25. November: Internationaler Tag "Nein zu Gewalt an Frauen"

Fahne "Frei Leben"

Gewalt gegen Frauen ist eine Menschenrechtsverletzung!

1981 wurde der 25. November als Gedenktag gegen Gewalt an Frauen ausgerufen und 1999 von den Vereinten Nationen als Internationaler Gedenktag anerkannt. Die Flagge "frei leben - ohne gewalt" wird in über 800 Städten und Gemeinden bundesweit gezeigt. Auch der Landkreis Darmstadt-Dieburg, die Wissenschaftsstadt Darmstadt und viele Kommunen im Landkreis beteiligen sich in diesem Jahr wieder an der Fahnenaktion. TERRE DES FEMMES verleiht zum Internationalen Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ am 25. November 2014 zum ersten Mal den „Zornigen Kaktus“ für besonders sexistische Werbung. Die Kriterien für die Werbung sind:• Frauen und Mädchen werden abwertend dargestellt• Frauen und Mädchen werden als (allzeit verfügbare) Sex-Objekte inszeniert• zwischen Produkt und Model besteht kein nachvollziehbarer Zusammenhang• in der Werbung wird Gewalt gegen Frauen oder Mädchen verherrlicht oder heruntergespieltEine Jury wählte aus den eingereichten Vorschlägen drei Favoriten aus, die ab dem 1. November auf der TDF-Homepage und bei Facebook zur Abstimmung bereitstanden. Der Gewinner des "zornigen Kaktus"  2014 wurde nun ermittelt. Zu den Gewinnern

Daten - Zahlen - Fakten

Anlässlich des 25. Novembers stellt das Netzwerk Gewaltschutz alljährlich die neuesten Fakten zum Thema Gewalt, Informationen und Veranstaltungshinweise dazu für Sie zusammen.  Aktuelle Ausgabe für das Jahr 2014

Frauenbeauftragte zeigen Fahne

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, dem 25. November, bekräftigen die Frauenbeauftragte des Landkreis Darmstadt-Dieburg und das Büro für Chancengleichheit der Kreisverwaltung, dass häusliche und sexualisierte Gewalt in den Städten und Gemeinden des Landkreises nicht toleriert wird. Dass sie dennoch existiert, zeigt die Polizeikriminalstatistik: Für 2013 sind 283 Delikte für häusliche Gewalt im Landkreis Darmstadt-Dieburg gemeldet. In Deutschland erlebt jede siebte Frau schwere sexualisierte Gewalt. Nur ein Bruchteil der Taten wird angezeigt. Die wenigsten Täter werden verurteilt. Eine Forderung des Bundesverbands der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe ist die Reformierung des Paragraphen 177 StGB zur Strafbarkeit von sexueller Nötigung und Vergewaltigung, denn hier bestünden Schutzlücken. Jede sexuelle Handlung ohne Einverständnis der Betroffenen müsse strafbar sein und das Verhalten des Täters bei Gericht im Vordergrund stehen.
„Unser besonderes Anliegen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ist, das Thema Gewalt auch durch Öffentlichkeitsarbeit aus der Tabuzone zu holen. Die Diskussion um Pick-Up Seminare und die darin gezeigte frauenverachtende Haltung und Aufforderung zu sexuellen Übergriffen zeigt, wie aktuell das Thema ist“, erläutert Monika Abendschein, Leiterin des Büros für Chancengleichheit des Landkreises.
Mit dem Hissen von bundesweit über 6.000 der Fahnen vor Verwaltungsgebäuden „frei leben – ohne Gewalt“ am 25. November wird ein weithin sichtbares Zeichen gegen tägliche Gewalt an Mädchen und Frauen gesetzt – im ganzen Landkreis und bundesweit.
Das Netzwerk Gewaltschutz, ein Zusammenschluss von Fachberatungsstellen und Polizei in Stadt und Landkreis bündelt, strukturiert und verankert die professionellen kommunalen Hilfesysteme vor Ort zugunsten der Opfer. Broschüren des Netzwerks mit Adressen von Beratungsstellen vor Ort oder einem Leitfaden für den Erstkontakt mit Betroffenen von häuslicher Gewalt gibt es bei den Frauenbeauftragten der Kommunen oder dem Büro für Chancengleichheit, Telefon 06151 / 881-1044, chancengleichheit@remove.this.ladadi.de
Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen mit der Nummer 08000 116 016 berät mehrsprachig am Telefon und auch in „Sofort-Chats“ www.hilfetelefon.de

Netzwerk Gewaltschutz

Prävention und Schutz gegen häusliche und sexualisierte Gewalt an Frauen, Mädchen und Jungen in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg 

Das Netzwerk bündelt, strukturiert und verankert die professionellen kommunalen Hilfesysteme gegen häusliche und sexualisierte Gewalt in der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg. Vertreterinnen und Vertreter aus den unterschiedlichsten Institutionen verfolgen gemeinsame Ziele in den Bereichen Prävention, Intervention, Vernetzung, Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Organisationen des Netzwerkes mit Profilen

Auftraggebende des Netzwerkes sind Barbara Akdeniz, Sozial- und Frauendezernentin der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Klaus Peter Schellhaas - Landrat des Landkreises Darmstadt-Dieburg sowie Gosbert Dölger - Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Südhessen.
Die Steuerung und Koordination der Netzwerkaktivitäten obliegt der Geschäftsführung. Diese besteht aus der Leiterin des Büros für Chancengleichheit im Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Leiterin des Frauenbüros der Wissenschaftsstadt Darmstadt.  Organigramm 
In den verschiedenen Arbeitskreisen des Netzwerkes arbeiten mit:
Deutscher Kinderschutzbund Darmstadt e.V., Diakonisches Werk Da-Di, Täter-Opfer-Ausgleichvermittlungsstelle, Frauen helfen Frauen e.V. Dieburg, Frauenhaus Darmstadt, Frauen-Räume Fachberatungsstelle des Frauenhauses Darmstadt, Interkulturelles Büro und Jugendamt Darmstadt und Landkreis Darmstadt-Dieburg, Polizeipräsidium Südhessen, pro familia e.V., Sozial-pädagog. Kooperationsstelle Stadt Griesheim, Wildwasser Darmstadt e.V.

 

K.O. - Tropfen - Nein Danke!

Postkarte "Wie war dein Abend?"

Mediengestaltungsklassen der Peter-Behrens-Schule entwerfen Postkarten, die auf die Gefahren von  K.O.-Tropfen hinweisen

Immer wieder taucht die Vermutung auf, dass K.O. Tropfen in Getränke gemischt werden. Dies war der Anlass für das Büro für Chancengleichheit des Landkreises Darmstadt-Dieburg, dem Frauenbüro der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Staatlichen Schulamt  an die Schülerinnen und Schüler der Mediengestaltungsklassen der Peter-Behrens-Schule heranzutreten und um Entwürfe für Postkarten zu bitten. Zehn Karten wurden ausgewählt und diese wurden an den weiterführenden Schulen in Stadt und Landkreis verteilt.
Über das Ausmaß der Vorfälle wissen Expertinnen und Experten so viel, wie die Opfer über das, was sie erlebt haben: so gut wie nichts. Es gibt, laut dem  Bundesverband der Frauennotrufe, weder eine Statistik noch aktuelle Fallzahlen auf Bundesebene, geschweige denn eine Dunkelzifferstudie.Die heimliche Verabreichung von K.O.-Tropfen bedroht Frauen wie Männer. Die fehlenden Erinnerungen sind ein großes Problem, wenn ein Missbrauch oder eine Vergewaltigung von Frauen und Mädchen unter der Wirkung der K.O.-Tropfen stattfindet. Auch Männer und Jungs sind bedroht. Häufig kommt es auch zu Raubdelikten.
Die Opfer wachen an Orten auf, die sie nicht kennen oder wissen nicht, wie sie dorthin gelangt sind. Sie schämen sich, zur Polizei zu gehen, da sie selbst nicht genau wissen, was mit Ihnen passiert ist, zumal aufgrund des Blackouts oft unklar ist, was überhaupt angezeigt werden soll. Die Glaubwürdigkeit der Betroffenen wird in Frage gestellt, insbesondere wenn auch noch Alkohol konsumiert wurde.
Um auf das Thema aufmerksam zu machen und Schülerinnen und Schüler zu informieren, wurden nun die 10 ausgewählten Postkarten an den weiterführenden Schulen in Stadt und Landkreis verteilt.

Die Postkarten können als PDF-Datei oder Druckexemplar angefordert werden. Bestellungen werden unter chancengleichheit@remove.this.ladadi.de gerne entgegen genommen.

"Richtig helfen bei häuslicher Gewalt"

Deckblatt der Broschüre "Richtig helfen bei häuslicher Gewalt"

Neuauflage

Handlungsleitfaden für den Erstkontakt mit betroffenen Frauen

Die Beratung und Betreuung von Frauen, Kindern und Angehörigen von Betroffenen häuslicher Gewalt sollte grundsätzlich von dafür ausgebildeten Fachkräften vorgenommen werden. Trotzdem kommen viele Menschen aus anderen Berufsfeldern und Privatpersonen mit diesem Personenkreis in Kontakt.

Der von der Fachberatungsstelle des Vereins "Frauen helfen Frauen" in Dieburg entwickelte Handlungsleitfaden für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gibt wertvolle Hinweise für den richtigen Umgang mit hilfesuchenden oder traumatisierten Menschen. Der Leitfaden ist hervorgegangen aus einer Fortbildungsreihe für kommunale Frauenbeauftragte, die häufig den Erstkontakt mit betroffenen Frauen und Familien bewältigen müssen. Er ist in seiner dritten überarbeiteten Auflage im August 2013 erschienen.

Den Handlungsleitfaden können Sie im Büro für Chancengleichheit bestellen. Er steht auch als PDF-Datei zur Verfügung.

Wegweiser Eilantrag nach dem Gewaltschutzgesetz

Neu erschienen

Das Gewaltschutzgesetz bietet zivilrechtliche Möglichkeiten zum Schutz vor körperlicher Gewalt, Bedrohung und Verfolgung (Stalking) durch aktuelle oder frühere Ehe- und Beziehungspartner oder Partnerinnen, Bekannte und fremde Personen.
Ein Wegweiser "Eilantrag nach dem Gewaltschutzgesetz"  für den Zuständigskeitsbereich der Gerichte in Darmstadt und Dieburg, mit Informationen und Adressen rund um diesen Themenbereich ist soeben neu erschienen. Der Wegweiser steht als PDF-Datei zum Download bereit und kann ab sofort auch bei der Abteilung für Chancengleichheit bestellt werden.

Gewaltprävention und Gewaltschutz

Deckblatt Broschüre Hilfe für Frauen, Kinder und Familien

"Zuhause“, die eigene Wohnung, das ist der Ort von persönlicher Nähe und Intimität, dort erwarten wir Schutz, Sicherheit und Geborgenheit. Doch ausgerechnet dort sind Frauen, Mädchen und Jungen am häufigsten sexualisierter Gewalt und gewaltsamen Übergriffen auf Körper und Seele ausgesetzt.

Neu erschienen

Weitere Informationen, Adressen und Ansprechpersonen finden Sie in der soeben neu erschienenen Broschüre "Hilfe für Frauen, Kinder und Familien nach Gewalttaten", die sich auch in der Abteilung für Chancengleichheit  bestellen können. Die Broschüre ist in der fünften Auflage im Juni 2013 erschienen und erstmals mehrsprachig.

Hinsehen – Helfen – Hilfe holen


Das bedeutet die Anzeichen von Misshandlungen  nicht zu „übersehen“, Anteilnahme zu zeigen ohne sich unaufgefordert einzumischen, Unterstützung anzubieten, den Opfern beispielweise Adressen von Frauenhäusern, Beratungsstellen, Hilfsdiensten zu  nennen - zu helfen ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Auch als unterstützende Person können Sie sich an Fachberatungsstellen wenden, um sich über das eigene weitere Vorgehen beraten zu lassen.
Wenn Sie jedoch direkt Zeuge oder Zeugin von Gewalt werden, etwa weil Sie Schmerzensschreie  hören – rufen Sie die Polizei. Sie können das, was sie gesehen oder gehört haben, als Zeugin oder Zeuge zu Protokoll geben.

Sie sind nicht allein, lassen Sie sich helfen und unterstützen!

Geschlechtsspezifische Gewalt basiert auf einem sozialen Machtgefälle und einer gesellschaftlichen Rollenzuweisung. Das Gewaltschutzgesetz des Bundes (Gesetz zur Verbesserung des zivilgerichtlichen Schutzes bei Gewalttaten und Nachstellungen sowie zur Erleichterung der Überlassung der Ehewohnung bei Trennung) ist am 01. Januar 2002 in Kraft getreten. Den Gesetzestext können Sie im Internet herunterladen.

Das Gewaltschutzgesetz regelt:

  • Die Wegweisung des Täters aus der gemeinsamen Wohnung
  • Die Wohnungsüberlassung für Betroffene mit ihren Kindern
  • Die Möglichkeit von Schutzanordnungen und Eilschutzanordnungen (einstweilige Verfügung) die dem Täter ein Betretungsverbot, ein Näherungsverbot und/oder ein Kontaktverbot auferlegen können.

Der Hessische Präventionsrat arbeitet an der Umsetzung eines Landesaktionsplanes, damit das Bundesgesetz erfolgreich und koordiniert in Hessen umgesetzt werden kann.

Leitlinien für die institutionelle Kooperation

Leitlinien für die institutionelle Kooperation bei der Vermutung von sexualisierter Gewalt an Mädchen und Jungen - vom Februar 2011
Schutz und Hilfe für Opfer von sexualisierter und/ oder häuslicher Gewalt zu gewähren und auch die Täter nicht aus dem Blick zu verlieren, gehört zu den anspruchsvollen Aufgaben, denen sich die regionalen Fachberatungsstellen des Deutschen Kinderschutzbundes Darmstadt e.V., Wildwasser Darmstadt e.V., Frauen helfen Frauen e.V. Beratungsstelle des Frauenhauses Dieburg, Frauen-Räume Fachberatungsstelle des Frauenhauses Darmstadt, Pro Familia Darmstadt sowie der Städtische Sozialdienst der Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Abteilung Jugendhilfe des Landkreises Darmstadt-Dieburg gegenüber sehen.
Die nun erarbeiteten und veröffentlichten Leitlinien haben wir als hier für Sie bereitgestellt.

Veröffentlichungen zum Thema Gewaltschutz