Kommunale Bildungskoordination für Neuzugewanderte

Im Rahmen des Förderprogramms "Teilhabe durch Bildung für Neuzugewanderte" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung konnten zum Oktober/November 2016 die Stellen zweier kommunaler Bildungskoordinatorinnen für Neuzugewanderte im Büro für Migration und Inklusion des Landkreises Darmstadt-Dieburg besetzt werden.
Die Sozialwissenschaftlerinnen Lena Gareis-Kömpel und Nina Schwenzl sollen für den Landkreis zentral die Bildungsangebote für Neuzugewanderte erfassen und gleichzeitig ein Netzwerk mit sämtlichen Akteuren des Bildungsbereichs und der Zivilgesellschaft aufbauen.
Lücken in den bestehenden Angeboten sollen identifiziert werden und gemeinsam mit allen Akteuren Ideen und Strategien entwickelt werden, wie die Angebote verbessert werden können und wo nachgesteuert werden kann.
Mit der kommunalen Koordination von Bildungsangeboten für Neuzugewanderte will der Landkreis Darmstadt-Dieburg an die bestehenden Strukturen anknüpfen und diese ausbauen und erweitern. Ziel des vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung für die Dauer von zwei Jahren geförderten Projektes ist es, alle relevanten Akteure in einem gemeinsamen Prozess zu begleiten und eine transparente und zugängliche Übersicht über die bestehenden Angebote im Bildungsbereich zu erstellen.

Wegweiser der Wegweiser

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg verfügen viele Akteure über ein umfassendes Wissen über vorhandene Angebote und Beratungsstellen. Oft sind diese Akteure aber nicht die Ersten, an die sich Betroffene mit ihren Fragen und Problemen wenden. Daher ist es wichtig, dass alle Personen, die sich in beratender Rolle wiederfinden, als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren tätig werden und auf vorhandene Angebote der Regelsysteme verweisen können. Um ihnen diese Aufgabe zu erleichtern, wurden bereits umfassende Wegweiser und Angebotsübersichten erarbeitet, in denen Maßnahmen, Ansprechpersonen und immer auch professionelle Beratungsstellen aufgeführt sind.
Die bereits erarbeiteten Wegweiser im erweiterten Feld „Migration und Bildung“ haben die kommunalen Bildungskoordinatorinnen des Landkreises thematisch in der Sammlung "Wegweiser und Übersichten im Bereich Migration und Bildung im Landkreis Darmstadt-Dieburg" zusammengestellt.

InteA - und dann?

Das Thema InteA beschäftigt derzeit viele Aktive. Dabei geht es vor allem um die Frage nach Anschlussmöglichkeiten an die Maßnahme. Eine Verlängerung der Besuchszeit von InteA auf drei Jahre wird vom hessischen Kultusministerium definitiv ausgeschlossen. InteA (Integration und Abschluss) ist ein Bestandteil des hessischen Gesamtsprachförderkonzept, das an den beruflichen Schulen angesiedelt ist. Mit InteA haben Flüchtlinge und Zuwanderer im Alter von 16 bis 18 Jahren als sogenannte Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger die Möglichkeit grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache in Verbindung mit einer beruflichen Fachsprache zu erwerben. Ziel der Maßnahme ist es, den jungen Menschen den Übergang in eine Berufsausbildung oder den Wechsel in einen anderen Bildungsgang zu ermöglichen und zu erleichtern.
Aufgrund der Komplexität des Systems ist es bei der Suche nach einem passenden Anschluss wichtig, dass alle beteiligten Engagierte zusammenarbeiten und sich abstimmen, um mehrfachen Arbeitsaufwand sowohl auf Seite der Suchenden, als auch auf Seite der Anbieterinnen und Anbieter zu vermeiden. Die kommunalen Bildungskoordinatorinnen des Landkreises Darmstadt-Dieburg haben intensiv recherchiert und aktuell eine Übersicht der möglichen Anschlüsse an InteA zusammengestellt:

"InteA - und dann?" (Angebotsübersicht)

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Sprachkursangebote im Landkreis Darmstadt-Dieburg

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg und in Darmstadt werden eine Vielzahl von Sprachkursen angeboten. Das Angebot reicht von Integrationskursen, Erstorientierungskursen, Alphakursen über berufsbezogene Deutschkurse bis hin zu niederschwelligen Sprachkursen für Frauen:

Übersicht der Sprachkursangebote im Landkreis Darmstadt-Dieburg (Stand August 2018)

siehe auch Publikationen und Downloads

Bildungsregion Darmstadt & Darmstadt-Dieburg

Unter der Prämisse "Bildung ist Gemeinschaftsaufgabe" haben der Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Wissenschaftsstadt Darmstadt im Jahr 2012 die Bildungsregion Darmstadt & Darmstadt-Dieburg ins Leben gerufen. Eine gut ausgebaute und verlässlich miteinander verknüpfte Bildungsinfrastruktur unterstützt die gesellschaftliche Teilhabe der Menschen vor Ort und trägt zu mehr Chancengerechtigkeit bei. Bildungsakteure und -institutionen entwickeln in enger Zusammenarbeit die gemeinsame Bildungsregion. Formales Lernen, non-formales Lernen und informelles Lernen im gesamten Lebensverlauf stehen gleichermaßen im Fokus. Das Ziel: Kinder, Jugendliche und Erwachsene erleben in der Bildungsregion Darmstadt & Darmstadt-Dieburg vielfältige Lern- und Entwicklungsgelegenheiten, demokratische Teilhabe, Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Die Aktivitäten der kommunalen Verwaltungen, der nicht-staatlichen sowie zivilgesellschaftlichen Akteure und die vorhandenen Bildungsangebote werden so aufeinander abgestimmt, dass vorhandene Ressourcen gebündelt und bedarfsgerecht eingesetzt werden.
Das Büro für Migration und Inklusion ist in der Verwaltungsgruppe der der Bildungsregion Darmstadt & Darmstadt-Dieburg vertreten. Die Verwaltungsgruppe bereitet zusammen mit der Geschäftsstelle Bildungsbeirat Entscheidungsgrundlagen für die Lenkungsgruppe der Bildungsregion vor.
Im Januar 2018 hat die Lenkungsgruppe der Bildungsregion ein Inklusionspapier "Inklusion: Gedanken und Positionen für eine Umsetzung in der Bildungsregion Stadt Darmstadt und Landkreis Darmstadt-Dieburg im Kontext von lebenslangem Lernen und Sozialraumbezug" beschlossen. 
Weitere Positionspapiere, Handouts und Arbeitsstände finden Sie hier.  

Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

Für die Durchführung von Verfahren zu Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen sind bundesweit die Anerkennungsstellen zuständig.

  • Das IQ Landesnetzwerk Hessen bietet in Darmstadt für den gesamten Landkreis Darmstadt-Dieburg Anerkennungsberatung an. Auf der Homepage IQ Landesnetzwerk finden Ratsuchende alle Angebote rund um das Thema "Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen". Auch für Menschen ohne formalen beruflichen Abschluss bietet IQ Qualifizierungen an.
    Kontakt: MoAB - Mobile Anerkennungsberatung (INBAS GmbH), Ingrid.hoensch@remove.this.inbas.com, 0151 / 65429848). Die Beratungen finden unter vorheriger Terminanfrage in der Agentur für Arbeit, Groß-Gerauer-Weg 7 in Darmstadt statt. 
  • Für die Anerkennung von Industrie- und Handelsberufen ist die IHK Darmstadt Rhein Main Neckar zuständig (Kontakt). 
  • Die Anerkennungsberatung von Berufen des Handwerks erfolgt durch die KAUSA-Servicestellen der Handwerkskammer.
  • Für ein Studium ist generell keine Anerkennung notwendig. Die Hochschulen entscheiden in der Regel selbst, wen sie für einen bestimmten Studiengang zulassen. Das Verfahren kann an der entsprechenden Universität erfragt werden.
  • Die Anerkennung von Schulzeugnissen erfolgt für die Region über das Staatliche Schulamt Darmstadt (Übersicht Zuständigkeiten).

Eine allgemeine Übersicht zu den Zuständigkeiten und weitere Informationen zu Berufen und Anerkennungen in Deutschland sind im Leitfaden "Anerkennung von ausländischen Schul- und Berufsabschlüssen in Hessen" des Hessischen Landesnetzwerks IQ zusammengestellt oder auf folgenden Homepages zu finden:

Aktion Vorbild

Positive Beispiele gelungener beruflicher Integration, Migrantinnen und Migranten als Vorbilder

Grundidee des Projektes "Aktion Vorbild" war es, Migrantinnen und Migranten, die in der Ausbildung sind oder sich bereits beruflich etabliert haben, als positive Impulsgeber für eine berufliche Integration zu nutzen. Das Projekt wurde von der Netzwerkarbeitsgruppe „Ausbildung und Beruf“ ins Leben gerufen, um Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund Hilfestellungen beim Übergang Schule-Beruf anzubieten.
Die "Vorbilder" sollen die jungen Erwachsenen und Jugendlichen mit Migrationshintergrund motivieren, ihre Zukunft aktiv zu planen. Die genaue Projektbeschreibung finden Sie hier.

Das Projekt ist über drei Phasen gelaufen:

1. Phase: Presse-Serie über die "Vorbilder" (nach persönlichem Interview)
2. Phase: Plakat-, Web- und Videokampagne
3. Phase: (außer-)schulische Veranstaltungen mit "Vorbildern"

In der ersten Phase wurden Interviews mit 18 Menschen geführt, die Wurzeln in unterschiedlichen Ländern haben. Zehn berufliche Biographien wurden hiervon veröffentlicht:

Im Rahmen eines bewilligten Projektantrages innerhalb des "Regionalen  Übergangsmanagements" (RÜM) wurden zwei Phasen abgeschlossen. Unter www.aktion-vorbild-dadi.de können sich die jungen Erwachsenen über die beruflichen Erfolgswege anderer Migrantinnen und Migranten informieren und erhalten Kontaktadressen von Fachleuten, die sie unterstützen können.
Für die dritte Phase gab es Veranstaltungen in Schulen im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Kooperation mit dem Polizeipräsidium Südhessen.

Bei Fragen und Anregungen zum Projekt können Sie sich jederzeit an das Büro für Migration und Inklusion des Landkreises, Charlotte Kroll wenden: 06151 / 881-2182