Unterstützung von Unternehmen bei der Bewältigung der Auswirkungen des Coronavirus

Neue Corona-Maßnahmen ab November 2020    

Das Land Hessen hat weitreichende Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie vereinbart und damit die einstimmigen Beschlüsse der Ministerpräsidenten-Konferenz mit der Bundeskanzlerin umgesetzt.

Die wichtigsten die Wirtschaft betreffenden Maßnahmen im Überblick hat die IHK Darmstadt hier zusammengestellt.    

Wichtige Hilfsprogramme

Für die aktuelle temporäre Schließung: Außerordentliche Wirtschaftshilfe    

Das Bundesfinanzministerium teilt dazu mit:

„Mit der außerordentlichen Wirtschaftshilfe des Bundes werden jene unterstützt, deren Betrieb temporär geschlossen wird aufgrund der zur Bewältigung der Pandemie erforderlichen Maßnahmen.“

Der Erstattungsbetrag soll 75 % des entsprechenden Umsatzes des Vorjahresmonats für Unternehmen bis 50 Mitarbeiter betragen. Die Prozentsätze für größere Unternehmen werden nach Maßgabe der Obergrenzen der einschlägigen beihilferechtlichen Vorgaben ermittelt.

„Auch junge Unternehmen werden unterstützt. Für nach November 2019 gegründete Unternehmen wird der Vergleich mit den Umsätzen von Oktober 2020 herangezogen.

Antragsberechtigt sind Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, denen aufgrund der staatlichen Anordnung das Geschäft untersagt wird beziehungsweise aufgrund bestehender Anordnung bereits untersagt ist. 

Die Wirtschaftshilfe wird als einmalige Kostenpauschale ausbezahlt. Die elektronische Antragstellung muss hierbei durch einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer oder Rechtsanwalt erfolgen.  

Soloselbständige sind bis zu einem Förderhöchstsatz von 5.000 Euro unter besonderen Identifizierungspflichten (u.a. ELSTER-Zertifikat) direkt antragsberechtigt, sofern sie bisher noch keinen Antrag auf Überbrückungshilfe gestellt haben.

Detaillierte Informationen und ein Leitfaden für Antragserfassende sind hier auf www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de verfügbar. Anträge können ab sofort bis zum 31.1.2021 gestellt werden.

 

Zuschüsse für gastronomische Betriebe in Hessen

Als besondere Unterstützung in der Corona-Pandemie können hessische Gaststätten Zuschüsse zur Anschaffung von Kühlgeräten, Spülmaschinen, Herden und anderen Wirtschaftsgütern erhalten. Die Förderung besteht aus einem Festbetrag von 1.500 Euro für Investitionen von mindestens 2.000 Euro.

Anträge können wieder ab dem nächsten Aufruf Anfang 2021 bei der WI-Bank gestellt werden: weitere Infos sind hier verlinkt. 

 

Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen

Nach der Corona-Soforthilfe wurde eine weitere wichtige Unterstützungsmaßnahme insbesondere für stark betroffene Branchen beschlossen: die sogenannte “Überbrückungshilfe” als weitergehende Liquiditätshilfe –  in der 1. Phase für die Monate Juni bis August 2020, in einer 2. Phase für die Monate September bis Dezember 2020 (hierfür Antragstellung ab Oktober 2020) und in einer bereits angekündigten 3. Phase von Januar bis Juni 2021. Das Zuschussprogramm gewährt kleinen und mittelständischen Unternehmen, Solo-Selbstständigen und Angehörigen der freien Berufe im Haupterwerb nicht rückzahlbare Zuschüsse zu den fixen Betriebskosten. Das Antragsverfahren wird nur durch registrierte Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer durchgeführt und über eine digitale Plattform erfasst. Für all jene, die noch keinen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer haben: Verzeichnisse gibt es u.a. auf der Themenseite des Hessischen Wirtschaftsministeriums.

Details zu Abläufen und Förderhöhen, eine Checkliste zur Antragsberechtigung und den Zugang zur Registrierung gibt es unter der eigens eingerichteten Homepage der Überbrückungshilfe.

In Digitalisierung investieren: Förderprogramm "Digital jetzt" 

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (3 bis 499 Mitarbeitende) aus allen Branchen mit dem Programm „Digital jetzt - Investitionsförderung für KMU“.

Das Programm soll mit finanziellen Zuschüssen bis zu 50.000 EUR Unternehmen dazu anregen, noch mehr in digitale Technologien und in die Qualifizierung der Beschäftigten zu investieren. Ziele des Programms sind u.a. höhere IT-Sicherheit, verbesserte digitale Geschäftsprozesse, Befähigung von Mitarbeitenden und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Wer entsprechende Digitalisierungsvorhaben (z.B. Investitionen in innovative Hard- und Software und Qualifizierungsmaßnahmen) plant, kann bis ins Jahr 2023 einen entsprechenden Antrag stellen. Die Fördermittel für 2020 sind aktuell ausgeschöpft.

Voraussetzungen und der Zugang zum Förderantrag zu "Digital jetzt" sind hier verfügbar.    

Förderprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Auszubildende von heute sind unsere Fachkräfte von morgen. Mit dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ sollen Ausbildungsplätze auch in der Krise geschützt werden und jungen Menschen eine verlässliche Zukunftsperspektive gegeben werden. Ziel der Förderung ist es, Ausbildungsbetriebe und ausbildende Einrichtungen dazu zu motivieren, ihr Ausbildungsniveau zu halten oder gar zu erhöhen. Antragsberechtigt sind KMU, die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Anträge sollen über die Agentur für Arbeit gestellt werden können.

Details dazu enthält das Eckpunktepapier „Ausbildungsplätze sichern“.

Förderprogramme des Landes Hessen

Neben KfW-Krediten (Zugang über Hausbank) bietet das Land Hessen über die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) und die Bürgschaftsbank Hessen ein breites Spektrum geförderter Finanzierungsprodukte an, um insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei Investitionen und mit Betriebsmitteln zu unterstützen:

  • Liquiditätshilfe für kleine und mittlere Unternehmen in Hessen (Kredit)
  • Hessen Mikroliquidität
  • Kapital für Kleinunternehmen (KfK)
  • Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen (GuW)
  • Bürgschaften: Landesbürgschaften / "Bundesregelung Bürgschaften 2020" / Express-Bürgschaften

Alle Informationen zu diesen Angeboten bei der WIBank Hessen


Maßnahmen zur Liquiditäts-Sicherung

Kurzarbeit

Das Kurzarbeitergeld der Agentur für Arbeit kann beantragt werden, wenn 10% der Beschäftigten vom Ausfall betroffen sind. Weitere Infos direkt von der Agentur für Arbeit, Hotline: 0800 - 4 5555 20. Direkt-Link zum Antragsformular

Hilfe für Selbstständige - Grundsicherung 

Für jene Menschen, die bei uns im Landkreis Darmstadt-Dieburg wohnen und in persönliche Existenznot kommen, ist unser Kommunales Jobcenter zuständig: wenn die persönliche Hilfebedürftigkeit nachgewiesen ist und das Einkommen nicht mehr ausreicht um den Lebensunterhalt sicherzustellen, können (vorläufige) Leistungen gewährt werden - als Anspruch auf Grundsicherungsleistungen. Kontakt dazu kann mit unserem Beratungscenter für den Landkreis aufgenommen werden: Per e-mail: info-kfb@remove.this.ladadi.de  - Telefon 06151/881-5000 . Informationen für Selbstständige im Landkreis Darmstadt-Dieburg gibt es auch hier.

Steuerliche Maßnahmen

Einen umfassenden Überblick zu steuerlichen Erleichterungen gibt es hier: FAQs des Hessischen Ministeriums der Finanzen

Zahlungserleichterungen nutzen

Stundungen oder Ratenzahlungen bieten derzeit einige Organisationen und Verbände an: so zum Beispiel die Berufsgenossenschaft Handel & Warenlogistik oder die IHK Darmstadt bezüglich der Mitgliedsbeiträge.


Weitere Angebote und Informationen

Vereinsförderung

Mit dem Hessischen Förderprogramm „Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit“ werden gemeinnützige Vereine (z.B. Sportvereine, Kulturbetriebe und Spielstätten sowie Vereine, Initiativen und gemeinnützige Organisationen aus anderen Bereichen) in Hessen unterstützt. Näheres dazu auf unseren Seiten Sport- und Vereinsförderung.

Entschädigung bei angeordnetem Tätigkeitsverbot

Selbstständige haben unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, eine Entschädigung bei einem angeordnetem Tätigkeitsverbot/Quarantäne nach Infektionsschutzgesetz beim Regierungspräsidium Darmstadt zu beantragen. Weitere Infos dazu hier.

Hilfen für die Landwirtschaft

Der Hessische Bauernverband informiert auf seiner Webseite regelmäßig über aktuelle Programme.

Gastronomie

Informationen für Gastronomen und Hoteliers bietet aktuell die DeHoGa hier an - inklusive Leitlinien und Handlungsempfehlungen. 

Hilfen für Kultur, Künstler und Kreative

Eine Übersicht zur Unterstützung für die Kultur- und Kreativwirtschaft ist hier verfügbar. Damit Museen wieder besucht werden können, fördert der Bund Schutzmaßnahmen in kleineren und mittleren Häusern mit dem Programm "Neustart".

Informationen für Mieter und Vermieter

Die IHK Darmstadt hat hier FAQs zu Gewerbemieten zusammengestellt.

Vernetzung/Marktplätze und Sicherung von Lieferketten

Bereits vorhandene Beschaffungsplattformen, Online-Marktplätze und Datenbanken listet das Technologieland Hessen hier auf.

Umgang mit Insolvenz

Bis zum 30. September 2020 hatte das Bundesministerium für Justiz die Insolvenzantragspflicht für durch die Corona-Epidemie geschädigte Unternehmen ausgesetzt. Dieses Gesetz zur Insolvenzaussetzung soll bis zum 31. Dezember 2020 verlängert werden -  für Unternehmen, die infolge der Coronavirus-Pandemie überschuldet sind, ohne zahlungsunfähig zu sein. Die IHK Darmstadt hat Fragen und Antworten rund um Zahlungsschwierigkeiten und Insolvenz zusammengestellt. Auch über das Schutzschirm-Verfahren wird hier informiert.

Absenkung der Umsatzsteuer

Die Absenkung der Mehrwertsteuer gilt vom 1. Juli bis 31. Dezember 2020. Details dazu und was Unternehmen bei der Rechnungsstellung beachten müssen, hat die IHK Darmstadt hier zusammengestellt.

Zeit nutzen: Strategische Planungen

Agilität, neue Geschäftsfelder, Digitalisierung und Best Practice-Beispiele: Viele Unternehmer nutzen die Krise, um wirtschaftliche, finanzielle, personelle und organisatorische Fragen der Unternehmensführung zu klären - lassen Sie sich dabei von professionellen, erfahrenen Beratern begleiten. Auch hierfür gibt es ein Bundesprogramm: „Förderung unternehmerischen Know-Hows“, wie u.a. die IHK Darmstadt berichtet.


Informationen zur Öffnung von Betrieben und Ladengeschäften

Mit dem Landkreis-Plakat für Ladengeschäfte "Unsere Regeln, damit wir für Sie öffnen können" Klarheit schaffen: Gut sichtbar an den Zugängen zu Verkaufsräumen angebracht, bietet es Orientierung in Form der jeweils aktuellen Sicherheitsempfehlungen.

Auch für die Gastronomie-Bewirtung gibt es ein entsprechendes Landkreis-Plakat, das zum Ausdruck und Aushang genutzt werden kann.

Die aktuellen Auslegungshinweise zur Öffnung laut gültiger Verordnung in Hessen sind hier aufgeführt.

Die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik gibt Antworten zu Schutzmaßnahmen von Beschäftigten und branchenbezogene Informationen.

Infos zur Maskenpflicht stellt die Hessische Landesregierung hier zur Verfügung.


Unter folgenden Links sind weitere Informationen und Ansprechpersonen zusammengestellt:

Regionale Informationen aktuell bei der IHK Darmstadt-Rhein-Main-Neckar

Bundesministerium für Energie und Wirtschaft inklusive Hinweisen zu globalen wirtschaftlichen Beziehungen

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Wohnen, Verkehr 

Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main 

 

Für weitere Fragen und individuelle Beratung steht der Fachbereich Wirtschaft, Standort- und Regionalentwicklung des Landkreises Darmstadt-Dieburg gerne zur Verfügung unter 06151 / 881 - 1016 oder per E-Mail wirtschaft@remove.this.ladadi.de.