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Premiere des Films „Umstellung auf Bio: ein Prozess“

Wie wird man eigentlich Bio-Landwirt?

08.10.2020

Norman Jaensch (Mitte) bei den Dreharbeiten, Foto: ©Heinz Gengenbach, agriservices.de

Darmstadt-Dieburg – Bio-Lebensmittel liegen voll im Trend. Nicht nur auf den Wochenmärkten, auch im Supermarkt und in den Discountern sind sie immer häufiger zu finden. Allein im letzten Jahr gaben die deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher knapp 10 Prozent mehr für Bio-Lebensmittel und -Getränke aus. Um dieses Wachstum bedienen zu können, braucht es jedoch mehr Betriebe, die auf ökologischen Landbau umstellen.

Wie Thomas Schaffer, sein Geschäftspartner Norman Jaensch und ihre Familien auf dem Birkenhof, Klein-Zimmern den Umstellungsprozess gestaltet haben, ist in dem achtminütigen Videobeitrag „Umstellung auf Bio: ein Prozess“ der Reihe „Schritte für mehr Bio“ zu sehen. Dieser jüngste Filmbeitrag der Ökolandbaumodellregion Süd feiert am 19. Oktober um 20.15 Uhr im Vorprogramm des Dokumentarfilms „Unser Boden, unser Erbe“ im Darmstädter Programmkino Rex seine Premiere. Danach wird der Film, wie alle weiteren der Videoreihe auf dem YouTube Kanal der Ökomodellregion Süd zu sehen sein.  


Umstellung ist ein langer Prozess

Am Beispiel des Bio-Bauernhofs Birkenhof in Klein-Zimmern im Landkreis Darmstadt-Dieburg wird der Umstellungsprozess auf einem bäuerlichen Familienbetrieb dargestellt. Schon länger beschäftigte sich Betriebsleiter Thomas Schaffer gemeinsam mit seinem Kooperationspartner Norman Jaensch mit dem Gedanken an eine Umstellung. Viele Gespräche mit Berufskollegen, wie z. B. Felix von Löwenstein vom Hofgut Habitzheim und der Besuch von Praxisbetrieben, ließen langsam den Entschluss für eine Umstellung reifen. Schließlich entschieden sich die beiden GBR-Partner, unterstützt vom Naturland Fachberater Martin Trieschmann, dem damaligen Fachberater des Öko Teams des Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Heinz Gengenbach, und der zuständigen Stelle für die Förderung beim LaDaDi für eine „schrittweise“ Umstellung. Das bedeutet, während der ersten etwa sechs Jahre existierten zwei Betriebe, der konventionelle und der neue Ökobetrieb. Jährlich kamen mehr Ökoflächen dazu bis hin zur kompletten Betriebsumstellung.

Der Birkenhof hat sich zu einem breit aufgestellten „gemischten Betrieb“ entwickelt: mit Hühnerhaltung und dem Anbau verschiedener Feldfrüchte (Mais, Getreide) sowie speziellen Sonderkulturen wie Erdbeeren und Grünspargel sowie Direktvermarktung über den eigenen Hofladen, Wiederverkäufer und Großhandel.


Kontakt Birkenhof:

Hofladen Schaffer/ Jaensch GbR Marktstrasse 100,

64846 Klein Zimmern

Telefon: 06071 48092

kontakt@birkenhof-hofladen.de        

www.birkenhof-hofladen.de

 

Kontakt Ökolandbau Modellregion Süd:

Robert von Klitzing

Telefon: 06151 881-1573

r.vonklitzing@ladadi.de

https://www.oekomodellregionen-hessen.de/region/sued

 

Hintergrundinformationen: Umstellung auf Ökolandbau

Bio-Landwirt wird man nicht von heute auf morgen. Vor dem Beginn des Umstellungsprozesses braucht es viel Zeit, Mut und Kraft von Seiten des Landwirts, seine Familie oder aber auch die Mitarbeitenden vom ökologischen Landbau zu überzeugen. Erst danach fängt die eigentliche Arbeit an: mit Hilfe privater, staatlicher oder verbandszugehöriger Berater wird ein neues Konzept erarbeitet, auf dem der zwei- bis dreijährige Umstellungsprozess aufbaut. Die Einhaltung der neuen Öko-Vorgaben wird sowohl während als auch nach der Umstellung durch externe Kontrollstellen sichergestellt.

Ökolandbau bedeutet nicht einfach, den mineralischen Dünger und die chemischen Spritzmittel wegzulassen, sondern eine vollständige Veränderung des Betriebs hin auf ein biologisches System. Sowohl persönliche Faktoren als auch die Abstimmung und Einigkeit in der Familie für dieses Ziel sind zu berücksichtigen. Dazu kommen wirtschaftliche Faktoren wie Personalkosten, Betriebsmittel und Vermarktungsoptionen. Das notwendige Know-how der ökologischen Anbauweise wie z.B. biologischer Pflanzenschutz, Unkrautregulierung und geeignete Sortenauswahl und Fruchtfolge werden mit Hilfe ausgebildeter Berater erworben.

Interessierte Landwirte und Gärtner können sich beispielsweise an folgende Ansprechpartner wenden:

 

Umstellungsberatung Land Hessen:

Sandra Höbel, Beratungsteam Ökologischer Landbau
Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH)
Telefon: 06155/7980023

Ökoverbände in Hessen:
Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen (VÖL)
Bioland, Demeter, Naturland, Biokreis und Gäa
https://www.voel-hessen.de/

ladadi

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