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341 Millionen Euro fließen in fünf Jahren in die 83 Schulen des Kreises – Holzmodulbauten als „Gamechanger“

Darmstadt-Dieburg. „Jeder investierte Euro in eine Schule ist ein Euro, den wir in die Zukunft unserer Gesellschaft investieren“, sagt der Schuldezernent und stellvertretende Landrat Lutz Köhler: „Denn nur dort, wo die Voraussetzungen stimmen, kann es moderne Pädagogik für alle geben.“ An den Voraussetzungen hat der Landkreis mit seinem 2008 beschlossenen Schulbau- und Schulsanierungsprogramm bereits in der Vergangenheit gearbeitet – und in den vergangenen fünf Jahren hat das Programm nochmal richtig Fahrt aufgenommen, trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen: Von 2021 bis 2025 wurden gut 341 Millionen Euro in die 83 Schulen des Landkreises mit ihren insgesamt mehr als 550 Schulgebäuden investiert. Eine gewaltige Summe, die sich unterteilen in den Schulbau, der mit knapp 267 Millionen Euro zu Buche steht, in Ausgaben für die IT-Ausstattung (gut 22 Millionen), Ausgaben für die Schulausstattung, etwa Mobiliar, in Höhe von 19 Millionen Euro und die Unterhaltung der Schulen, etwa für Reparaturen, die bei knapp 33 Millionen Euro über die fünf Jahre liegt.

Wie sehr das Tempo dabei in den vergangenen fünf Jahren zugenommen hat, lässt sich an den Investitionen in den Schulbau ablesen: 267 Millionen wurden dafür investiert, inklusive zweier neuer Schulen: der bereits eröffneten Helene-Weber-Schule in Pfungstadt und der August-Euler-Schule in Griesheim, die zwar bereits gegründet ist, deren Neubau aber noch ansteht.  Das macht im Durchschnitt mehr als 53 Millionen Euro pro Jahr. In den 13 Jahren zuvor, von 2008 bis 2020, waren es insgesamt 387 Millionen Euro, die in den Schulbau investiert wurden: ein Schnitt von 29,8 Millionen Euro pro Jahr. Das sind im Mittel 78 Prozent mehr pro Jahr, die von 2021 bis 2025 in den Schulbau investiert wurden im Gegensatz zum Zeitraum von 2008 bis 2020.

„Wir haben den Schulbau forciert, weil sich zum Teil auch die Rahmenbedingungen geändert haben“, erklärt Lutz Köhler. Zum einen wächst die Anzahl der Schüler seit dem Schuljahr 2017/2018 kontinuierlich: Waren vor acht Jahren noch 30.398 Kinder auf den Schulen, waren es zum Stichtag 31. November 2024 schon 33.694. Ein Plus von elf Prozent. „Dem müssen wir Rechnung tragen und auch gleichzeitig ganz andere Aspekte berücksichtigen, so etwa Inklusion oder Ganztagsbetreuung“, sagt Köhler. Ab August 2026 gibt es etwa für alle Grundschüler einen gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung. Zuletzt wurden die Friedrich-Ebert-Schule in Griesheim, die Heuneburgschule in Fischbachtal und die Ueberauer Grundschule in den Pakt für den Ganztag aufgenommen. Damit sind alle Schulen bereit. „Wir sind schon seit Jahren an der Spitze in Hessen, was den Ganztagsausbau angeht“, sagt Köhler, „wir werden den Anspruch ohne Probleme erfüllen können.“ Auch die Inklusion bedeute, dass Schulen heute anders gebaut werden müssten als früher.

Ein echter „Gamechanger“, so Köhler, sei die Holzmodulbauweise gewesen, in der inzwischen viele Schulen im Landkreis gebaut werden. Ganz aktuell wurde am Dienstag die Heuneburgschule in Fischbachtal übergeben, deren Neubau etwa sieben Millionen Euro gekostet hat. Neben neuen Klassen- und Ganztagsräumen gibt es nun dort auch eine Küche und einen Speisesaal. Im vergangenen Jahr wurden unter anderem die neue Tannenbergschule mit modernem Heiz-Kühl-Deckensystem eröffnet, die 35,5 Millionen Euro gekostet hat. Die erste CO2-neutrale Schule des Landkreises wurde im Juni 2025 mit der Carlo-Mierendorff-Schule in Griesheim übergeben. Kostenpunkt: 38,6 Millionen Euro. „Bei uns gehören Mietcontainer der Vergangenheit an“, sagt Lutz Köhler, „denn bereits ab dem fünften Jahr sind Modulbauten wirtschaftlicher als die Container – und dies bei viel besserer Qualität. Und wir sparen Zeit und können flexibel auf geänderte Umstände reagieren.“

Als jüngste Projekte wurden neben der Heuneburgschule in Holzmodulbauweise neue Gebäude an der Schule im Angelgarten in Groß-Zimmern und an der Eicheschule in Ober-Ramstadt gebaut. Bald in Betrieb genommen wird die Hähnleiner Schule, in Planung sind die Landrat-Gruber-Schule in Dieburg, die Lindenfeldschule in Mosbach, die Gutenbergschule in Dieburg und die Lessingschule in Erzhausen. 

„Wir sparen mit der Holzmodulbauweise Geld und haben hervorragende Ergebnisse“, sagt Lutz Köhler, „wir hätten den Schulbau nicht in diesem Tempo forcieren können, wenn wir die Schulen normal hätten planen müssen – und wir hätten nicht diese Qualität, wenn wir weiterhin Container benutzen würden. Derzeit können wir mit Fug und Recht sagen, dass wir jeden Euro klug in die Zukunft unserer Schulen investieren – und damit auch in die Zukunft unserer Gesellschaft.“

Information

Der Landkreis ist Träger von 83 Schulen. Somit ist er verantwortlich für den Bau, die Ausstattung und die Unterhaltung der Einrichtungen und die Bereitstellung von Mobiliar und IT-Infrastruktur. Hinzu kommt die Schülerbeförderung, die auch der Landkreis unter anderem mit der „Betreuung Dadi gGmbH“ übernimmt. In Trägerschaft des Kreises befinden sich 51 Grundschulen, 4 verbundene Grund- und weiterführende Schulen, 16 weiterführende Schulen, 11 Förderschulen und ein berufliches Schulzentrum. Knapp 34.000 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schulen.

 

Bildunterschrift

Holzmodulbauweise am Schuldorf Bergstraße. Foto: Lisa Lange

tb