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Mehr als Versorgung: Wie Gesundheitseinrichtungen die Region stärken

Gesundheitseinrichtungen sind ein unverzichtbarer Bestandteil einer leistungsfähigen Gesellschaft. Sie sichern die medizinische Versorgung der Bevölkerung, fördern soziale Stabilität und leisten zugleich einen erheblichen Beitrag zur wirtschaftlichen Wertschöpfung. Insbesondere in ländlich geprägten Regionen übernehmen sie eine Schlüsselrolle, indem sie nicht nur wohnortnahe Versorgung gewährleisten, sondern auch als bedeutende Arbeitgeber, Auftraggeber und Stabilitätsanker der regionalen Wirtschaft wirken.

Die vorliegende Studie untersucht erstmals systematisch die volkswirtschaftliche Bedeutung der Gesundheitseinrichtungen des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Ziel ist es, den sogenannten ökonomischen Fußabdruck dieser Einrichtungen sichtbar zu machen und damit ihre gesamtgesellschaftliche Relevanz über die reine Patientenversorgung hinaus quantitativ zu erfassen. Analysiert werden sowohl die direkten Effekte – etwa Bruttowertschöpfung, Beschäftigung, Einkommen und fiskalische Beiträge – als auch die indirekten und induzierten Wirkungen, die durch Vorleistungsbeziehungen, regionale Lieferketten sowie Konsumausgaben der Beschäftigten entstehen.

Der methodische Ansatz der Studie erlaubt eine Einordnung der Gesundheitseinrichtungen in einen größeren volkswirtschaftlichen Zusammenhang. Die Ergebnisse werden nicht nur für den Landkreis Darmstadt-Dieburg dargestellt, sondern auch für den Raum Südhessen, das Land Hessen und die Bundesebene. Dadurch wird deutlich, wie stark die Einrichtungen regional und überregional vernetzt sind und in welchem Umfang ihre wirtschaftlichen Impulse über administrative Grenzen hinauswirken. Grundlage der Analyse bilden etablierte volkswirtschaftliche Kennzahlen wie die Bruttowertschöpfung und die Erwerbstätigkeit, die eine Vergleichbarkeit mit anderen Regionen und Sektoren ermöglichen.

Besondere Aktualität gewinnt die Studie vor dem Hintergrund tiefgreifender Veränderungen im deutschen Gesundheitswesen. Strukturelle Reformen, steigender Kostendruck, Fachkräftemangel sowie demografische Entwicklungen stellen insbesondere kleinere und mittlere Einrichtungen im ländlichen Raum vor große Herausforderungen. Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass Gesundheit nicht allein als Ausgabenposten, sondern als strategische Investition in wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Produktivität und gesellschaftliche Resilienz zu begreifen ist. Vor diesem Hintergrund liefert die Studie eine fundierte empirische Basis, um gesundheitspolitische und wirtschaftliche Entscheidungen sachlich zu untermauern.

Die Ergebnisse zeigen eindrücklich, dass die Gesundheitseinrichtungen des Landkreises Darmstadt-Dieburg weit mehr sind als Versorgungsinfrastruktur. Sie sichern tausende Arbeitsplätze, generieren erhebliche regionale Einkommen, stärken die Nachfrage in vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen und tragen maßgeblich zur Stabilität des ländlich geprägten Raums Südhessen bei. Damit leisten sie einen nachhaltigen Beitrag zu Wohlstand, sozialem Zusammenhalt und regionaler Entwicklung – heute und in Zukunft.