Presse-Archiv 2001

Im Landkreis gibt es jetzt eine Fachstelle Suchtprävention

Hilfe für Suchtgefährdete

19.12.2001

Darmstadt-Dieburg - Die Suchtprävention hat im Landkreis Darmstadt-Dieburg einen neuen Stellenwert bekommen. Die diplomierte Sozialarbeiterin Sandra Brüning kümmert sich seit Mitte Dezember um das allgemeine gesellschaftliche Phänomen Sucht, das längst nicht mehr das spezielle Problem von Randgruppen ist. Sucht hat immer eine Geschichte. Diese fängt nicht mit der Einnahme einer Substanz an und hört nicht mit deren Absetzen auf, weiß die Westfälin, die in den letzten Jahren die Präventionsarbeit in einer Drogen- und Jugendberatung im Kreis Warendorf bei Münster in Westfalen betrieb. Zuvor hatte Sandra Brüning in Münster studiert und war in unterschiedlichen Feldern der Drogenhilfe  auch in den Niederlanden  im Einsatz. Bisher existierte ein Zweckverband, bestehend aus der Stadt Darmstadt und dem Landkreis, der sich der Suchtprävention  an nahm.

Da das Gebiet jedoch zu groß ist, wurde eine Trennung vorgenommen. Der Landkreis ist jetzt der erste Kreis in Hessen, der eine derartige Fachstelle in Eigenregie anbietet. Alle anderen ähnlichen Institutionen in den hessischen Kreisen stehen unter freier Trägerschaft. Ob ein Mensch süchtig wird oder nicht, ist zu einem gewissen Grad abhängig von den Umständen, Erfahrungen und Entwicklungen in seiner Kindheit und Jugend. Gerade in der Kindheit werden einschneidende Lebenserfahrungen gemacht, die den weiteren Lebensweg prägen. Um die Umbruchsphasen wie Einschulung, Pubertät, Schulentlassung, Trennung usw. meistern zu können, ist es wichtig, Kindern und Jugendlichen Rüstzeug zu vermitteln, um eine seelisch gesunde und zufriedenstellende Entwicklung zu fördern. Erste Kreisbeigeordnete Celine Fries sieht die Suchtprävention im Landkreis daher als Querschnittsaufgabe, die im Kindergarten ansetzt und sich ebenso an junge Erwachsene richtet. Das vorrangige Ziel der bei der Kinder- und Jugendförderung des Kreisjugendamtes angesiedelten und vom Land Hessen bezuschussten Fachstelle ist die Zusammenarbeit mit den so genannten Multiplikatoren (Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter, Ausbilder), um gemeinsam Konzepte für deren Arbeitsfelder zu entwickeln, zu begleiten, umzusetzen und zu dokumentieren. Für Eltern und Jugendliche bietet Sandra Brüning Informationen und Gesprächsmöglichkeiten rund um die Themen Suchtmittel, Suchtentstehung und Sucht. Dabei handelt es sich nicht nur um die Themenfelder der illegalen und legalen Suchtmittel, sondern auch um so genannte stoffungebundene Süchte wie Essstörungen oder Spielsucht. Da die Fachstelle in das Kreisjugendamt integriert ist, können die Schwerpunkte der Kinder- und Jugendförderung, aber auch die Jugendberufshilfe und der Eigenbetrieb Jugendheime (Kibis) mit dem Kreisjugendheim in Ernsthofen genutzt werden. Erste Kreisbeigeordnete CelineFries hält diese Integration für wichtig, weil man so verschiedene Wege habe, um mit suchtgefährdeten Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

Wer Interesse an der Arbeit der Fachstelle Suchtprävention hat und Projektanfragen stellen möchte, kann sich mit Sandra Brüning direkt in Verbindung setzen: Telefon 06151/8811464 oder per E-mail: sbruenin@remove.this.eli.ladadi.de.

pt

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