Netzwerk Gewaltschutz

Prävention und Schutz gegen häusliche und sexualisierte Gewalt an Frauen, Mädchen und Jungen in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg 
Das Netzwerk Gewaltschutz feierte im Jahre 2018 sein 20 jähriges Jubiläum.

Das Netzwerk bündelt, strukturiert und verankert die professionellen kommunalen Hilfesysteme gegen häusliche und sexualisierte Gewalt in der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg. Vertreterinnen und Vertreter aus den unterschiedlichsten Institutionen verfolgen gemeinsame Ziele in den Bereichen Prävention, Intervention, Vernetzung, Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Organisationen des Netzwerkes mit Profilen Auftraggebende des Netzwerkes sind Barbara Akdeniz, Sozial- und Frauendezernentin der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Klaus Peter Schellhaas - Landrat des Landkreises Darmstadt-Dieburg sowie Bernhard Lammel - Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Südhessen.
Die Steuerung und Koordination der Netzwerkaktivitäten obliegt der Geschäftsführung. Diese besteht aus der Leiterin des Büros für Chancengleichheit im Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Leiterin des Frauenbüros der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Organigramm

 

Die Istanbul Konvention

Das Netzwerk Gewaltschutz hat im Jahr 2019 im Rahmen eines breiten Beteiligungsprozesses von Expertinnen und Experten eine Bestands- und Bedarfsanalyse des vor Ort vorhandenen Unterstützungsangebotes im Sinne des „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (auch: „Istanbul-Konvention“) vorgenommen.
Die zentralen Ergebnisse des lokalen Beteiligungsprozesses wurden auf der jährlich tagenden „Konferenz der Runden Tische“ der Landeskoordinierungsstelle für Häusliche Gewalt vorgestellt.
Eine Präsentation dazu haben wir hier für Sie bereitgestellt.
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg gibt es bereits ein breit gefächertes allgemeines und spezialisiertes Hilfs- und Unterstützungssystem im Sinne der Konvention. So sind beispielsweise zentrale Forderungen der Konvention lokal bereits vorhanden, wie z.B. die medizinische Spurensicherung bei Vergewaltigung, ein geschlechtersensibles Aufnahmeverfahren von Geflüchteten sowie geeignete Mechanismen für die Zusammenarbeit aller zugehörenden Stellen.
Dennoch gilt es, in Zukunft insbesondere noch mehr im Bereich der Gewaltprävention und der weiteren Schließung von Schutzlücken tätig zu werden, um sicherzustellen, dass alle Zielgruppen im Hilfesystem Unterstützung finden.

Die  Bundesregierung hat insgesamt 35 Millionen für die Erweiterung der Kapazitäten und den barrierefreien Zugang der Frauenhäuser in Aussicht gestellt. Auch für Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg sollen Mittel abgerufen werden.

Hintergrund:

Am 1. Februar 2018 ist die Istanbul-Konvention in Deutschland in Kraft getreten. Die Konvention ist damit geltendes Recht. Die Istanbul-Konvention ist das „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“. Das Übereinkommen ist das erste völkerrechtlich verbindliche Instrument im europäischen Raum zum Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen.
Staaten, die die Konvention ratifiziert haben, verpflichten sich, dass alle staatlichen Organe, darunter Gesetzgeber, Gerichte und Strafverfolgungsbehörden, die sich aus der Konvention ergebenden Verpflichtungen umsetzen müssen.

Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte sagen "Nein zu Gewalt"

Bundesweites Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

365 Tage im Jahr, rund um die Uhr erreichbar: Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist das erste bundesweite Beratungsangebot für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung können sich Betroffene, aber auch Angehörige, Freunde sowie Fachkräfte anonym und kostenfrei beraten lassen. Qualifizierte Beraterinnen stehen den Anrufenden vertraulich zur Seite und vermitteln sie auf Wunsch an Unterstützungsangebote vor Ort. Bei Bedarf werden Dolmetscherinnen in 15 Sprachen  zum Gespräch hinzugeschaltet. Nähere Informationen unter http://www.hilfetelefon.de

Broschüre "Gewalt gegen Frauen und Mädchen"

Gewalt gegen Frauen und Mädchen – Schutz in Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Diebur
Informationen, Adressen, Telefonnummern in Leichter Sprache
Was ist Gewalt, was sind die Folgen von Gewalt, wer hilft bei Gewalt, das Gewaltschutzgesetz, wie helfen Frauenberatungsstelle und Frauenhaus, wichtige Adressen. Die Broschüre erklärt in Leichter Sprache alles rund um das Thema. Sie kann kostenlos beim Büro für Chancengleichheit angefordert werden.

Deckblatt Broschüre Gewalt - leichte Sprache

Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung

Überlassen Sie das Schweigen uns.

Jede Vergewaltigung ist ein medizinischer Notfall. Im Krankenhaus erhalten Sie Hilfe. Vertraulich.Frauen und Mädchen, in seltenen Fällen auch Männer, bleiben nach einer Vergewaltigung häufig medizinisch unversorgt, auch weil sie befürchten, dass eine andere Person über ihren Kopf hinweg eine Anzeige erstattet. Bislang war zudem eine rechtssichere Beweismitteldokumentation nur möglich, sofern die Betroffene Anzeige erstattet hatte.

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Landkreis Darmstadt-Dieburg schaffen ab November mit dem Projekt „Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung ohne polizeiliche Anzeige“ im Rahmen des „Netzwerkes Gewaltschutz - Prävention und Schutz gegen häusliche und sexualisierte Gewalt an Frauen, Mädchen und Jungen“ eine wichtige Einrichtung für Menschen, denen sexualisierte Gewalt widerfahren ist.

Damit können Spuren einer Vergewaltigung nun auch ohne polizeiliche Anzeige zeitnah gerichtsfest gesichert werden, um eine eventuelle spätere Anzeige und Verurteilung zu ermöglichen, und die Opfer werden umfassend medizinisch  versorgt.

Im November startet die Pro Familia e.V. als Projektträger in Kooperation mit dem Klinikum Darmstadt ein Angebot „Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung ohne polizeiliche Anzeige“. Das Angebot ist übergreifend mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg gestaltet und somit zugänglich für Vergewaltigungsopfer aus Stadt und Landkreis. Die betroffenen  Frauen aus Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg werden im Klinikum Darmstadt versorgt.
Neben der medizinischen Erstversorgung  werden die Beweismittel rechtssicher dokumentiert und nach Frankfurt zum Rechtsmedizinischen Institut gesendet, wo sie ein Jahr lang aufbewahrt werden. Weitere Informationen rund um das Projekt gibt diese Information

Wegweiser Eilanträge nach dem Gewaltschutzgesetz

Wegweiser 

Das Gewaltschutzgesetz bietet zivilrechtliche Möglichkeiten zum Schutz vor körperlicher Gewalt, Bedrohung und Verfolgung (Stalking) durch aktuelle oder frühere Ehe- und Beziehungspartner oder Partnerinnen, Bekannte und fremde Personen.
Ein Wegweiser "Eilanträge nach dem Gewaltschutzgesetz"  für den Zuständigkeitsbereich der Familiengerichte in Darmstadt und Dieburg, mit Informationen und Adressen rund um diesen Themenbereich steht als PDF-Datei zum Download bereit und kann beim Büro für Chancengleichheit bestellt werden.

Gewaltprävention und Gewaltschutz

Deckblatt Broschüre Hilfe für Frauen, Kinder und Familien

"Zuhause“, die eigene Wohnung, das ist der Ort von persönlicher Nähe und Intimität, dort erwarten wir Schutz, Sicherheit und Geborgenheit. Doch ausgerechnet dort sind Frauen, Mädchen und Jungen am häufigsten sexualisierter Gewalt und gewaltsamen Übergriffen auf Körper und Seele ausgesetzt.

Neu erschienen

Weitere Informationen, Adressen und Ansprechpersonen finden Sie in der soeben neu erschienenen Broschüre "Hilfe für Frauen, Kinder und Familien nach Gewalttaten", die Sie auch im Büro für Chancengleichheit  bestellen können. Die Broschüre ist in der fünften Auflage im Juni 2013 erschienen und erstmals mehrsprachig.

Hinsehen – Helfen – Hilfe holen


Das bedeutet die Anzeichen von Misshandlungen  nicht zu „übersehen“, Anteilnahme zu zeigen ohne sich unaufgefordert einzumischen, Unterstützung anzubieten, den Opfern beispielweise Adressen von Frauenhäusern, Beratungsstellen, Hilfsdiensten zu  nennen - zu helfen ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Auch als unterstützende Person können Sie sich an Fachberatungsstellen wenden, um sich über das eigene weitere Vorgehen beraten zu lassen.
Wenn Sie jedoch direkt Zeuge oder Zeugin von Gewalt werden, etwa weil Sie Schmerzensschreie  hören – rufen Sie die Polizei. Sie können das, was sie gesehen oder gehört haben, als Zeugin oder Zeuge zu Protokoll geben.

"Richtig helfen bei häuslicher Gewalt"

Handlungsleitfaden für den Erstkontakt mit betroffenen Frauen

Die Beratung und Betreuung von Frauen, Kindern und Angehörigen von Betroffenen häuslicher Gewalt sollte grundsätzlich von dafür ausgebildeten Fachkräften vorgenommen werden. Trotzdem kommen viele Menschen aus anderen Berufsfeldern und Privatpersonen mit diesem Personenkreis in Kontakt.

Der von der Fachberatungsstelle des Vereins "Frauen helfen Frauen" in Dieburg entwickelte Handlungsleitfaden für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gibt wertvolle Hinweise für den richtigen Umgang mit hilfesuchenden oder traumatisierten Menschen. Der Leitfaden ist hervorgegangen aus einer Fortbildungsreihe für kommunale Frauenbeauftragte, die häufig den Erstkontakt mit betroffenen Frauen und Familien bewältigen müssen. Er ist in seiner dritten überarbeiteten Auflage im August 2013 erschienen.

Den Handlungsleitfaden können Sie im Büro für Chancengleichheit bestellen. Er steht auch als PDF-Datei zur Verfügung.

Sie sind nicht allein, lassen Sie sich helfen und unterstützen!

Geschlechtsspezifische Gewalt basiert auf einem sozialen Machtgefälle und einer gesellschaftlichen Rollenzuweisung. Das Gewaltschutzgesetz des Bundes (Gesetz zur Verbesserung des zivilgerichtlichen Schutzes bei Gewalttaten und Nachstellungen sowie zur Erleichterung der Überlassung der Ehewohnung bei Trennung) ist am 01. Januar 2002 in Kraft getreten. Den Gesetzestext können Sie im Internet herunterladen.

Das Gewaltschutzgesetz regelt:

  • Die Wegweisung des Täters aus der gemeinsamen Wohnung
  • Die Wohnungsüberlassung für Betroffene mit ihren Kindern
  • Die Möglichkeit von Schutzanordnungen und Eilschutzanordnungen (einstweilige Verfügung) die dem Täter ein Betretungsverbot, ein Näherungsverbot und/oder ein Kontaktverbot auferlegen können.

Der Hessische Präventionsrat arbeitet an der Umsetzung eines Landesaktionsplanes, damit das Bundesgesetz erfolgreich und koordiniert in Hessen umgesetzt werden kann.

Leitlinien für die institutionelle Kooperation

Leitlinien für die institutionelle Kooperation bei der Vermutung von sexualisierter Gewalt an Mädchen und Jungen - vom Februar 2011
Schutz und Hilfe für Opfer von sexualisierter und/ oder häuslicher Gewalt zu gewähren und auch die Täter nicht aus dem Blick zu verlieren, gehört zu den anspruchsvollen Aufgaben, denen sich die regionalen Fachberatungsstellen des Deutschen Kinderschutzbundes Darmstadt e.V., Wildwasser Darmstadt e.V., Frauen helfen Frauen e.V. Beratungsstelle des Frauenhauses Dieburg, Frauen-Räume Fachberatungsstelle des Frauenhauses Darmstadt, Pro Familia Darmstadt sowie der Städtische Sozialdienst der Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Abteilung Jugendhilfe des Landkreises Darmstadt-Dieburg gegenüber sehen.
Die nun erarbeiteten und veröffentlichten Leitlinien haben wir als hier für Sie bereitgestellt.

Veröffentlichungen zum Thema Gewaltschutz