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Vom Aufbruch 1919 bis heute Frauen und politische
Teilhabe: Ausstellung zum Frauenwahlrecht
Darmstadt-Dieburg. Seit 107 Jahren dürfen Frauen in Deutschland wählen – das ist ein bedeutender demokratischer Meilenstein und zugleich ein bleibender Auftrag. Vom 3. bis 16. März ist im Foyer des Kreishauses Darmstadt die Ausstellung „100 Jahre Frauenwahlrecht“ der Friedrich-Ebert-Stiftung zu sehen, die bereits im Jahr 2019 gezeigt wurde. Anhand historischer Wahlplakate wird dargestellt, wie um Frauen in den politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts geworben wurde, und wie sich Rollenbilder und Erwartungen wandelten. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung zugänglich.
1919 konnten Frauen in Deutschland erstmals wählen und gewählt werden. Die Plakate aus dieser Zeit dokumentieren den demokratischen Aufbruch, zeigen aber auch stereotype Zuschreibungen: Frauen wurden als Mütter, moralische Instanzen oder Hüterinnen der Familie angesprochen – seltener als politisch Handelnde auf Augenhöhe. Auch nach 1945 und im Umbruch von 1989/90 spiegeln die Motive gesellschaftliche Leitbilder und unterschiedliche Vorstellungen von Gleichberechtigung wider.
Landrat Klaus Peter Schellhaas unterstreicht die Aktualität des Themas: „Das Frauenwahlrecht markiert einen großen Fortschritt. Doch Gleichstellung bleibt eine Aufgabe. Die Ausstellung erinnert uns daran, wie wichtig es ist, demokratische Rechte zu nutzen und zu verteidigen.“
Eröffnet wird die Ausstellung von der Kreistagsvorsitzenden Dagmar Wucherpfennig am Dienstag, 3. März, um 13 Uhr im Foyer des Kreishauses Darmstadt. Seit jeher ist es ihr eine Herzensangelegenheit, mehr Frauen für kommunalpolitisches Engagement zu gewinnen. „Demokratie lebt von Beteiligung. Gerade auf kommunaler Ebene brauchen wir mehr Frauen, die Verantwortung übernehmen und ihre Perspektiven einbringen“, betont Wucherpfennig.
Trotz aller Fortschritte ist politische Gleichstellung auch im 21. Jahrhundert keine Selbstverständlichkeit. Selbst das Wahlrecht für Frauen ist weltweit noch nicht überall garantiert. Auch die freie und geheime Wahl, ein Grundpfeiler demokratischer Gesellschaften, ist in vielen Ländern der Erde nicht gegeben. Umso mehr können wir in Europa dankbar sein, in einer Demokratie zu leben, in der diese Rechte geschützt sind – und zugleich verpflichtet, sie zu bewahren und weiterzuentwickeln.
Ausstellungszeitraum: 3. bis 16. März
Ort: Foyer des Kreishauses Darmstadt, Jägertorstraße 207, 64289 Darmstadt
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 7:30 bis 12:30 Uhr und 13 bis 17 Uhr, Freitag 7:30 bis 12:30 Uhr
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