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Grüne Woche: Vize-Landrat Köhler besucht Gartenschläfer-Projekt – Landkreis startet Kastenkontrolle

Darmstadt-Dieburg / Erzhausen. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg setzt sein Artenschutzprojekt für den gefährdeten Gartenschläfer fort: Nach der Zusage weiterer Fördermittel startet die nächste Projektphase. Bei einem Ortstermin in Erzhausen mit dem örtlichen Obst- und Gartenbauverein und dem Landschaftspflegeverband Darmstadt-Dieburg (LPV DaDi) wurde bekannt gegeben: Aktuell beginnt die Kontrolle der Nistkästen. Funde gibt es bislang noch nicht. Die Nachweise der Tiere sollen künftig systematisch ausgewertet werden, um herauszufinden, wo Gartenschläfer im Landkreis vorkommen und wie sich ihre Lebensräume gezielt verbessern lassen.

Was bereits geschehen ist

Im vergangenen Jahr ließ der Landkreis durch den LPV DaDi insgesamt 120 spezielle Nistkästen, sogenannte Bilchkästen, in Erzhausen, Griesheim, Pfungstadt, Mühltal, Seeheim-Jugenheim und Alsbach-Hähnlein aufhängen – in Parks, auf Friedhöfen sowie in öffentlichen und privaten Gärten. Bis April führte der LPV DaDi dafür Ortstermine und Abstimmungen mit den Eigentümern aller relevanten Standorte durch. Seither wurde außerdem das Netzwerk aus Ehrenamtlichen und kommunalen Akteuren weiter gefestigt und ausgebaut.

Die Kästen hängen gezielt in der Nähe von Zufallsfunden des Gartenschläfers in Vogelnistkästen. So soll die natürliche Ausbreitung der Art aus dem Nordwesten in den Landkreis begleitet und unterstützt werden. Gartenschläfer könnten weiterhin auch Vogelnistkästen nutzen. Das erweiterte Angebot an Kästen entspannt zudem die Konkurrenz zwischen den verschiedenen Bewohnern solcher Kleinsthöhlen.

Gefährdete Art im Landkreis

Der nachtaktive Gartenschläfer zählt zu den stark gefährdeten Nagetieren Deutschlands. Sein Verbreitungsgebiet hat sich innerhalb der vergangenen 30 Jahre nahezu halbiert. Zugleich trägt Deutschland eine besondere Verantwortung: Schätzungen zufolge lebt hier ein Anteil von 10 bis 30 Prozent der weltweiten Population. Auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg galt die Art lange als verschwunden, in den vergangenen Jahren gab es jedoch wieder Zufallsfunde.

Die Begleitung der Ausbreitung liefert zudem eine Datengrundlage, die etwa in Bauleitplanverfahren genutzt werden kann. So ist bereits früh im Planungsprozess bekannt, ob Artenschutzmaßnahmen notwendig werden.

„Wir wollen nicht nur wissen, wo der Gartenschläfer vorkommt, sondern auch, was er braucht, um bei uns dauerhaft heimisch zu bleiben. Mit den neuen Daten können wir Schutzmaßnahmen gezielter planen und geeignete Lebensräume erhalten und verbessern“, sagt Vize-Landrat und Umweltdezernent Lutz Köhler.

Das Projekt wird von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises gemeinsam mit dem LPV DaDi umgesetzt und aus Naturschutzmitteln des Landes Hessen gefördert.

Die „Grüne Woche“ 2026

„Ich freue mich, dass ich die Grüne Woche in diesem Jahr schon zum fünften Mal durchführen darf. Dabei lerne ich interessante Betriebe und Projekte kennen und nehme zugleich die Wünsche und Anliegen mit Blick auf die Kreisverwaltung mit“, sagt Lutz Köhler. Der Ortstermin in Erzhausen ist eine von elf Stationen seiner diesjährigen „Grünen Woche“. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins und des LPV DaDi informierte er sich am 16. September über das Artenschutzprojekt. Zuvor hatte er am 9. September das Weingut Lohmühle in Groß-Umstadt besucht. Am 17. September folgte der Geflügelhof Strauß in Reinheim-Georgenhausen, am 21. September der Betrieb Wicht-Langhammer in Griesheim sowie der Hof Bauer Lipp in Weiterstadt. Am 24. September stehen das Tierheim und der Tierschutzverein Darmstadt und Umgebung sowie das Weingut Edling in Roßdorf auf dem Programm, am 29. September die Metzgerei Feldmann in Pfungstadt und am 30. September die Straußenfarm Tannenhof in Schaafheim. Am 1. Oktober folgen zum Abschluss die Forstbetriebsgemeinschaft Wald- und Holzkontor in Groß-Umstadt sowie der landwirtschaftliche Betrieb Mauß in Groß-Umstadt-Semd.

mm


Vize-Landrat Lutz Köhler (rechts) begutachtet gemeinsam mit dem 1. Vorsitzenden des Landschaftspflegeverbands, Markus Hennemann (links), und dem stellvertretenden Geschäftsführer des LPV, Marius Hüther (Mitte), einen Nistkasten auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Erzhausen.