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Neue, schonende Methode, um Beckenbodensenkungen zu operieren

Darmstadt-Dieburg. Die Klinik für Frauenheilkunde an den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg bietet nun eine neue, schonendere Operationsmethode für alle Frauen an, die unter schweren Formen der Beckenbodensenkung leiden. Hinter der laparoskopisch-minimalinvasiven Senkungsoperation – so der Fachbegriff – verbergen sich laut Chefarzt Alexander Ispas drei kleine Schnitte an Nabel und Unterbauch, jeweils einen Zentimeter groß, über die der Beckenboden mit einem feinen Band nach oben gezogen werden kann. Das Band wird anschließend am Kreuzband befestigt. „So können wir operieren und die Gebärmutter erhalten“, erklärt Alexander Ispas. „Dank dieser Methode können Frauen auch nach dem Eingriff noch Kinder austragen, bei der bisherigen Operationsmethode war das deutlich schlechter möglich“, sagt der Chefarzt.

Alte Methode wird auch noch angewandt

Bislang wurde bei schweren Senkungszuständen ausschließlich durch die Scheide operiert und mit Netzen gearbeitet. „Beide Methoden haben ihre Berechtigungen“, sagt Alexander Ispas, „und wir werden auch weiterhin mit Netzen operieren, es kommt aber jeweils auf die Patientin an: Bei Frauen, die noch einen Kinderwunsch haben, ist die neue Methode durchaus empfehlenswert. Und ich bin froh, dass wie die neue Art des Eingriffs nun auch in unserem Portfolio anbieten können.“

Absoluter Gewinn für unsere Patientinnen

Zumal es noch nicht viele Kliniken im Umkreis gibt, die die laparoskopisch-minimalinvasiven Senkungsoperation anbieten. In Wiesbaden, Mainz und Frankfurt sind die nächstgelegenen Häuser, die auch diese „Schlüsselloch-Chirurgie“, wie es Ispas ausdrückt, im Programm haben. „Wir sind froh, dass die Patientinnen nun nicht mehr diesen weiten Weg auf sich nehmen müssen und wir als Kreiskliniken nun diese Methode in Groß-Umstadt anbieten können“, sagt Betriebsleiterin Pelin Meyer, „die neue Methode ist ein absoluter Gewinn für uns und natürlich für unsere Patientinnen.“

Die Feinheiten zeigte ein Spezialist

Alexander Ispas und seine Kollegen, leitende Oberärztin Petra Nesnídalová und Oberarzt Ilya Goldberg, benötigten keine umfassende Schulung, um die neue Methode zu lernen. „Das grundsätzliche Rüstzeug bringen wir ja eh mit, weil wir grundsätzlich minimalinvasiv operieren“, erklärt Alexander Ispas, „aber die Feinheiten haben wir uns von einem ausgewiesenen Experten zeigen lassen.“ Inzwischen hat das Team auch schon einiges an Erfahrung sammeln können: Mehr als 20 Operationen wurden schon nach der neuen Methode vorgenommen – und alle verliefen sehr gut.

„Es entspricht ja unserem Anspruch, dass wir uns stetig weiterentwickeln, um unseren Patienten eine immer bessere Versorgung anbieten zu können“, sagt Betriebsleiter Christoph Dahmen. „Und dass wir nun mit dieser neuen Methode ein Alleinstellungsmerkmal in der Region bei der Behandlung von schweren Beckenbodenabsenkungen haben, macht uns natürlich stolz.“

Bei einer Beckenbodensenkung sinken Gebärmutter, Scheide, Blase oder Enddarm aufgrund einer Schwächung des Beckenbodens nach unten. Dies kann zu Druckgefühlen, Fremdkörpergefühl, Schmerzen, Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang führen, bis hin zur Inkontinenz. Ursachen für die Absenkung können Schwangerschaft, Geburt, Übergewicht, chronischer Husten, schwere körperliche Arbeit oder Bindegewebsschwäche sein. Die Beschwerden hängen vom Ausmaß der Senkung ab. 

tb

Die Pressemitteilung wurde berichtigt. Bitte verwendet die aktualisierte Fassung. mm

Chefarzt Alexander Ispas zeigt die neue Methode am Modell: Mit einem Faden wird der Beckenboden nach oben gezogen, der Faden dann am Kreuzband befestigt. 
Chefarzt Alexander Ispas zeigt die neue Methode am Modell: Mit einem Faden wird der Beckenboden nach oben gezogen, der Faden dann am Kreuzband befestigt. Foto: Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg