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7. Tour: Schaafheim - Auf aussichtsreichen Wegen durch den Bachgau

- Wartturm
Die Wandertour beginnt mitten in Schaafheim an der Kulturhalle, in deren unmittelbarer Umgebung viele historische Gebäude und Gedenkstätten stehen. Der erste Blick fällt auf die Alte Molkerei in der Lindenstraße, die im Zusammenhang mit dem Molkereibau die erste planmäßig angelegte Straße des Orts war. Entlang des Haagsgrabens ist noch ein Stück der alten Ortsmauer zu sehen, die einst die gesamte Gemeinde umgab. Den Mittelpunkt des alten Ortskerns bildet das Fachwerk-Rathaus, das 1684 errichtet wurde. Heute haben 23 Bedienstete der Verwaltung dort ihren Arbeitsplatz. Direkt an das Rathaus angebaut ist das Bürgerhaus "Zum Löwen". Der "Löwe" war früher eine Hofreite mit Brauerei. Im Hof befindet sich das Marktkreuz, das allerdings eine Nachbildung ist, die der Heimat- und Geschichtsverein 2001 dort aufgestellt hat.
Durch die engen Gassen von Schaafheim geht es in Richtung Wartturm. Doch bevor der 1492 errichtete Turm mit seiner tollen Fernsicht erreicht wird, muss erst noch eine Steigung am "Löwenwirtsweiher" bewältigt werden. Durch die "Bobbelhohl" gelangt man schließlich zum 216 Meter hoch gelegenen Wahrzeichen des Bachgaus.
Weiter geht es durch Wiesen und Felder auf dem "Panoramaweg", der den Wanderern einen herrlichen Ausblick sowohl in den Spessart als auch, in der anderen Richtung, bis nach Frankfurt gönnt. Man sollte die Aussicht so lange wie möglich genießen, denn bald geht es ins Tal Richtung Schlierbach, ein Ortsteil von Schaafheim. Durch den Wald zwischen Schlierbach und Schaafheim führt der Weg dann zurück zum Ausgangspunkt an der Kulturhalle. Wenn das Wetter danach ist, kann im neu gestalteten Freibad von Schaafheim, das direkt am Weg liegt, eine Abkühlung gefunden werden.
Eine Beschreibung und kartograpfhische Darstellung der Wanderroute ist in Form einer PDF-Datei bereitgestellt.
Eine lange Geschichte

- Ortsmitte von Schaafheim
Schaafheim wurde 830/831 in einer Güterbeschreibung des Klosters Fulda erstmals urkundlich erwähnt. Zahlreiche Bodenfunde beweisen jedoch, dass der Bereich des Dorfs in allen Epochen der Früh- und Vorgeschichte besiedelt war. Es gehörte zum Wildbann Dreieich und war Sitz eines kaiserlichen Sattelhofs.
1545 wurde in Schaafheim, das bis dahin eine katholische Pfarrei mit drei Geistlichen war, die Reformation vollzogen. In den nachfolgenden Auseinandersetzungen beider religiöser Lager überfielen 1552 Truppen des Markgrafen von Brandenburg das Dorf und zerstörten es fast völlig. Nach kurzer Erholungspause wurde Schaafheim ab 1622 mehrmals von den Schrecken des Dreißigjährigen Kriegs heimgesucht. Die Pest dezimierte die Bevölkerung drastisch, bei Kriegsende lebten nur noch wenige Menschen im Dorf.
Nach dem Aussterben des Hanau-Lichtenberger Fürstenhauses (1736) entbrannte ein heftiger Streit zwischen Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel um die Besitzrechte von Schaafheim. Der Ort wurde vorübergehend Garnisonsstadt des Erbprinzen Ludwig von Hessen-Darmstadt (1749), der in Pirmasens seine Residenz hatte. 1771 kam Schaafheim endgültig zu Hessen-Darmstadt und wurde Verwaltungssitz eines eigenen Amts, zu dem die Dörfer Schlierbach, Harpertshausen, Altheim und Dietzenbach gehörten. Ab 1806 gehörte die Gemeinde zum Großherzogtum Hessen, das Amt Schaafheim wurde kurz darauf aufgelöst.
Landwirtschaft und Handwerk waren zunächst die Haupterwerbszweige der Schaafheimer Bevölkerung. Mit der beginnenden Industrialisierung vollzog sich allmählich ein Strukturwandel: Schaafheim entwickelte sich zu einer Arbeiter-Wohngemeinde. Zwar wurden durch die Ansiedlung mittlerer Industriebetriebe Arbeitsplätze in der Gemeinde geschaffen, doch der größte Teil der Bevölkerung arbeitete in den benachbarten Städten. Im Zuge der Gebietsreform wurde Schaafheim 1977 Verwaltungsmittelpunkt und hat heute mit den Ortsteilen Mosbach, Radheim und Schlierbach knapp 9.000 Einwohner.
Info: Gemeindeverwaltung Schaafheim
Wilhelm-Leuschner-Straße 3
64850 Schaafheim
Telefon 06073/7410-0
rathaus(at)schaafheim.de
www.schaafheim.de



