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Landkreis Darmstadt-Dieburg stärkt Integrationspolitik mit neuem Beirat  

Darmstadt-Dieburg. Der Kreistag des Landkreises Darmstadt-Dieburg setzt ein klares Zeichen für Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt: Mit Beginn der neuen Wahlzeit nach der Kommunalwahl am 15. März wird ein Integrationsbeirat eingerichtet. Den Grundsatzbeschluss zur Gründung fasste der Kreistag bereits im Februar 2025. In seiner letzten Sitzung dieser Wahlperiode am 9. Februar 2026 wurde zudem die Satzung des neuen Gremiums verabschiedet. Der Integrationsbeirat bündelt künftig die Kompetenzen bisheriger Strukturen – darunter die lokalen Ausländerbeiräte, Integrationskommissionen und der Fachbeirat „Flucht und Integration“.

Die letzte Sitzung des bisherigen Kreisausländerbeirats fand am 24. Februar statt. Der Vorsitzende Haras Najib, der sich zehn Jahre lange im Ausländerbeirat engagierte, sagte zu Beginn der Sitzung, dass er auf eine Zeit der konstruktiven Zusammenarbeit zurückblickt. „Die zehn zurückliegenden Jahre möchte ich nicht missen. Es ist nicht zu unterschätzen, wie man von einem solchen Ehrenamt profitieren kann. Ich habe sehr viel gelernt, tolle Menschen kennengelernt. Meine Motivation war immer, mich für die Bedürfnisse von Menschen mit Migrationshintergrund, ihnen zu helfen und ihre Bedürfnisse auf Kreisebene sichtbar zu machen“. Auch die Sozial- und Jugenddezernentin Christel Sprößler zieht ein insgesamt positives Fazit, hat aber einen Wunsch, wie es zukünftig weitergehen soll. „Migration und Integration werden noch relevanter werden. Es sind gigantische Themen, die nach wie vor politisch spalten. Ich wünsche mir, dass wir den Fokus darauf legen, mehr inhaltlich zu arbeiten. Wir müssen uns als Integrationsbeirat die Frage stellen, was können wir konkret tun? Ich möchte, dass die Ehrenamtlichen nach einer Sitzung gestärkt und mit einem guten Gefühl nach Hause gehen.“ Christel Sprößler ergänzt: „Mit dem neuen Integrationsbeirat schaffen wir eine starke, gemeinsame Plattform für alle, die sich im Landkreis für Integration engagieren. Wir wollen Perspektiven von Menschen mit Migrationsgeschichte, familiärer Einwanderungsgeschichte und Fluchterfahrung noch systematischer in politische Entscheidungen einbeziehen und das ehrenamtliche Engagement sichtbar stärken.“

Effizientere Strukturen und klare Zuständigkeiten

Hintergrund der Neustrukturierung ist auch die veränderte Situation in den Kommunen: Es gibt zunehmend weniger Ausländerbeiräte. Nach der Hessischen Gemeindeordnung müssen Städte und Gemeinden mit mehr als 1.000 ausländischen Einwohnenden entweder einen Ausländerbeirat oder eine Integrationskommission bilden.

Von den 23 Kreiskommunen haben 17 mehr als 1.000 ausländische Einwohnende. In vier Kommunen – Griesheim, Reinheim, Seeheim-Jugenheim und Weiterstadt – werden am 15. März parallel zu den Kommunalwahlen Ausländerbeiratswahlen durchgeführt. Sieben Kommunen – Alsbach-Hähnlein, Eppertshausen, Groß-Umstadt, Groß-Zimmern, Pfungstadt und Schaafheim – haben sich bereits für die Einrichtung einer Integrationskommission entschieden. In Babenhausen, Dieburg, Erzhausen, Mühltal, Münster, Ober-Ramstadt und Roßdorf müssen entsprechende Integrationskommissionen noch gebildet werden.

„Wir reagieren mit dem Integrationsbeirat auf diese Entwicklungen und sorgen für mehr Vernetzung und Klarheit auf Kreisebene“, so Sprößler. „Integration verstehen wir als Querschnittsaufgabe, die nur im engen Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft gelingen kann.“

Start nach der Kommunalwahl 2026

Die konstituierende Sitzung des neuen Beirats soll spätestens sechs Monate nach Beginn der neuen Wahlzeit stattfinden. Dann wird sich das Gremium eine Geschäftsordnung geben und sein Arbeitsprogramm festlegen. Die Geschäftsstelle des Integrationsbeirats ist, ebenso wie beim Kreisausländerbeirat, beim Büro für Migration und Integration des Landkreises. „Ziel ist es, Doppelstrukturen zu vermeiden, Synergien zu nutzen und die Integrationsarbeit im Landkreis zukunftsfest aufzustellen. Bereits im Vorfeld wurde die Neuausrichtung von den bestehenden Gremien positiv begleitet. Mit dem Integrationsbeirat unterstreicht der Landkreis Darmstadt-Dieburg erneut seinen Anspruch, Integration aktiv zu gestalten und Teilhabe nachhaltig zu stärken und leistet damit erneut Pionierarbeit in Hessen, da die Einrichtung des Beirats in dieser Zusammensetzung ein Novum ist“, erläutert die Leiterin des Büros für Migration und Integration Vanessa Efande Mbome.


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Die letzte Sitzung des Kreisausländerbeirats: Unser Bild zeigt von links den stellvertretenden Vorsitzenden Daniel Osojnick, den Vorsitzenden Haras Najib sowie Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Christel Sprößler und Christian Grunwald.