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Ein Flugzeug soll unter der Mensa-Decke der August-Euler-Schule in Griesheim hängen

Darmstadt-Dieburg. „Wer nicht vom Fliegen träumt, dem wachsen keine Flügel“ – dieser Sinnspruch des Schweizer Lyrikers Robert Lerch ist auf der Homepage der August-Euler-Schule in Griesheim zu lesen. Wenn die neue Schule, die auf dem Campus Süd errichtet werden soll, fertig ist, können viele Schüler vom Fliegen träumen, denn in der Mensa über ihren Köpfen soll dann ein Flugzeug hängen, das eine Spannweite von 10,60 Metern hat, 7,88 Meter lang ist, knapp vier Meter hoch und 262 Kilo wiegt: ein Nachbau des sogenannten „Gelben Hunds“ – der eigentliche Name lautet Euler Nr. 33 - von Flugpionier August Euler, mit dem 1912 die erste Luftpost in Deutschland befördert wurde. Die Idee dazu hatte der stellvertretende Landrat Lutz Köhler, wie bereits bei der Namensgebung der Grundschule – und er stieß beim Förderverein August-Euler-Luftfahrtmuseum auf offene Ohren. Denn derzeit steht das Flugzeug ein einem abseits gelegenen Hangar auf dem August-Euler-Flugplatz. „Wir sind sehr froh, dass August Euler eine Schule gewidmet ist und wir nun eine Bleibe für den Gelben Hund finden“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Burkhard Fiebig, „wir sind froh, wenn er wieder aus der Versenkung auftaucht.“ Lutz Köhler freut sich über die Verbindung des Flugpioniers mit der Schule und dem Verein. „Wir würdigen auf diese Art und Weise Historie und ehrenamtliches Engagement - und das alles ganz nahe an einem geschichtsträchtigen Ort.“  

Für den Verein mit seinen etwa 90 Mitgliedern ginge dann auch ein Traum in Erfüllung, nämlich dass der „Gelbe Hund“ sich in die Luft erhebt. Denn eigentlich ist der Nachbau, der zum 100-jährigen Jubiläum des Postflugs 2012 in etwa 800 Stunden von den Mitgliedern gebaut wurde, nicht flugfähig. Ein flugtauglicher Motor hätte etwa 30.000 Euro gekostet, also wurde darauf verzichtet. Aber in der neuen Schule könnte sich das Modell im Maßstab 1:1 nun doch noch in die Luft erheben. Die Mensa, die ein moderner Multifunktionsraum werden soll, ist mit den entsprechenden Maßen ausgeschrieben. Wie das Flugzeug dann unter der Mensa-Decke hängt, bleibt dem Generalunternehmer überlassen, der den Zuschlag für den Bau der Schule bekommen wird. Zum ersten Mal arbeitet der Kreis bei einem Schulbau mit einem Generalunternehmer zusammen, um gegenüber der einzelnen Gewerkevergabe Kosten zu sparen. „Es ist ein aufwändiges Vergabefahren“, sagt Lutz Köhler, „aber bei einem Volumen von 70 Millionen Euro lohnt es sich.“ Die erste Stufe des Vergabeverfahrens ist abgeschlossen, fünf Anbieter konnten nachweisen, dass sie in der Lage sind, den Campus Süd mit der neuen Grundschule aus einer Hand zu realisieren. Anfang 2027 soll der Zuschlag erteilt werden und auch noch die Grundsteinlegung erfolgen, etwa 2029 könnte dann die Schule eröffnet werden – mit Flugzeug unter der Decke. Bedenken hinsichtlich des Brandschutzes, wenn das größtenteils aus Holz bestehende Flugzeug dort hängt, gibt es nicht: „In Museen hängen ja auch Flugzeuge von der Decke, das geht ja dort auch. Diese Aufgabe ist auch Teil der Ausschreibung, hier müssen die Generalunternehmer Lösungen anbieten“, sagt Holger Gehbauer, Leiter des für den Schulbau zuständigen Da-Di-Werks. Einmal im Jahr muss das Flugzeug dann gereinigt werden. „Wir kommen dann, um zu helfen“, kündigt Vereinsvorsitzender Burkhard Fiebig an. Und er betont, dass das Flugzeug als Dauerleihgabe den Kreis natürlich nichts kosten wird.

Aber nicht nur das Flugzeug soll in der neuen Grundschule dann an August Euler erinnern, es werden Gespräche geführt, um eine Büste des Flugpioniers zu bekommen und auch historische Fotos, die auf große Glas- oder Stoffflächen aufgebracht werden sollen. „Wir sorgen dafür, dass die Kinder vom Fliegen träumen können“, sagt Lutz Köhler, „und hoffen natürlich, dass ihnen dann für den späteren Lebensweg Flügel wachsen.“ 

tb