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Erfolgreiches Jubiläum in Dieburg: „Ich lebe und arbeite in…“ zum 75. Mal / Hohe Vermittlungsquote
Darmstadt-Dieburg. Mit dem Regionalprojekt „Ich lebe und arbeite in…“ der Kreisagentur für Beschäftigung (KfB) in Dieburg ging nun das 75. Projekt dieser Art in den Kommunen des Landkreises zu Ende. Und nicht nur in der ehemaligen Kreisstadt gab es erneut Grund zur Freude, sondern auch insgesamt steht dieser Ansatz, die Menschen an ihrem Wohnort in Jobs zu vermitteln, zum Jubiläum glänzend da: Von den 1932 Teilnehmern in den 75 Projekten bislang wurden 670 in sozialversicherungspflichtige Jobs vermittelt, was einer direkten Vermittlungsquote von 34,7 Prozent entspricht. Zum Vergleich: 2024 lag diese Quote bei der Arbeitsagentur bundesweit bei 4,9 Prozent. Nimmt man noch die 473 Menschen hinzu, die durch die Regionalprojekte durch Vermittlungen in Weiterbildungen, Praktika, Ehrenamt oder Studium wieder einen Schritt in Richtung Arbeitsmarkt gemacht haben, liegt die Erfolgsquote gar bei 59,2 Prozent.
In Dieburg gibt es für sieben Teilnehmende einen Job
Diese Quote ist deshalb so besonders, weil erfahrungsgemäß immer auch Teilnehmer aus unterschiedlichen Gründen aus den Projekten ausscheiden. Die Teilnahme ist freiwillig. In Dieburg waren es zu Beginn 48, am Ende waren noch 26 dabei. Sieben Personen nahmen eine Tätigkeit auf und acht weitere hatten eine Probearbeit, zwei begannen ein Ehrenamt. Manche Teilnehmende fanden neue Unterkünfte und verbesserten ihre gesundheitliche Situation. Zehn Teilnehmende beschäftigten sich mit ihren Anerkennungen, von denen zwei bereits abgeschlossen sind. Wieder andere sehen einem Ausbildungs- oder Qualifizierungsweg entgegen. „Neue berufliche Perspektiven konnten gefunden werden. Ebenso wurde an den sprachlichen Fähigkeiten gefeilt und Sprachkurse erfolgreich abgeschlossen“, erklärt Claudia Goes, Fachgebietsleiterin bei der KfB für die Regionalprojekte: „Unsere Projekte sollen den Menschen im besten Fall einen Job verschaffen, aber auf jeden Fall sollen sie wieder eine Perspektive bieten.“
Begleitet wurden die Teilnehmer in Dieburg von Jobcoachin Viktoria Heiß. Und nicht nur sie und Claudia Goes waren zufrieden mit dem Projekt. „Wir als KfB haben ja nicht nur die Aufgabe, die Existenz von arbeits- und mittellosen Menschen zu sichern“, sagt Leiter Roman Gebhardt, „sondern vor allem ist es ja unser Anliegen, die Menschen in Arbeit zu vermitteln und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben zu unterstützen. Und das ist uns nicht nur in Dieburg wieder gelungen, sondern auch 74 Mal zuvor.“
Dieses Projekt gibt den Menschen zuversicht
Ziel der Regionalprojekte ist nämlich auch, das Selbstvertrauen der Teilnehmer zu stärken, eigene Stärken wieder aufzuzeigen und auch die Unterstützung bei der Bewältigung von persönlichen Themen, wie etwa Gesundheit oder Wohnen. Dafür gab es auch in Dieburg wieder wöchentliche Gruppentreffen, für die die Stadt ihren großen Sitzungssaal im Rathaus zur Verfügung stellte. „Dieses Projekt ist mir auch ein persönliches Anliegen“, sagt der Dieburger Bürgermeister Frank Haus, „denn schließlich hilft es ja Dieburgern und gibt den Menschen Zuversicht. Das berührt mich, und das Projekt kommt uns als Kommune auch zugute. Ich freue mich sehr über jeden, der nun wieder eine Perspektive hat.“
„In den Gruppentreffen wurde gegenseitig motiviert und Ideen für berufliche Möglichkeiten ausgetauscht“, schildert Claudia Goes, „außerdem gab es den Raum, Erfolge zu teilen und darüber zu reden, was einen beschäftigt und belastet.“ Zusätzlich nahmen die Teilnehmenden regelmäßig an Einzelcoachings teil. Zum Projekt in Dieburg gehörte auch wieder ein sogenannter Unternehmer- und Netzwerktag, bei dem Kontakte zu Unternehmen geknüpft werden konnten und auch Fragen rund um Bewerbung und Jobsuche geklärt wurden. „Die Teilnehmenden konnten dadurch mehr Zuversicht und Selbstvertrauen erlangen. Erste Berührungsängste mit den Chefs wurden abgebaut“, sagt Claudia Goes. Außerdem erhielten die Teilnehmenden die Gelegenheit, bei einer Firmenbesichtigung hinter die Kulissen des Vertriebszentrum von Volkswagen in Dieburg zu schauen. Damit die Teilnehmenden ihre neu gewonnene Motivation weiter nutzen und ihre erarbeiteten Strukturen beibehalten können, wird es noch Abschlussgespräche geben, bei denen der Jobcoach und die Teilnehmenden gemeinsam mit den zuständigen Fallmanagern die nächsten Schritte besprechen.
Viel mehr als eine reine Arbeitsvermittlung
„Die Regionalprojekte sollen nachhaltig wirken“, sagt Sozialdezernentin Christel Sprößler, „deshalb sind sie so angelegt, dass sie viel mehr sind als eine reine Arbeitsvermittlung. So erreichen wir, dass die Menschen sich wieder mit Selbstvertrauen um sich selbst kümmern – und wir als Behörde freuen uns über jeden einzelnen, bei dem es gelingt. Und ich gehe fest davon aus, dass wir bei den nächsten 75 Regionalprojekten wieder viel Grund zur Freude haben werden.“
tb


