Energieeinsparung

Energieeinsparungsverordnung kompakt

Denkmalpflege und Klimaschutz ergänzen sich, denn bei der Um- und Weiternutzung von historischen Gebäuden entfällt der Energieverbrauch für die Neugewinnung von Baumaterialien. Durch ihre lange Lebensdauer sind historische Gebäude schon ressourcen- und klimaschonend.

Entsprechend der Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV) vom 24. Juli 2007 sind denkmalgeschützte Häuser von den Vorschriften zur Wärmedämmung ausgenommen. Denkmalgeschütze Häuser müssen also nicht den Vorschriften zur Wäremdämmung entsprechen - wollen Sie jedoch an Ihrem Haus wärmedämmende Maßnahmen vornehmen, so müssen Sie sich diese genehmigen lassen.

Die vorgesehenen Maßnahmen werden im Rahmen des Genehmigungsverfahrens von der zuständigen Denkmalbehörde auf Denkmalverträglichkeit geprüft. Wird die Substanz oder das Erscheinungsbild beeinträchtigt? Führen andere Maßnahmen zu einem unverhältnismäßig hohen Aufwand? Deshalb ist kein gesonderter Antrag auf Ausnahme von der EnEV erforderlich.

(Quelle: Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der BRD)

Gemäß §16 Abs. 5 EnEV sind Baudenkmäler (auch „Ensembles“, also denkmalgeschützte Gesamtanlagen) von der Pflicht zur Vorlage eines Energieausweises ausgenommen.

Gemäß § 24 EnEV kann von den Anforderungen der Verordnung ohne weiteren Antrag des Eigentümers abgewichen werden, soweit bei Baudenkmälern oder sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz die Erfüllung der Anforderungen die Substanz oder das Erscheinungsbild beeinträchtigen oder andere Maßnahmen zu einem unverhältnismäßig hohen Aufwand führen würden.

(Quelle: Denkmalschutzinformationen 2/3/2007, 31. Jg. S. 112, Hrsg. Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz) 

Baudenkmäler, die verkauft, vermietet, verpachtet oder geleast werden, benötigen gemäß §16 (5) EnEV keinen Energieausweis. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass bei Beantragung von Fördermitteln vereinzelt die Vorlage eines Energieausweises oder einer sonstigen Zertifizierung verlangt wird. 

Detaillierte Informationen dazu unter der Internetseite der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der BRD.  

Tipp: Ob und wie viel Dämmung ein jahrhundertealtes Haus braucht, sollte im Hinblick auf die zu befürchtenden Bauschäden – insbesondere bei falsch eingesetzten Materialien – gut überlegt werden. Zu diesem Thema gibt es gute Fachliteratur, erfahrene Handwerker und Architekten sowie Denkmalbehörden, die beratend zur Seite stehen.

Solar- und Photovoltaikanlagen

Grundsätzlich gilt für Solar- und Photovoltaikanlagen: Jede Maßnahme ist ein Einzelfall und wird gesondert beurteilt. 

Photovoltaikanlagen sind wegen ihrer benötigten Größe auf der Gesamtdachfläche als Aufbauten auf Dachflächen, die vom öffentlichen Straßenraum eingesehen werden können, zu vermeiden.

Da nur etwa 5 Prozent der gesamten Bebauung in Deutschland denkmalgeschützt ist, bitten wir um Verständnis, dass diese Gebäude freigehalten werden müssen.  

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg kann als Alternative anbieten, sich auf einem kreiseigenen, nicht denkmalgeschützten Objekt an einer größeren Anlage zu beteiligen. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie beim Eigenbetrieb für Gebäude- und Umweltmanagement des Landkreises Darmstadt-Dieburg (Da-Di-Werk) unter der Telefonnummer 06151-881-1503. 

Solaranlagen zur Warmwasseraufbereitung für den Eigenbedarf sind grundsätzlich möglich. Platzierung und Größe sind jedoch noch anhand von Detailzeichnungen und Maßangaben mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abzustimmen. Auch sie sollten vom öffentlichen Straßenraum nicht eingesehen werden können.