Layout 4

Pressemitteilungen

27. Februar: Equal Pay Day „Der Equal Pay Day erinnert uns jedes Jahr daran, dass echte Gleichstellung noch nicht erreicht ist“

Darmstadt-Dieburg. Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag bis zu dem Frauen im Vergleich zu Männern unbezahlt arbeiten würden, wenn man die durchschnittlichen Lohnlücke zwischen Frauen und Männern (den Gender Pay Gap) zugrunde legt. Er macht damit jedes Jahr sichtbar, dass Frauen nach wie vor im Durchschnitt pro Stunde deutlich weniger verdienen als Männer. Aktuell liegt die Lohnlücke in Deutschland bei 16 Prozent.  Die Ursachen dafür sind vielfältig – und sie sind strukturell. Dazu gehören die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit, geschlechterstereotype Berufswahl, schlechtere Aufstiegschancen und ein hoher Anteil von Frauen in Teilzeitarbeit. Der Equal Pay Day ist in diesem Jahr am 27. Februar.

Teilzeitarbeit im Fokus der aktuellen Debatte

Die Diskussion um Teilzeitarbeit hat in den vergangenen Monaten an Dynamik gewonnen. Frauen arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit als Männer. Oft – oft, weil sie den Großteil der familiären Sorgearbeit übernehmen. Da Frauen bei der Geburt des ersten Kindes inzwischen deutlich älter sind (seit 1970 ein Anstieg um 5,5 Jahren), geht die Phase der Sorgearbeit vielfach in die Phase über, in der die eigenen Eltern oder Schwiegereltern zunehmend pflegebedürftig werden und Frauen auch dann nicht in eine Vollzeiterwerbstätigkeit zurückkehren. Es sind nach wie vor die Frauen, die auch heute noch die fehlenden Strukturen im Bereich der Kinderbetreuung und der Pflege in Deutschland ausgleichen.

„Der Equal Pay Day erinnert uns jedes Jahr daran, dass echte Gleichstellung noch nicht erreicht ist. Es gibt viele Faktoren, die zur Lohnlücke zwischen Männern und Frauen beitragen. Bei dem Faktor Teilzeitarbeit müssen wir als Gesellschaft dringend daran arbeiten, dass die Verantwortung für Care-Arbeit gleichberechtigt wahrgenommen wird und Frauen im selben Umfang wie Männer am Erwerbsleben teilhaben“, sagt Landrat Klaus Peter Schellhaas.

Charakteristisch für Teilzeitstellen ist ein geringerer Verdienst, seltenere Entwicklungsmöglichkeiten und nur in Ausnahmefällen Führungsstellen. Langfristig führt Teilzeitarbeit zu geringeren Rentenansprüchen und zu geringerem Lebenserwerbseinkommen. Damit verstärkt Teilzeitarbeit bestehende Ungleichheiten, statt Flexibilität und Vereinbarkeit zu fördern. Die Diskussion um „Lifstyle-Teilzeit“ verschleiert die strukturelle Überforderung, denen Frauen mit Sorge- und oder Pflegeaufgaben heute ausgesetzt sind.


as


Einhorn mit Megafon