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Friedrich-Ebert-Schule Griesheim: Das letzte Puzzle-Teil zum Ganztag im Landkreis

Darmstadt-Dieburg. Nach dem Ganztagsförderungsgesetz wird es ab August für alle Grundschüler einen gesetzlichen Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung geben. Und der Landkreis Darmstadt-Dieburg wird diesen Anspruch erfüllen können. Mit der Friedrich-Ebert-Schule Griesheim wird zum kommenden Schuljahr das letzte Teil des Ganztags-Puzzles fertiggestellt.  Die Grundschule wird eine Mensa mit Küche und Speisesaal erhalten. Zum Schuljahr 2026/2027 soll sie in Betrieb gehen. „Und das ist angesichts der Voraussetzungen ein Erfolg“, erklärt Schuldezernent und Vize-Landrat Lutz Köhler, „denn wir haben bei der Friedrich-Ebert-Schule gemeinsam mit der Schulgemeinde und der Stadt etwas geschafft, das nun als Blaupause für künftige Projekte ähnlicher Natur dienen könnte.“

Schwierige Voraussetzungen für den Umbau

Die Voraussetzungen waren in der Tat nicht ideal, um die Schule, die im Schuljahr 2024/25 als einzige im Landkreis noch an kein Ganztagsprofil des Landes angegliedert war, in den Pakt für den Ganztag aufzunehmen. Träger der Betreuenden Grundschule „Schülernest“ war bis zum Schuljahresende noch die Stadt Griesheim. Die Innenstadtlage bot keine Erweiterungsmöglichkeiten für ganztägige Arbeit, es gab viele nicht nutzbare oder ungenutzte Flächen, zum Teil resultierend aus Vorgaben des Denkmal- und Brandschutzes. Die Grundschule besaß eine dezentrale Verwaltung, es waren keine Strukturen zwischen Schule und Betreuender Grundschule etabliert und die Anforderungen an die Ausstattung für ganztägig arbeitende Schulen waren nicht erfüllt, insbesondere die Mittagsverpflegung war nicht sichergestellt.

Das Ziel war klar: die bestmögliche Nutzung der vorhandenen Raumressourcen, um die vorhandenen Flächen ganztägig nutzbar zu machen. Dabei sollten die bestmögliche Lern- und Lehrumgebung für die Schülerinnen und Schüler und das pädagogische Personal geschaffen werden, um Kompetenzen wie Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken zu fördern. Gleichzeitig galt es, dem steigenden Raumbedarf bei begrenzten Kapazitäten Rechnung zu tragen. Eine komplexe Gemengelage.

Kinderrestaurant bis zum Jahresende

„Wir haben die Kinder, das pädagogische Personal und die Schulaufsicht beteiligt“, erklärt Lutz Köhler: „Es gab Workshops und Veranstaltungen mit Vereinen, dem Förderverein der Schule, der Elternvertretung sowie der Stadt Griesheim. Das Ergebnis spricht für sich.“ So wird die bisherige Gymnastikhalle zu einem Kinderrestaurant umgebaut. Das dauert voraussichtlich noch bis Ende des Jahres. „Die Essensversorgung in den Bestandsräumen der Schule während der Übergangszeit ist aber sichergestellt“, erklärt Sven Hartnagel, Fachgebietsleiter für Ausstattung an Schulen und Schulverpflegung beim Landkreis. Die Verwaltung wurde zentral im Hauptgebäude untergebracht, durch interne Umzüge, Raumtausche und Neuordnungen von Räumen wurde viel gewonnen. So wurde die bisherige Bücherei mit PC-Raum zu einer Mediathek mit hoher Aufenthaltsqualität. Die gehobene Ausstattung von Räumen im Bestandsgebäude ermöglicht nun eine ganztägige Nutzung. Es gibt nun Rückzugsmöglichkeiten, mobile Sitzgelegenheiten und die Möglichkeit für bodennahes lernen. Auch eine Lernfamilie im Bestandsgebäude wird es geben, weitere sollen folgen.

Vom Landkreis kommen 222.000 Euro

„Besonders anzumerken ist die Bereitschaft und das Engagement der Schulgemeinde, diesen Prozess aktiv mitzugestalten und die Friedrich-Ebert-Schule gemeinsam zukunftsfähig aufzustellen“, sagt Sven Hartnagel. Fördermittel in Höhe von 1.258 Millionen Euro aus dem Investitionsprogramm Ganztagsausbau stehen zur Verfügung. Der Landkreis steuert mindestens 222.000 Euro bei. Für die Folgejahre werden weitere Mittel zusätzlich eingeplant. „Dank des gemeinsamen Prozesses mit allen Beteiligen sind Möglichkeiten erarbeitet und gefunden worden, die oben genannten Ziele zu erreichen, ohne dass zusätzliche Flächen geschaffen wurden“, sagt Lutz Köhler, „die Erkenntnisse aus diesem Entwicklungsprozess können auch auf andere, geeignete Schulstandorte im Landkreis übertragen werden, da es ermöglicht, in kürzerer Zeit mit kleinerem wirtschaftlichem Aufwand als bei An- oder Neubauten moderne Lernräume zu entwickeln.“   

tb

Blick auf den Schulhof der Friedrich-Ebert-Schule in Griesheim. 
An der Friedrich-Ebert-Schule in Griesheim wird noch gearbeitet. Die Grundschule ist das letzte Puzzle-Teil für ein flächendeckendes Ganztagsangebot in Grundschulen ab dem kommenden Schuljahr. Foto: Landkreis Darmstadt-Dieburg