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Aktuelle Nachrichten aus Darmstadt-Dieburg

Arbeit finden trotz Schwerbehinderung

Fachstelle hilft Langzeitarbeitslosen in besonderen Lagen

29.07.2010

Darmstadt-Dieburg – Mit Gründung der Kreisagentur für Beschäftigung vor fünf Jahren hat der Landkreis die Fachstelle für langzeitarbeitslose Menschen mit Schwerbehinderung eingerichtet. „Wir sind bundesweit einer der wenigen Träger für die Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen, wo Menschen mit Behinderung eine auf ihre Situation spezialisierte Anlaufstelle vorfinden“, sagt Rainer Habermann, Teamleiter der Fachstelle. Zwei Diplom Pädagoginnen und eine Psychologin arbeiten hier als Fallmanagerinnen, eine von ihnen hat selbst eine Behinderung. Alle drei kennen die besondere Situation von Menschen mit Behinderungen gut und wissen, welche Förderungen, Maßnahmen und Einrichtungen es gibt. Rund 500 Langzeitarbeitslose mit unterschiedlichem Behinderungsgrad werden von ihnen betreut.

Die Aufgaben der Fachstelle sind vielfältig. Der eine Bereich befasst sich mit der Vermittlung von Arbeitsstellen. Dazu werden Profile der Bewerber erstellt, es wird geschaut, wo ein Praktikum die Chancen verbessern könnte oder ob Ein-Euro-Jobs, die in der Fachsprache „Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung“ genannt werden, eine Zwischenstation sein können. Darüber hinaus sind EDV-Schulungen Gang und Gäbe, die für Recherche nach freien Stellen und online-Bewerbungen ebenso hilfreich sind, wie für das allgemeine Informiert-Sein. Mit dem Arbeitgeberservice der Kreisagentur werden behindertengerechte Arbeitsplätze ausfindig gemacht.

Eine enge Zusammenarbeit besteht mit dem Integrationsfachdienst des Landes Hessen, in dessen Auftrag das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft bis zu 30 Kunden der Kreisagentur fest betreut. Das Bildungswerk nimmt Kontakt zu möglichen Arbeitgebern auf, bespricht Fördermöglichkeiten und plant noch notwendige Maßnahmen des Bewerbers mit den Fallmanagerinnen der Kreisagentur. Für jede Vermittlung in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erhält der Träger eine Provision.

Ein weiterer Arbeitsbereich der Fachstelle für Menschen mit Schwerbehinderung besteht darin, den Austausch und die Kooperation mit Einrichtungen zu pflegen, die Angebote für Menschen mit Behinderung bereit halten. Gute Kontakte bestehen auch zu den Integrationsbetrieben in denen Menschen mit Handicaps arbeiten.

„Das Engagement der Fachstelle bewirkt, dass das Thema Behinderung und Erwerbsleben für Arbeitslosengeld II-Empfänger innerhalb und außerhalb der Kreisagentur stärker wahrgenommen wird“, berichtet Rainer Habermann. Durch das Prinzip des Förderns und Forderns seien sich auch die Kunden sicher, dass eine Vermittlung in eine Arbeitsstelle sich an ihren tatsächlichen Potenzialen orientiert. Das sorge auch dauerhaft für Zufriedenheit bei den Bewerbern wie bei den Arbeitgebern, so Habermann. 

jj

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