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Beruf Pflegekraft: „Es ist eine zutiefst sinnvolle Tätigkeit.“

Darmstadt-Dieburg. „Es gibt wenige Ausbildungsberufe, die so ein breites Spektrum haben“, sagt der Pflegedienstleiter der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg, Jens Müller-Laupert – und meint damit den Beruf der Pflegefachkraft im Krankenhaus. „Unser Beruf hat die Schnittstelle zu Mensch, Wissenschaft und Technik. Wer ihn ausübt, braucht sowohl soziale Kompetenz als auch naturwissenschaftliches Wissen und technisches Verständnis.“ Es sei durchaus ein Unterschied, ob man in der Sterilisation und am OP-Tisch arbeite, auf der Intensivstation oder auf einer Bettenstation. „Und es ist ja immer auch etwas Persönliches, man erlebt Schmerzen, seelische Probleme, es geht hier ja um Menschen“, sagt Müller-Laupert. Medizinische Kenntnisse wie unter anderem die der Anatomie sind Voraussetzung, aber auch die Fähigkeit zu kommunizieren muss gegeben sein.

580 Pflegekräfte an den Kreiskliniken

580 Pflegekräfte gibt es an den Kreiskliniken in 12 Abteilungen, inklusive des Zentrums für seelische Gesundheit. Neben der Spezialisierung und den Weiterbildungen in den einzelnen Disziplinen gibt es auch fachübergreifende Weiterbildungen, etwa für das Wundmanagement, die Hygiene oder die Kinästhetik. „Das alles macht den Beruf so abwechslungsreich und auch intensiv“, sagt Müller-Laupert, „und es ist eine zutiefst sinnvolle Tätigkeit.“

Das bestätigt auch Andrea Pinto Ferreira und Stefanie Hauffenmeyer. Andrea Pinto Ferreira ist Einrichtungsleitung in der Gersprenz-Pflegeeinrichtung in Groß-Zimmern, Stefanie Hauffenmeyer in Groß-Umstadt. Zum Jahresende 2025 gab es 262 Pflegekräfte in den Häusern der Gersprenz. „Ich arbeite gerne mit alten Menschen, es war schon ein Kindheitswunsch, ich wollte immer in die Pflege“, sagt Andrea Pinto Ferreira. „Es ist ein Beruf, der viel zurückgibt, es macht einfach Spaß.“ Ähnlich drückt sich auch Stefanie Hauffenmeyer aus und fügt an: „Das gehört zu meinem Leben, ich würde alles tun für die Bewohner, die Einrichtung ist quasi mein zweites Zuhause.“ Der Beruf sei sehr abwechslungsreich, erklärt Andrea Pinto Ferreira: „Wir sind zwar die Pflegekräfte, aber wir sind noch viel mehr. Für viele Menschen sind wir so etwas wie Familie.“ 

Generalistische Ausbildung

Sei es im Pflegeheim oder in der Klinik: Alle neuen Kolleginnen und Kollegen, die ins Berufsleben starten, haben mittlerweile eine generalistische Ausbildung durchlaufen. Die Pflegeausbildung hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend weiterentwickelt. Während es vor 2020 noch drei getrennte Ausbildungswege gab: Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Kinderkrankenpflege, vereint die heutige generalistische Ausbildung diese Bereiche miteinander. „Die generalistische Ausbildung bereitet die Auszubildenden auf die vielfältigen Anforderungen des Pflegeberufs vor und schafft gleichzeitig viele berufliche Perspektiven", sagt Nina Breitwieser, stellvertretende Leiterin des Bildungszentrums an der Kreisklinik in Groß-Umstadt.

Während der dreijährigen Ausbildung lernen die Auszubildenden verschiedene Bereiche der Pflege kennen. Dazu gehören Einsätze im Krankenhaus, in der ambulanten Pflege und in der Langzeitpflege ebenso wie Einblicke in die Pädiatrie und die psychiatrische Versorgung. „Dadurch erhalten die Auszubildenden einen umfassenden Einblick in die unterschiedlichen Versorgungsformen", sagt Breitwieser.

Für Fachbereiche, die nicht direkt an den Kreiskliniken angeboten werden, arbeitet das Bildungszentrum mit zahlreichen regionalen und überregionalen Kooperationspartner über den Ausbildungsverbund Südhessen eng zusammen. So können wohnortnahe Einsätze für die Auszubildenden ermöglicht werden. Neben medizinischem und pflegerischem Fachwissen spielen auch Kommunikation, Psychologie und rechtliche, sowie ethische Fragestellungen eine wichtige Rolle. Ziel ist es, die Auszubildenden bestmöglich auf die vielfältigen Anforderungen des Pflegeberufs vorzubereiten.

Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen begleiten

Die Zugangsvorrausetzung für die Ausbildung zur Pflegefachperson ist der mittlere Bildungsabschluss, aber auch Für Quereinsteigende gibt es verschiedene Möglichkeiten. Mit Hauptschulabschluss bestehen ebenfalls Wege in die Pflege, etwa über eine vorherige Ausbildung zur Alten- oder Krankepflegehilfe oder eine zweijährige Berufsfachausbildung. Im Schnitt treten 45 Auszubildende pro Jahr in die Ausbildung am Bildungszentrum für Gesundheit der Kreiskliniken ein. „Pflege bedeutet, Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen professionell zu begleiten", sagt Breitwieser. „Dafür braucht es fachliche Kompetenz, Offenheit und die Fähigkeit, auf Menschen individuell einzugehen."

tb

Hände einer Pflegekraft, die Hände eines Patienten halten.
In der Pflege zu arbeiten ist etwas Besonderes. Der Beruf ist vielfältig, anspruchsvoll, aber auch erfüllend. Foto: Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg