Fragen und Antworten zur Eingliederungshilfe

Um Antworten auf die häufigsten Fragen zur Eingliederungshilfe zu erhalten, klicken Sie diese bitte an. Durch erneutes Anklicken können Sie den Abschnitt wieder schließen.

 

Welche Teilhabeleistungen gibt es?

Die Teilhabeleistungen sind in vier Leistungsgruppen aufgeteilt:


Für Leistungen zur Sozialen Teilhabe und zur Teilhabe an Bildung ist die Kreisverwaltung zuständig.

Die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation werden vorrangig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sind der Landeswohlfahrtsverband (LWV), die Bundesagentur für Arbeit oder der Rententräger zuständig.

Unser Leistungskatalog zur Eingliederungshilfe gibt Ihnen einen Überblick über mögliche Maßnahmen. Bitte beachten Sie, dass dieser Katalog nicht abschließend ist und die Teilhabeplanung individuell erfolgt.

Unter Weitere Informationen zur EGH finden Sie eine Sammlung interessanter Links und Downloads zu einzelnen Teilhabeleistungen, die wir fortlaufend ergänzen.


Wer erhält Eingliederungshilfe?

Eingliederungshilfe erhalten Menschen, die voraussichtlich länger als 6 Monate wesentlich

  • körperlich behindert
  • geistig behindert
  • seelisch behindert oder
  • von einer Behinderung bedroht

sind und wegen ihrer Beeinträchtigungen nicht gleichberechtigt, selbstbestimmt und eigen­verantwortlich ihr Leben planen, führen sowie am gesellschaftlichen Leben teilhaben können (§ 99 SGB IX i.V.m. § 2 SGB IX).

Leistungen der Eingliederungshilfe werden nachrangig gewährt. Das heißt, die Leistungen werden nur dann von der Kreisverwaltung gewährt, wenn kein anderer vorrangig ver­pflichteter Leistungsträger (z. B. Krankenkasse, Pflegekasse, Rentenversicherungsträger, Berufsgenossenschaft oder Bundesagentur für Arbeit) für die Hilfegewährung zuständig ist (§ 91 SGB IX).


Ab wann und wie lange wird Eingliederungshilfe gewährt?

Die Leistungen werden frühestens ab dem 1. des Monats der Antragsstellung erbracht, wenn zu diesem Zeitpunkt die Voraussetzungen für die Gewährung bereits vorlagen.

Die Eingliederungshilfe wird solange gewährt, bis die Ziele erreicht sind.


In welcher Form erfolgt die Leistungsgewährung?

Eingliederungshilfe wird in den meisten Fällen als Dienst- bzw. Sachleistung gewährt. Die Abrechnung erfolgt direkt zwischen der Kreisverwaltung und dem Leistungserbringer.

Eine weitere Form der Leistungsgewährung ist das Persönliche Budget. In diesem Fall erhalten Sie eine Geldleistung oder einen Gutschein, um die Leistung eigenverantwortlich einzukaufen.

Welche Form der Leistungsgewährung im Einzelfall möglich ist, erfahren Sie bei der Beratung zur Eingliederungshilfe.


Ist die Eingliederungshilfe abhängig von Einkommen oder Vermögen?

Leistungen der Eingliederungshilfe sind grundsätzlich abhängig von Einkommen und Vermögen. Seit dem 01.01.2020 wird jedoch nur noch das Einkommen und Vermögen der leistungsberechtigten Person selbst bewertet.

Ist die leistungsberechtigte Person minderjährig und lebt im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils, wird deren Einkommen und Vermögen berücksichtigt.

Durch das Angehörigen-Entlastungsgesetz haben Eltern, deren volljährige Kinder Ein­glie­de­rungs­hilfe­leistungen erhalten, seit dem 01.01.2020 keinen Unterhaltsbeitrag mehr zu zahlen.

Bestimmte Leistungen werden ohne einen eigenen Kostenbeitrag (Eigenanteil) gewährt. Auskünfte hierzu erhalten Sie bei der Beratung zur Eingliederungshilfe.


Welcher Kostenträger ist für mich zuständig?

Die Eingliederunghilfe ist in Hessen nach dem Lebensabschnittsmodell geregelt. Bei welchem Träger Sie einen Antrag auf Eingliederungshilfe stellen können, richtet sich also danach, in welchem Lebensabschnitt Sie sich befinden.


Lebensabschnitt Zuständiger Träger
1. von Geburt bis Schulaustritt Landkreis Darmstadt‑Dieburg
Soziales und Teilhabe
2. nach Schulaustritt bis zur individuellen Regel­alters­grenze nach § 235 SGB VI Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV)
Telefon: 06151 / 801-0
www.lwv-hessen.de
3. ab Erreichen der individuellen Regel­alters­grenze nach § 235 SGB VI
(bei Erstbeantragung von Eingliederungs­hilfe­leistungen)
Landkreis Darmstadt‑Dieburg
Soziales und Teilhabe

  


Wo erhalte ich ergänzende unabhängige Beratung?

Neben der Beratung durch die Rehabilitationsträger gibt es eine ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB). Ziel ist die Stärkung der Selbstbestimmung von Menschen mit (drohender) Behinderung durch eine von den Trägern losgelöste Beratung. Eine Besonderheit der EUTB ist die Beratung von Betroffenen durch erfahrene Betroffene (Peer Counselling).

Die EUTB-Beratung erfolgt

  • ganz nach Ihren individuellen Bedürfnissen
  • kostenlos
  • unabhängig von Rehabilitationsträgern
  • ergänzend zur Beratung anderer Stellen
  • durch Betroffene mit ähnlichen Erfahrungen

Bitte beachten Sie, dass keine Rechtsberatung und keine Begleitung im Widerspruchs- und Klageverfahren stattfindet.

Weitere Informationen dazu erhalten Sie unter www.teilhabeberatung.de. Dort finden Sie bundesweit alle Beratungsstellen der EUTB.


Welche Unterlagen benötige ich für die Antragstellung?

Neben dem vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Antrag auf Eingliederungshilfe benötigen Sie:

  • aktuelle fachärztliche Gutachten (ICD10-Diagnosen)
  • ggf. Nachweis Aufenthaltsstatus
  • ggf. Kopie des Schwerbehindertenausweises
  • ggf. Pflegegutachten des MDK
Welche Unterlagen darüber hinaus dem Antrag auf Eingliederungshilfe beizufügen sind, haben wir in Informationsblättern zusammengetragen, die Sie bei den Anträgen finden.


Wer kann mir bei der Antragstellung helfen?

Für die Gewährung von Eingliederungshilfeleistungen ist eine Antragstellung erforderlich (§ 108 SGB IX). Antrag Eingliederungshilfe

Bei der Auswahl des Antragsformulars sowie beim Ausfüllen des Antrags sind wir Ihnen gerne behilflich:


Frau Maurer
Ansprechstelle für Rehabilitation und Teilhabe
Telefon 06151 881-2117



 

Ihre Frage ist nicht dabei?

Wir sind auch außerhalb des Internets gerne für Sie da. Telefonisch oder persönlich mit unserer Beratung zur Eingliederungshilfe.