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Eine Erfolgsgeschichte

25 Jahre Zweckverband Abfall- und Wertstoffeinsammlung

23.02.2018

Darmstadt-Dieburg – Der Zweckverband Abfall- und Wertstoffeinsammlung (ZAW) des Landkreises Darmstadt-Dieburg konnte Ende des vergangenen Jahres auf sein 25-jähriges Jubiläum zurückblicken.

Im November 1992 hat sich der ZAW mit dem Ziel gegründet, die Einsammlung von Abfällen und Wertstoffen kreisweit zu vereinheitlichen, damit möglichst viele Abfälle einer Verwertung zugeführt werden. Bis dahin hatte fast jede Kreiskommune die Abfalleinsammlung mit unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Abfallsatzungen wie beispielsweise Abfuhrrhythmen, Gefäßgrößen und Gebühren selbst organisiert. Insgesamt gab es 99 Einsammlungsverträge in den Städten und Gemeinden des Landkreises.

Das war wenig effektiv, Anreize zur Abfallvermeidung und Abfalltrennung und dadurch geringere Müllgebühren waren nicht vorhanden. Die Gebühren waren für jeden Haushalt in einer Kommune gleich, egal ob die Restmülltonne voll oder halb leer war. Die Restmülltonnen wurden zehn- oder 14-tägig geleert, Bio- und Altpapiertonnen gab es teilweise noch nicht. Das Unverständnis in der Bevölkerung wuchs. Es wurden Fragen gestellt, wie „Ich sortiere meinen Müll sorgfältig, meine Restmülltonne ist nur zur Hälfte gefüllt. Warum muss ich die gleiche Gebühr zahlen wie jemand, der zu jeder Restmüllabfuhr die Tonne randvoll an den Straßenrand stellt?“

Daraus ist die Idee entstanden einen Zweckverband zu gründen, der die Müll- und Abfallentsorgung kreisweit übernimmt. Den Start markierte die Unterzeichnung des Vertrags am 27. November 1992 mit anfangs 19 Städten und Gemeinden sowie dem Landkreis. Später kamen noch vier Kommunen dazu. Mit der Gründung des ZAW wurde ein einheitliches Hol- und Bringsystem sowie die Bio- und Altpapiertonne eingeführt. In der Regie des Da-Di-Werkes sind fünf dezentrale Kompostierungsanlagen in Betrieb gegangen. Zudem gibt es seit 1997 ein einheitliches Gebührensystem, das dem Verursacherprinzip Rechnung trägt. Der Bürger hat die Möglichkeit durch aktives Trennen und der Vermeidung von Abfällen, die Gebührenhöhe selbst zu bestimmen. Bürger können wählen, wann  sie die Restmülltonne leeren lassen. 26 Termine werden hierzu im Jahr angeboten. In der Grundgebühr sind 12 Leerungen enthalten.

Die Abfallwirtschafts- und Gebührenstruktur wurde von Beginn an gut von der Bevölkerung angenommen. In den vergangenen 25 Jahren konnte die Restmüllmenge pro Einwohner von 230 Kilogramm pro Jahr auf 71 Kilogramm reduziert werden. Die Kosten von damals 58 Millionen DM konnten auf 21 Millionen Euro gesenkt werden. Die Abfallgebühren sind seit 2004 stabil. Zum Vergleich: Ein Vier-Personen-Haushalt zahlte für eine 50 Liter Restmülltonne vor der Gründung des ZAW 330 DM pro Jahr an Gebühren, heute sind es 96 Euro Grundgebühr im Jahr. Das entspricht 12 Leerungen der Restmülltonne. 85 Prozent der Nutzer von 50 Liter Tonnen kommen damit klar.

„Die Gründung des ZAW ist durch und durch eine Erfolgsgeschichte. Viel wichtiger als die Senkung der Kosten und Gebühren ist die Reduzierung des Abfalls. Mit der Gründung wurde ein Bewusstsein der Abfalltrennung bei den Bürgern geschaffen, das bis heute anhält. Die Bürger im Landkreis Darmstadt-Dieburg sind seit Jahren Hessenmeister in der Mülltrennung, in keinem anderen hessischen Landkreis fällt so wenig Restmüll an wie im Landkreis“, freut sich der Erste Kreisbeigeordnete und Vorstandsvorsitzende des ZAW, Christel Fleischmann, der an der Gründung des Zweckverbands, als damaliger Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag, bereits mitgewirkt hat.

as

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