Kicken gegen Corona - Im Gespräch mit Ellen Lewis

©Ellen Lewis

Fußballtrainerin aus Eberstadt

Ellen Lewis trainiert schon seit über vier Jahren in Eberstadt eine Fußballmannschaft. Dabei konnte auch die Pandemie ihr Engagement nicht stoppen. Im Gespräch mit Dr. Zeljko Crncic vom Büro für Migration und Inklusion des Landkreises Darmstadt-Dieburg erzählt sie über die letzten Monate, über Trainieren auf Abstand und ihre Wünsche für die Zukunft.  

„Im Moment trainiere ich die Kinder aus der Entfernung“, erklärt sie. Das ist der Pandemie und den Regeln geschuldet, die ein Training zumindest eins zu eins mit Abstand erlauben. Da die Trainerin während der Pandemie nicht gänzlich auf die sportlichen Aktivitäten ihrer Mannschaft verzichten wollte, wird beim Training das gesamte Fußballfeld in Zweierteams genutzt. Zwischen den Zweierteams bleiben etwa 40 Meter Abstand, um eine Ansteckung zu vermeiden.
„Trotz des Abstands finde ich gut, dass die Kinder in den Zweierteams auch Körperkontakt haben, was Zuhause nicht immer gegeben ist. Auch rufen sie sich über die Entfernung etwas zu oder feuern sich gegenseitig an.  Grundsätzlich glaube ich, dass auf diese Weise unser Mannschaftszusammenhalt gewährleistet werden kann.“

Ellen Lewis beobachtet auch, dass die Eltern sich über das Training freuen. „Denn, die Mannschaft trifft sich auch bei Regen und Eis und spielt am Wochenende sowie unter der Woche einmal“, erklärt sie.
Besonders schwierig gestalten sich die Einschränkungen des Alltags für Kinder mit Beeinträchtigung. Im Eberstädter Fußballverein gibt es Kinder mit kognitiven, mit körperlichen und mit emotionalen Beeinträchtigungen.
„Besonders schwierig war das während des ersten Lockdowns. Da konnte sich jedes Kind ein anderes Kind aussuchen, mit dem es Zeit verbracht hat. Die Kinder mit Einschränkung gingen dabei leer aus und trafen sich dann mit niemandem.“

Auch die sozialen Kontakte haben unter den Maßnahmen gelitten, denn viele Kinder verbringen auch vor und nach dem Sport Zeit zusammen. Hatte ein Kind kein anderes Kind als Kontakt, fiel auch das Zusammensein rund ums Training weg.

Für die Zukunft wünscht sich die ehrenamtliche Fußballtrainerin, die auch für die Modellregion Vielfältige innovative inklusive Angebote im Sport (V i i A S) tätig ist:
„Ich wünsche mir, das der Sport eine größere Anerkennung bekommt, vor allem als seelischer  Halt für viele Kinder.“ Und zum Abschluss fügt sie an:“ Ich freue mich natürlich, dass ich mit meiner Mannschaft bald wieder durchstarten kann!“
 
Auch andere Sportangebote für Menschen mit Behinderung sind von der Pandemie betroffen. Mehr dazu im Interview mit Christa Kreis vom TV 1878 Groß-Umstadt und städtischer Behindertenbeauftragten aus Groß-Umstadt unter: https://viias.de/interviews_rund_um_die_modellregion

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