppertshausen ist eine Lösung in Sicht!

