Wohnraumanpassung

Seit Juli 2010 gibt es im Landkreis Darmstadt-Dieburg ein Arbeitsteam Wohnraumanpassung, das sich mit Fragen zur Wohnraumanpassung beschäftigt. Diesem Arbeitsteam gehören Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachbereiches Soziales, Pflege und Senioren, des Fachbereichs Bauaufsicht, der Servicestelle sowie der Behindertenbeauftragte an.

Vielfach besteht der Wunsch weiterhin in gewohnter Umgebung zu leben

Nach dem dritten Altenbericht der Bundesregierung möchten etwa 90 Prozent der 70 bis 85-jährigen in ihrer eigenen Wohnung bleiben.

Nur 19 Prozent der bereits hilfs- und pflegebedürftigen Menschen gehen davon aus, in ein Heim umziehen zu müssen

  • 93 Prozent der über 65-jährigen leben in der eigenen Wohnung
  • 3 Prozent leben in einem Heim
  • 2 Prozent leben in Wohnformen (Betreutes Wohnen)
  • 1 Prozent lebt in gemeinschaftlichen Wohnformen

Die meisten älteren Menschen und auch jüngere Menschen mit Behinderungen haben den verständlichen Wunsch, so lange wie möglich selbständig in ihrer vertrauten Wohnung zu leben. Das Wohnumfeld mit den gewachsenen sozialen Kontakten und bekannten Einrichtungen erfüllt den Wunsch nach Zugehörigkeit und Gewohntem. 

Beratung durch das Arbeitsteam Wohnraumanpassung

Eine wichtige Voraussetzung, die bedarfsgerechte Ausgestaltung der Wohnung und des Wohnumfelds, ist häufig mit zunehmendem Alter oder durch Eintreten einer Behinderung nicht mehr gegeben. In vielen Fällen gefährdet nicht das Alter oder eine Behinderung eine selbständige Lebensführung, sondern eine Wohnung voller Barrieren. Die Wohnraumanpassung, die an den individuellen Bedürfnissen älterer und behinderter Menschen ausgerichtet ist, beinhaltet unterschiedliche bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen im Wohnungsbestand. Kleine und kostengünstige Maßnahmen wie Haltegriffe können ebenso erfolgreich sein wie größere Umbauten oder beispielsweise der Einbau einer flachen Dusche anstelle einer Badewanne.

Wichtig für eine erfolgreiche Wohnungsanpassung ist eine gute Beratung, unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse. Sowohl fachlich fundierte Kenntnisse sollten angeboten, als auch persönliche Gewohnheiten und Eigenarten der Betroffenen berücksichtigt werden.

Eine Wohnungsanpassung sollte immer mit einer ausführlichen Beratung und Unterstützung der Bewohnerinnen und Bewohner verbunden sein, sofern dies gewünscht wird.

Ältere Menschen verbringen zunehmend mehr Zeit in ihrer Wohnung, teilweise bedingt durch das Ende der Berufstätigkeit, aber auch durch Krankheiten und Einschränkungen in ihrer Mobilität.

Viele Menschen erkennen vorhandene Mängel ihrer Wohnung. Der Wunsch, im gewohnten Wohnumfeld zu bleiben, führt jedoch oft dazu, dass anfallende Probleme nicht akzeptiert werden.

Informieren und Begleiten

Betroffene wissen häufig nicht, dass ihr gewohnter Wohnraum angepasst werden kann und dafür Betreuungsangebote zur Verfügung stehen.

Insbesondere ältere Menschen sind meistens damit überfordert, Umbauten in eigener Regie vorzunehmen.

Auch jüngere Menschen mit Behinderungen sind oft nicht umfassen über die Möglichkeiten der Veränderungen ihrer Wohnung informiert. Ihnen ermöglichen Wohnberatung und Wohnungsanpassung ebenfalls eine selbständigere Lebensführung. Die Aufgaben von Wohnberaterinnen und Wohnberatern im Bereich der Wohnraumanpassung sind vielfältig.

Zunächst muss das Problem erkannt und akzeptiert werden. In einem zweiten Schritt müssen Lösungswege gefunden werden. Erst dann gilt es, Betroffene bei der eigentlichen Umsetzung zu begleiten.

Dabei kommt es nicht allein auf die Organisation der handwerklichen Ausführung an. Wesentlich sind auch die Recherche der Finanzierungsmöglichkeiten und die Unterstützung bei der Antragstellung. In der Regel handelt es sich um folgende Anpassungsmaßnahmen:

  • Technische Hilfen (Halte-, Stütz- und Gehhilfen)
  • Alltagserleichterung (Erhöhung von Möbeln, Umstellen von Möbeln, Versetzen von Fenstergriffen, Veränderungen von Kücheneinrichtungen)
  • Beseitigung von Barrieren (Türverbreiterung, Einbau einer bodengleichen Dusche, einer Rampe, eines Lifts)
  • Beseitigung von Ausstattungsmängeln (Bad, WC, Zentralheizung)
  • Reorganisation der Wohnung (Wohnungstausch)

Für Fragen steht Ihnen Ihr Beratungsteam der Wohnraumanpassung gerne zur Verfügung.

Ansprechpartner
Frau Bickerle
Telefon: 06151 / 881-1140
Fax: 06151 / 881-1156
wohnraumanpassung@remove.this.ladadi.de