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Die Ökolandbau Modellregionen Hessens fordern: Bioregional - vor allem jetzt!

08.04.2020

Darmstadt-Dieburg – Die Corona-Pandemie macht es überdeutlich: Bioregional ist das Gebot der Stunde. Das weltweite Ernährungssystem befindet sich in der Krise: Die regionalen Warenströme wurden auch in Deutschland und Hessen in den letzten Jahrzehnten immer weiter verdrängt. Durch zentrale Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen müssen sich Landwirtinnen und Landwirte oft dem Druck großer Verarbeitungsbetriebe, Supermärkte und Discounter beugen, um ihre Produkte absetzen zu können. Dabei sinkt der Wert von Produkten, da sie namen- und gesichtslos sind und die Pfade für regionale Warenströme gehen verloren.

Die Koordinatorinnen und Koordinatoren der Ökolandbau Modellregionen in Hessen bauen mit „Bio aus Hessen für Hessen“ regionale Warenströme (wieder) auf. Bio-Landwirtschaft und handwerkliche Bio-Verarbeitung werden auch mit Gemeinschaftsverpflegung, Gastronomie sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern vernetzt. Mit fairen Bedingungen unterstützt die Bevölkerung in der Stadt und auf dem Land nicht nur die Erzeugerinnen und Erzeuger, sondern zusätzlich die eigene Ernährungssicherheit.

Die Corona-Krise zeigt deutlich, wie wichtig regionale Warenströme und Strukturen sind – nicht nur im Lebensmittelbereich. Ein Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise ist jetzt dringender denn je. Durch den Auf- und Ausbau regionaler Wirtschaftskreisläufe und bioregionaler Wertschöpfungsketten kann erreicht werden, dass

• Arbeitsplätze in den Regionen gesichert und Perspektiven für Land und Leute geboten werden
• die Unabhängigkeit gegenüber großen Konzernen und globalisierten Warenströmen wächst
• die 'Resilienz' der Regionen stärker wird
• Lebensmittel transparent produziert
• und zu fairen Erzeuger-Preisen verkauft werden.

Die Ausbreitung des Corona-Virus stellt alle vor große Herausforderungen. Da die Ernährungssicherheit jede/n betrifft, machen die Ökolandbau Modellregionen darauf aufmerksam, was getan werden kann, um die Landwirtschaft in der Region zu unterstützen.

1. Lebensmittel bei Direktvermarktern, auf Wochenmärkten und in Hof- und Bioläden kaufen. Einige Betriebe bieten Gemüse-Abo-Kisten an, die eventuell sogar geliefert werden.
2. Bio-Produkte kaufen, die von hier sind und Saison haben:
http://www.bzfe.de/_data/files/3488_2017_saisonkalender_posterseite_online.pdf
3. landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betrieben bei der Ernte helfen, denn es fehlen viele Hände. Kontakte unter: https://www.oekomodellregionen-hessen.de/themen/corona-regionalitaet

Wenn Erntehelferinnen und -helfer fehlen, wird auch das Angebot knapp und die Preise können steigen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher sollten trotzdem tolerant sein und akzeptieren, wenn die Preise für Bio-Obst und -Gemüse in nächster Zeit höher sind als sonst, damit die Existenz von landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betrieben sowie regionalen Verarbeitungsbetrieben gesichert wird.


Pressekontakt Ökolandbau Modellregion Süd:
Robert von Klitzing
Mobil: 0151-55966017
E-Mail: r.vonklitzing@remove.this.ladadi.de

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