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Bundesweiter Vorreiter:
Landkreis Darmstadt-Dieburg wird Modellkommune für rassismuskritische Verwaltung 

Darmstadt-Dieburg. Darmstadt-Dieburg. Beim Vernetzungstreffen der hessischen WIR-Vielfaltszentren am Donnerstag (12.) im Kreishaus Dieburg stand neben dem Austausch von Best Practice Beispielen zum Diskriminierungsschutz in der Verwaltung und dem Thema Arbeitsmarktintegration ein bundesweites Modellprojekt im Mittelpunkt: das Programm „Kommunen für Alle – Rassismuskritik in kommunalen Verwaltungen“. Der Landkreis gehört zu den ausgewählten Modellkommunen und ist dabei bundesweit der einzige Landkreis unter insgesamt 16 teilnehmenden Kommunen. Das Projekt gehört zur Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus „European Coalition of Cities against Racism“ (ECCAR).

Der Förderzeitraum läuft von November 2025 bis Ende Dezember 2028. In dieser Zeit erhält der Landkreis jährlich bis zu 10.000 Euro, um Maßnahmen für eine rassismuskritische und diskriminierungssensible Verwaltung umzusetzen. „Dass wir als einziger Landkreis bundesweit ausgewählt wurden, zeigt, dass wir mit unseren bisherigen Initiativen auf dem richtigen Weg sind“, betonte Sozial- und Jugenddezernentin Christel Sprößler. „Das Programm gibt uns die Möglichkeit, bereits angestoßene Veränderungen gezielt weiterzuentwickeln und strukturell zu verankern.“

Konkrete Maßnahmen für mehr Vielfalt in der Verwaltung

Geplant sind mehrere Schwerpunkte: Der Landkreis möchte ein Netzwerk für Mitarbeitende mit Migrationsgeschichte in der kommunalen Verwaltung aufbauen und in diesem sogenannte Empowerment-Workshops zur individuellen Stärkung anbieten und das bestehende Angebot an Schulungen zur Sensibilisierung für diskriminierungskritisches Verwaltungshandeln ausbauen. Zudem beteiligt sich die Kreisverwaltung an der Entwicklung bundesweiter Handlungsempfehlungen für eine rassismuskritische Verwaltung. „Eine moderne Verwaltung muss die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln und allen Mitarbeitenden ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld bieten“, sagte Sprößler. „Dazu gehören Sensibilisierung, klare Strukturen und der Mut, bestehende Abläufe kritisch zu hinterfragen.“

Anschluss an bestehende Initiativen

Das Modellprojekt knüpft im Landkreis an bereits bestehende Initiativen an. Dazu zählen unter anderem die Arbeitsgruppe „Abbau von Mehrfach-Diskriminierung“, die Arbeitsgruppe „Umgang mit Extremismus in der Verwaltung“ sowie das Aktionsprogramm „Vielfalt leben, Verwaltung gestalten, Verantwortung übernehmen“ mit seinem jährlichen Fortbildungsangebot für die Mitarbeitenden der Kreisverwaltung.

Vorteile für Verwaltung und Mitarbeitende

Für die Kreisverwaltung bringt die Teilnahme mehrere Vorteile. Neben zusätzlichen Fördermitteln für Veränderungsprozesse stärkt das Programm die bundesweite Sichtbarkeit des Landkreises als moderne und attraktive Verwaltung. Gleichzeitig sollen Zufriedenheit, Bindung und Gewinnung von Mitarbeitenden gestärkt werden. „Rassismuskritische Organisationsentwicklung ist ein wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige Verwaltung“, so Sprößler. „Davon profitieren am Ende sowohl unsere Beschäftigten als auch die Bürgerinnen und Bürger.“

Im Rahmen des Vernetzungstreffens hielt Vanessa Efande Mbome, Leiterin des Büros für Migration und Inklusion des Landkreises, einen Impulsvortrag zum Thema „Rassismuskritische Verwaltung zwischen Einzelprojekten und Organisationsentwicklung“. Darin betonte sie die Bedeutung langfristiger struktureller Veränderungen: „Einzelne Projekte sind wichtig, aber nachhaltige Wirkung entsteht erst, wenn rassismuskritische Perspektiven in die Strukturen und Entscheidungsprozesse einer Verwaltung integriert werden.“

Das Treffen wurde vom Büro für Migration und Inklusion organisiert. Eingeladen dazu hat das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales. „Der Austausch der WIR-Vielfaltszentren bietet die Chance, voneinander zu lernen und erfolgreiche Ansätze gemeinsam weiterzuentwickeln“, sagte Efande Mbome. Auch Katharina Habdank, WIR-Koordinatorin des Landkreises, hob die Bedeutung der Vernetzung hervor: „Die Herausforderungen sind in vielen Kommunen ähnlich. Durch den regelmäßigen Austausch können wir Erfahrungen teilen und neue Impulse für unsere Arbeit vor Ort gewinnen.“

Die WIR-Vielfaltszentren in Hessen

Die WIR-Vielfaltszentren sind Teil des hessischen Landesprogramms WIR und unterstützen Kommunen dabei, Integration und gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Sie koordinieren lokale Netzwerke, entwickeln Projekte zur Förderung von Vielfalt und beraten Verwaltung sowie Zivilgesellschaft. Auch der Landkreis Darmstadt-Dieburg verfügt über ein WIR-Vielfaltszentrum. Es ist im Büro für Migration und Inklusion angesiedelt.

as


Auf dem Bild: Die WIR-Koordinatorinnen und Koordinatoren, die an dem Vernetzungstreffen im Kreishaus Dieburg teilgenommen haben.