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Delegation aus der Partnerregion in Tschechien zu Gast im Landkreis

05.11.2019

v.l.n.r.: Ulrich Mielke (ZAS), Bärbel Hille (Landkreis Darmstadt-Dieburg), Julia Klinger (ZAS), Ondřej Lochman, Aleš Rychlý, Daniel Marek, Milan Pruner, Radim Šimáně und Petr Dostál

Darmstadt-Dieburg – Eine sechsköpfige Delegation aus der tschechischen Partnerregion Mlada Boleslav war für drei Tage zu Gast im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Eingeladen wurde die Delegation vom  Europäischen Partnerschaftsverein und dem Kreis.

In den drei Tagen stand einiges auf dem Programm: Besichtigt wurde unter anderem die Kläranlage in Bickenbach. Die Vertreter aus Tschechien besuchten den Heiligenberg und führten Gespräche mit Bürgermeistern sowie Landrat Klaus Peter Schellhaas, der auch Vorsitzender des Partnerschaftsvereins ist. Ein besonderer Programmpunkt war die Besichtigung des Müllheizkraftwerks des Zweckverbandes Abfallverwertung Südhessen (ZAS) in Darmstadt. Dort wird der Restmüll von rund einer Million Menschen im Bereich des Zweckverbands Abfallverwertung Südhessen thermisch behandelt und damit entsorgt. Geschäftsführerin Julia Klinger erläuterte Organisation und Verwaltung der Anlage, in der jährlich rund 200.000 Tonnen Abfall beseitigt werden. Dabei entstehender Rauch wird gewaschen, der heiße Dampf wird ins Darmstädter Fernwärmesystem eingespeist. Außerdem erzeugt das Heizkraftwerk Strom. Der ZAS entsorgt die Abfälle der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Odenwald, einen großen Teil der Bergstraße und der Stadt Darmstadt.

 

Tschechien steht unter dem staatlichen Diktat, bis 2024 alle Restmülldeponien zu schließen. „Das ist sehr ehrgeizig, und ich persönlich glaube nicht, dass wir das schaffen“, äußerte sich Ondrej Lochmann, Bürgermeister der 10.000 Einwohner großen Stadt Mnichovo Hradiste, skeptisch. Notwendig sei der Bau neuer Müllverbrennungsanlagen. Problem sei weniger die Trennung des Abfalls in Papier, Kompost, Plastik und Restmüll wie in Deutschland. Derzeit sei man in der ersten Phase der Vorbereitungen und Genehmigungen.

Neben Lochmann gehörten Daniel Marek, Petr Dostál, Kulturhausdirektor Milan Pruner, Radim Simane sowie Ales Rychly der Delegation an. Zur Begrüßung hatte Lochmann vor Vertretern des Partnerschaftsvereins im Rahmen eines Abendessens im Darmstädter Hof in Nieder-Beerbach die gegenseitigen Besuche als eine schöne Tradition bezeichnet. Er erinnerte an die schlimme Zeit und das Schicksal der nach dem Krieg aus Tschechien vertriebenen Familien. „Es sei auch ein Verdienst Europas, das wir heute wieder in Frieden zusammen sein können“, so Bürgermeister Lochmann. Der Europäische Partnerschaftsverein organisiert regelmäßig Besuche in die Partnerregionen des Landkreises und in den Kreis. „Der stetige Austausch, Kontakt und die gegenseitigen Besuche sind wichtig, um das seit Jahren bestehende gute Miteinander weiter zu pflegen und zu investieren. Wir freuen uns immer, wenn Delegationen zu uns in den Landkreis kommen“, sagte der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Landrat Klaus Peter Schellhaas.

 

ladadi

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