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15 Jahre Pflegestützpunkt und Beratung aus einer Hand
Darmstadt-Dieburg. Am Ende stiegen bunte Luftballons in den Dieburger Himmel, der an dem Tag eher wolkenverhangen war: Am Tag der Pflege hatte der Pflegestützunkt des Landkreises Darmstadt-Dieburg einen Informationsstand auf dem Marktplatz – und der Anlass war nicht nur der Tag der Pflege, sondern auch gleichzeitig 15 Jahre Pflegestützpunkt. Und damit „Beratung aus einer Hand“ in Sachen Pflege, wie es Fatma Yilmaz vom Pflegestützpunkt in Dieburg ausdrückt. Die Luftballons, die von Sozialdezernentin Christel Sprößler und dem Team des Pflegestützpunktes sowie des Büros für Senioren, Wohnen und Pflege beim Landkreis fliegen gelassen wurden, standen sinnbildlich als Anerkennung für alle Pflegenden. Sowohl für alle, die dies beruflich tun, aber besonders für alle, die dies zuhause für Verwandte übernehmen.
„Fast 80 Prozent werden ja von Angehörigen gepflegt“, erklärt Yilmaz, „und die Anerkennung für alle, die das tun, könnte schon größer sein.“ Beratung erhalten sie jedenfalls seit 15 Jahren im Pflegestützpunkt des Landkreises. Zu Beginn gab es ihn nur in Dieburg im Landratsamt, seit 2020 gibt es auch eine Außenstelle in Pfungstadt - und seit vergangenem Jahr auch die Möglichkeit, über offene Sprechstunden über LaDaDi vor Ort in Räumlichkeiten bei den Kfz-Zulassungsstellen im Loop5 in Weiterstadt sowie in Ober-Ramstadt Beratungen zu bekommen. Alle Infos gibt es auf Pflegestützpunkt | LaDaDi.
4200 Anfragen für Beratungen im Jahr 2025
„Ich bin froh, dass unsere Mitarbeiter am Tag der Pflege ein Zeichen gesetzt haben, denn sie bekommen ja seit 15 Jahren in den täglichen Beratungen mit, was die Angehörigen leisten müssen“, sagt Sozialdezernentin Christel Sprößler. Die Anzahl der Beratungen hat über die gesamte Zeit stetig zugenommen. Im vergangenen Jahr waren es rund 4200 Anfragen beim Pflegestützpunkt. „Und wir machen auch Hausbesuche“, erklärt Fatma Yilmaz. 200 waren es im Jahr 2025. Hinzu kommen Infoveranstaltungen. Auf dem Dieburger Marktplatz kamen allein in der ersten Stunde knapp 20 Menschen, die sich eigens dafür auf den Weg gemacht hatten, und ließen sich beraten.
„Die Idee hinter dem Pflegestützpunkt war ja, dass alle Beratungen aus einer Hand kommen“, sagt Yilmaz. Und so gibt es heute Infos zur Finanzierung, zur Wohnraumanpassung, welche Pflegedienste und -einrichtungen es gibt, einfach alle Infos. „Wichtig ist, dass die Beratung wohnortnah und neutral ist“, sagt Yilmaz, „denn wir haben keine wirtschaftlichen Interessen und bei uns ist die Beratung kostenlos.“ Und das seit 15 Jahren.
Viele Fragen zur Finanzierung
Neben dem Landkreis sind auch Mitarbeiter von Kranken- und Pflegekassen Teil des Pflegestützpunktes, sie können über die Versicherungsseite aufklären. Das vierköpfige Team besteht aus zwei Mitarbeitern des Kreises und zwei der Pflegekassen. Zu Beginn waren es nur Fatma Yilmaz und ein Mitarbeiter einer Pflegekasse. „Die Nachfrage nach Beratung war von Anfang an recht hoch“, sagt Ulrich Rauch, Leiter des Seniorenbüros, zu dem der Pflegestützpunkt gehört. „Und er ist es heute noch. Viele sind verunsichert, wissen nicht, welchen Schritt sie zuerst gehen müssen.“ Und auch nach den Kosten und der Finanzierung wird immer wieder gefragt. Allein am Tag der Pflege in Dieburg waren es drei Menschen, die danach fragten. „Es ist zunehmend so, dass die Leute wissen wollen, wie sie das überhaupt finanzieren können“, sagt Fatma Yilmaz.
„Aus all den Gründen ist es wichtig, dass es den Pflegestützpunkt gibt“, sagt Sozialdezernentin Christel Sprößler, „und dass wir diese Leistung in 15 Jahren ausgebaut haben, macht uns auch ein wenig stolz. Bei aller Freude geht es aber eigentlich nicht um uns, sondern um die Menschen, denen wir durch unsere Beratung helfen können.“
tb


