Pressemitteilungen
„Sepsis kann jeden treffen – das habe ich am eigenen Leib erfahren“
Darmstadt-Dieburg / Groß-Umstadt. Björn Püschel überlebte eine Sepsis. Zum Welt-Sepsis-Tag am 13. September berichtet der heute 49-Jährige offen über seinen Kampf zurück ins Leben – und davon, warum Warnzeichen einer Sepsis bekannter werden müssen.
Sepsis war für die Familie von Björn Püschel schon vor seiner eigenen Erkrankung keine unbekannte Erkrankung: Seine Tochter, damals 15 Jahre alt, hatte bereits eine Sepsis überstanden. Im Frühsommer 2023 traf es dann ihn selbst. Mit hohem Fieber und völlig durchgeschwitzt wurde der 49-Jährige in die Kreisklinik Groß-Umstadt eingeliefert. Die Diagnose der Ärzte: Sepsis. Es war unklar, ob er überleben würde. Seine Nieren haben die Arbeit komplett aufgegeben. Sieben Tage lang lag Püschel im künstlichen Koma.
„An das Koma selbst habe ich so gut wie keine Erinnerung“, erzählt Püschel. Nur an ein einziges Gespräch glaubt er sich noch dunkel erinnern zu können – ob es tatsächlich stattgefunden hat, weiß er bis heute nicht sicher. Für seine Familie war die Zeit dagegen sehr real und sehr belastend: Seine Frau führte während des Komas ein Tagebuch und hielt darin fest, was geschah, während er selbst nichts davon mitbekam.
Wie stark sein Körper unter der Sepsis litt, zeigen auch die Zahlen: Bei der Einlieferung wog Püschel 63 Kilogramm, durch massive Wassereinlagerungen stieg sein Gewicht in der Folge auf rund 80 Kilogramm. Nach dem Erwachen aus dem Koma verbrachte er noch rund vier Wochen im Krankenhaus. Anschließend wechselte er in die Reha, wo er Schritt für Schritt wieder Muskulatur und Kraft aufbauen musste.
Dankbar für die Behandlung in Groß-Umstadt
Trotz der schweren Erkrankung blickt Björn Püschel auch mit Dankbarkeit auf seine Behandlung zurück. Besonders die Zeit auf der Intensivstation der Kreisklinik Groß-Umstadt hat ihn beeindruckt: „Ich hatte ein Einzelzimmer und wirklich sehr gute Bedingungen. Da lasse ich nichts drauf kommen“. Ausdrücklich lobt er das Team, das ihn betreut hat: „Die Mitarbeitenden dort haben einen tollen Job gemacht.“
Auch mehr als drei Jahre nach seiner Erkrankung spürt Püschel noch immer die Folgen. „Aktuell schaffe ich etwa eine Viertelstunde Schwimmen, vorher waren es rund 30 Minuten. Die Kraft ist einfach noch nicht ganz da“, berichtet er. Dennoch überwiegt der positive Blick nach vorn: „Es wird stetig besser, auch wenn es noch das eine oder andere zu tun gibt.“
„Die Geschichte von Björn Püschel zeigt eindrücklich, dass Sepsis jeden treffen kann. Deshalb ist es so wichtig, Warnzeichen zu kennen und bei einer schnellen Verschlechterung nicht zu zögern. Gleichzeitig investieren unsere Kreiskliniken gezielt in Früherkennung und Behandlungsqualität, damit Patientinnen und Patienten im Ernstfall schnell die bestmögliche Versorgung erhalten“, sagt Gesundheitsdezernentin Christel Sprößler.
Bei Sepsis zählt jede Stunde
Mit seiner Offenheit möchte Björn Püschel dazu beitragen, dass Sepsis stärker ins öffentliche Bewusstsein rückt – ein Anliegen, das am Welt-Sepsis-Tag im Mittelpunkt steht. Jedes Jahr am 13. September macht der Aktionstag auf eine Krankheit aufmerksam, die noch immer viele unterschätzen: die Sepsis, umgangssprachlich häufig „Blutvergiftung“ genannt. Dabei gerät die Reaktion des Körpers auf eine Infektion außer Kontrolle und beginnt, eigenes Gewebe und eigene Organe zu schädigen. Eine Sepsis ist ein medizinischer Notfall und kann innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden.
Je früher eine Sepsis erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Überlebens- und Genesungschancen. Warnzeichen können ein ungewöhnlich schweres Krankheitsgefühl, Verwirrtheit, Atemnot, extreme Schmerzen, kalte oder marmorierte Haut sowie eine ungewöhnlich hohe oder niedrige Körpertemperatur sein. Eine Sepsis kann also auch ohne Fieber auftreten. Bei einer plötzlichen starken Verschlechterung sollte deshalb schnell medizinische Hilfe gesucht werden. Bei konkretem Verdacht auf einen lebensbedrohlichen Notfall gilt: 112 wählen.
mm


