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Steigende Nachfrage: Kreiskliniken bauen Leistungen zur Behandlung von muskuloskelettalen Erkrankungen aus

Darmstadt-Dieburg. Die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg weiten ihre Leistungen zur Behandlung von muskuloskelettalen Erkrankungen - Gelenkbeschwerden, Wirbelsäulenerkrankungen, Erkrankungen an Weichteilen und Knochen – sukzessive aus. Seit Anfang des Jahres gibt es ein Department für Orthopädie und Endoprothetik auch am Standort in Groß-Umstadt. „Damit können wir die steigende Nachfrage auch wohnortnah versorgen“, erklärt Chefarzt und ärztlicher Leiter Prof. Dr. Peter Schräder, „besonders aus dem östlichen Landkreis.“ Bislang wurden fast ausschließlich in Jugenheim Endoprothesen – künstliche Hüft- und Kniegelenke – eingesetzt. Das dortige OrthoCentrum (OCJ), ein Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung, stößt mittlerweile an die Grenzen seiner OP-Kapazität. Rund 1300 Endoprothesen werden dort pro Jahr eingesetzt, einschließlich mehr als 100 sehr komplexen Wechseloperationen in der Endoprothetik. Geplant ist, dass auch Groß-Umstadt zum  Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung zertifiziert wird, die höchsten Standards bei endoprothetischen Eingriffen bietet die Klinik aber bereits jetzt schon.

Weitergehende Spezialisierung

Der steigenden Nachfrage begegnen die Kreiskliniken aber nicht nur mit einem zusätzlichen Angebot in Groß-Umstadt, sondern auch mit einer weitergehenden Spezialisierung und der Ausweitung der eigenen Expertise. „Das Centrum für MuskuloSkelettale Medizin nimmt Gestalt an“, sagt Prof. Schräder. In diesem Centrum für MuskuloSkelettale Medizin sind sieben sogenannte Departments miteinander verzahnt, die alle für sich jedoch hochspezialisiert sind. Im Sinne der Patienten können so alle wesentlichen Leistungen aus einer Hand in den Kreiskliniken angeboten werden. Die Departments sind in Jugenheim das OCJ, die Schmerzklinik sowie die Rehabilitation und Physikalische Therapie. In Groß-Umstadt sind es die Unfallchirurgische Klinik mit Alterstraumatologischem Zentrum sowie das neue Department Endoprothetik und Orthopädie. Übergreifend über beide Standorte kommen die Wirbelsäulenchirurgie und die Plastische Chirurgie hinzu.

Individualisierte Hüftprothesen

Schon jetzt braucht die Endoprothetik der Kreiskliniken keinen Vergleich zu scheuen. So wurden nun in Jugenheim in vier Monaten vier individualisierte Hüftprothesen eingesetzt. „Die größten Kliniken in Deutschland machen etwa zehn pro Jahr“, sagt Prof. Schräder. Bei einer Partnerradiologie wird ein spezielles MRT erstellt, dann fertigt eine französische Spezialfirma die Prothese an – und in Jugenheim wird sie eingesetzt. „Die Vorlaufzeit dafür beträgt drei Monate“, erklärt Prof. Schräder, „durch diese individuell für jeden einzelnen Patienten hergestellten Prothesen können wir in Jugenheim auch Patientinnen und Patienten mit hochkomplexen Fehlstellungen oder etwa bei Kleinwüchsigkeit optimal versorgen“, sagt Schräder: „Auch wenn dies nur in absoluten Ausnahmefällen tatsächlich medizinisch notwendig ist.“  

Aktuell sind die Kreiskliniken die einzigen Kliniken in Deutschland, die drei Robotersysteme zur Endoprothetik am Kniegelenk einsetzen.

„Wir bauen unsere Expertise und unser Angebot aus, weil die Nachfrage sehr groß ist“, sagt Betriebsleiterin Pelin Meyer, „wir sind froh, dass die Patienten aus dem östlichen Landkreis auch wohnortnah eine Versorgung erhalten können, wenn sie eine Endoprothese benötigen.“ Betriebsleiter Christoph Dahmen ergänzt: „Mit dem Centrum für MuskuloSkelettale Medizin können wir auch alle wichtigen Leistungen rund um Erkrankungen von Muskeln und Gelenken aus einer Hand anbieten, so ersparen wir den Patienten weitere Wege.“  

tb

Ein künstliches Kniegelenk und ein künstliches Hüftgelenk im Modell. 
Ein künstliches Kniegelenk und ein künstliches Hüftgelenk im Modell. Die Kreiskliniken haben ihre Angebot in der Endoprothetik ausgeweitet. Foto: Adobe