Aktuelle Nachrichten aus Darmstadt-Dieburg
Dorfentwicklungsprogramm
Tolle Bilanz für 2025 – Lutz Köhler ruft zu Bewerbung für 2027 auf: „Es lohnt sich“
12.01.2026

Vorher und nachher: Ein gelungenes Beispiel aus dem Dorferneuerungsprogramm ist die private Sanierung der Hauptstraße 13 in Seeheim-Jugenheim. Hier wurde die Fassade und der Innenraum saniert und die Haustechnik des denkmalgeschützten Gebäudes erneuert. Fotos: Landkreis Darmstadt-Dieburg
Darmstadt-Dieburg. Es wird ein besonders erfreulicher Neujahrsempfang in Messel am Sonntag, 18. Januar: Dann übergibt der stellvertretende Landrat Lutz Köhler an die Gemeinde zwei Zuwendungsbescheide, um Spielplätze zu sanieren. Knapp 87.000 Euro gibt es aus dem Dorfentwicklungsprogramm für die Anlage in der Marktstraße im Ortsteil Grube Messel. Hier will die Gemeinde rund 160.000 Euro investieren, um mit einer Neugestaltung einen Treffpunkt für Familien zu erhalten. Für den Spielplatz in der „Grünen Mitte“ gibt es 21.600 Euro dazu, hier sollen knapp 40.000 Euro investiert werden, um die etwa 6800 Quadratmeter große Grünfläche mit Spiel- und Bewegungsangeboten zu modernisieren und somit attraktiver zu machen. „Wir starten mit zwei guten Beispielen aus dem Dorfentwicklungsprogramm ins neue Jahr“, sagt Lutz Köhler, „denn wir der Name schon sagt, ist das Programm genau für solche Vorhaben gedacht. Wir helfen damit den Kommunen, in die Zukunft zu gehen. Es lohnt sich für jede Kommune und auch für Privatleute, sich zu bewerben.“
Wie sehr es sich lohnt, zeigt sich Jahresbilanz 2025: Hier hatten die derzeitigen Förderschwerpunkte – Kommunen, die als solche ins Programm aufgenommen wurden - die Mittel vor allem zur Gestaltung von Spiel- und Freizeit- sowie von innerörtlichen Wegeflächen genutzt. So wurden etwa Fördermittel für die Neugestaltung des Fußwegs entlang der Modau in Nieder-Ramstadt, der Grünfläche am Bürgerhaus in Billings und der Spielplätze in der Mitte von Messel und im Ortsteil Grube Messel mit einer Gesamtsumme von rund 600.000 Euro bei einer Gesamtinvestition von etwa 930.000 Euro bereitgestellt. Darunter befand sich auch das Konzept zur Zukunftsfähigkeit des Bürgerhauses in Stettbach.
Für die Sanierung von privaten Wohnhäusern oder zur Umnutzung von Scheunen in den historischen Ortskernen wurden im vergangenen Jahr rund 630.000 Euro bereitgestellt. Von den Gesamtinvestitionskosten in Höhe von etwa zwei Millionen Euro haben vor allem örtliche Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe profitiert. Die Maßnahmen reichten von der einfachen Dach- und Fassadensanierung über den Austausch und Nachbau historischer Fenster bis hin zur energetischen Sanierung und dem modernen Innenausbau. Dabei konnte auch die Außensanierung gewerblich genutzter Gebäude wie etwa das Alte Rathaus in Ober-Klingen unterstützt werden. Ein gelungenes Beispiel ist die private Sanierung der Hauptstraße 13 in Seeheim-Jugenheim. Hier wurde die Fassade und der Innenraum saniert und die Haustechnik des denkmalgeschützten Gebäudes erneuert. Daneben konnten die teilnehmenden Kommunen privaten Bauherren eine Sanierungsberatung anbieten, die mit bis zu 80 Prozent der Kosten bezuschusst wird.
Den Dörfern steht eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten zur Verfügung. So gewährt das Dorfentwicklungsprogramm Kommunen und Privatpersonen Fördermittel für Projekte zur Daseins- und Grundversorgung sowie für die Sanierung und den Neubau in den historischen Ortskernen. Damit umfassen die Förderangebote neben den klassischen Gebäudeinvestitionen auch soziale und kulturelle Vorhaben wie zum Beispiel Mehrgenerationentreffs oder Dorfmuseen, Grundversorgungseinrichtungen wie etwa Dorfläden oder Kulturcafés sowie Dienstleistungen für Beratung, Moderation und Innenentwicklungsprojekte.
Kommunen oder auch einzelne Ortsteile können sich um die Aufnahme in das Förderprogramm des Landes Hessen bewerben. Im Jahr 2027 können 14 neue Förderschwerpunkte aufgenommen werden. Wer ausgewählt wird, erhält ab Sommer 2027 für sechs Jahre Fördermittel und kann seine Maßnahmen umsetzen. Fördermittel kommen von Land, Bund und der Europäischen Union.
Interessierte Kommunen sollten sich jetzt an die Fach- und Förderstelle beim Landkreis Darmstadt-Dieburg wenden, wenn sie sich als Förderschwerpunkt der hessischen Dorfentwicklung im Jahr 2027 anerkennen lassen wollen, empfiehlt Lutz Köhler. „Das Förderprogramm bietet gerade Dörfern bis 10.000 Einwohnern attraktive Möglichkeiten, um den so dringend gesuchten Wohnraum im Ortskern wiederherzustellen oder zu modernisieren und Dorfgemeinschaftshäuser oder andere soziale Räume an die aktuellen Bedürfnisse anzupassen“, so Köhler: „Dadurch kann die Ortsmitte mit mehr Leben gefüllt werden.“ Für die Bewerbung ist ein kurzes Konzept zu erstellen, in dem die Kommune vor allem festlegt, welche Maßnahmen im Rahmen der Dorfentwicklung angegangen werden sollen.
„Nehmen Sie gern sobald als möglich Kontakt zu uns auf“, lädt die zuständige Fachbereichsleiterin für die Dorf- und Regionalentwicklung beim Kreis, Dorte Meyer-Marquart, ein. Informationen zum Förderprogramm sowie fachliche Beratung und Begleitung bei der Bewerbung erhalten Kommunen bei der Fach- und Förderstelle beim Kreis. Anträge für Konzepterstellung und Dorfmoderation können ab sofort gestellt werden. Auskunft erteilt Frau Meyer-Marquart (06151 881-2108, E-Mail d.meyer-marquart@ladadi.de). Abgabefrist für die vollständige Bewerbung als Förderschwerpunkt in der Dorfentwicklung ist der 1. Februar 2027. Die Anerkennung der neuen Förderschwerpunkte ist für August 2027 geplant.
