Aktuelle Nachrichten aus Darmstadt-Dieburg

Afrikanische Schweinepest

Abschussprämie: Ein Erfolgsmodell aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg

06.01.2026

Darmstadt-Dieburg. Der bislang letzte Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) wurde im Landkreis Darmstadt-Dieburg am 26. Oktober 2025 bei Groß-Bieberau festgestellt. „Wir gehen davon aus, dass die intensive Bejagung der Wildschweine ein wesentlicher Faktor dafür war“, sagt der stellvertretende Landrat Lutz Köhler, „und diese intensive Bejagung haben wir von Anfang an mit einer Abschussprämie gefördert.“ Ende Juli 2024 gab es den ersten positiven Fund, bereit ab August eine Abschussprämie von 100 Euro. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg übernahm damit eine Vorreiterrolle in Hessen, wie auch Markus Stifter vom Landesjagdverband damals feststellte: „Das haben die anderen Landkreise nicht“, sagte er: „Das ist eine ganz wesentliche Maßnahme, um in der Einzeljagd für Motivation zu sorgen.“ Und das tat die Abschussprämie auch, wie die Bilanz nun zeigt: In 16 Monaten – von September 2024 bis Dezember 2025 – kam es zu 1691 Abschüssen, die mit 327.000 Euro vergütet wurden. Besonders stark stieg die Zahl der erlegten Wildschweine ab Mitte März 2025 an, als mit Mitteln des Landes die Abschussprämie von 100 auf 200 Euro verdoppelt werden konnte. Im Peak kam es im Juni 2025 zu 296 Abschüssen (siehe Tabelle). „Wir haben diese Prämie immer gefordert und auch zuerst umgesetzt“, sagt Lutz Köhler, „und nun zeigt sich, dass wir damit nicht falsch gelegen haben.“ Die Seuche sei zwar noch nicht besiegt, aber im Landkreis Darmstadt-Dieburg zumindest derzeit eingedämmt.

„Wir haben uns immer überlegt, wie wir bei der ASP-Bekämpfung eine aktive Rolle spielen können, aber immer partnerschaftlich mit den Jägern und Landwirten. Und wir haben uns immer an die Spitze der Bewegung gesetzt, um das zu ermöglichen“, sagt Köhler. „Es ist sehr positiv, dass so viel abgeschossen wurde“, sagt Kreislandwirt Karlheinz Rück aus Roßdorf. „Es wird sehr positiv aufgenommen von den Berufskollegen, vor allem natürlich von den Schweinehaltern, denn über allen schwebt ja nach wir vor das Damoklesschwert eines neuen positiven Falles.“ Voll des Lobes ist Rück auch für die Jäger, die sich „sehr engagieren“ würden, um zumindest die sogenannten „Weißen Zonen“ wildschweinfrei zu halten. Drei dieser umzäunten Zonen – an der B38, der B26 und der A5 – sind für den Landkreis eingerichtet und dienen der Unterbrechung von Infektionsketten. Zeigen diese Zonen Wirkung und geht auch der Schwarzwildbestand im Kerngebiet gegen Null, kann irgendwann die Rückstufung oder gar die Aufhebung der Sperrzonen bei der EU beantragt werden – und damit geht dann auch die Rücknahme von Einschränkungen einher, erklärt die Leiterin des Veterinäramtes, Regine Röhrig.

„Wir haben ja auch immer an die Jäger appelliert, um zur Bekämpfung der Seuche beizutragen“, sagt Lutz Köhler, „aber bei Appellen wollten wir es nie bewenden lassen, es war klar, dass wir einen Anreiz setzen mussten – und das auch, um größere Schäden für die Populationen abzuwenden. Eine Seuche, die grassiert, schadet dem Bestand mehr als kontrollierte Entnahmen.“  Es dürfe nie vergessen werden, dass die ASP eine erhebliche Gefahr für Wild- und Hausschweine darstelle, so Köhler: „Eine konsequente Bejagung der Wildschweine ist daher weiterhin ein entscheidender Schritt, um das Einschleppen und die Verbreitung der Seuche zu verhindern.“  

 

Monat

Anzahl

Summe

Sep 24

8

800 €

Okt 24

5

500 €

Nov 24

5

500 €

Dez 24

15

1.500 €

Jan 25

13

1.300 €

Feb 25

32

3.200 €

Mrz 25

34

3.400 €

ab 15.03.2025  neue Allgemeinverfügung: 200 Euro pro Abschuss

53

10.600 €

Apr 25

152

30.400 €

Mai 25

194

38.800 €

Jun 25

296

59.200 €

Jul 25

231

46.200 €

Aug 25

163

32.600 €

Sep 25

109

21.800 €

Okt 25

114

22.800 €

Nov 25

168

33.600 €

Dez 25

99

19.800 €

16

1691

327.000 €

 

 

tb

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