• Landkreis startet mit 15 Kreiskommunen in das Umsetzungsvorhaben 

    Nach der erfolgreichen Erstellung des Klimaanpassungskonzepts, startet der Landkreis Darmstadt-Dieburg im Juli 2026 mit 15 Kreiskommunen in das Umsetzungsvorhaben.

    Förderprogramm

    Gefördert durch:

    Das Logo des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.




    Titel: "DAS-A.2: Umsetzung eines integrierten Klimaanpassungskonzepts des Landkreises Darmstadt-Dieburg (Koordinator) für 15 kreisangehörige Kommunen"

    Laufzeit: 01.07.2026 – 30.06.2029

    Beteiligten Partner: Landkreis Darmstadt-Dieburg, Gemeinde Alsbach-Hähnlein, Stadt Babenhausen, Gemeinde Bickenbach, Gemeinde Eppertshausen, Gemeinde Erzhausen, Gemeinde Fischbachtal, Stadt Groß-Bieberau, Gemeinde Messel, Gemeinde Modautal, Gemeinde Münster, Gemeinde Ober-Ranstadt, Gemeinde Otzberg, Stadt Reinheim, Gemeinde Seeheim-Jugenheim, Stadt Weiterstadt

    Förderkennzeichen: 67DAA01122

    Förderprogramm: Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels (DAS)

    Förderschwerpunkt: A.2 Umsetzungsvorhaben (Anschlussvorhaben)

    Ziel und Inhalt des Vorhabens:

    •  Weitere umgesetzte Maßnahmen aus dem Anpassungskonzept, inkl. Angaben zur erwarteten Anpassungsleistung bzw. Beschreibung der Wirkkette
    •  Durchführung von mindestens einer (verwaltungs-)internen Informationsveranstaltung oder Schulung
    •  Festlegung einer Struktur zur ämterübergreifenden Zusammenarbeit zur Umsetzung des Anpassungskonzepts
    •  Implementierung und Anwendung eines Controllingsystems (Datenerhebung, Indikatorenberechnung, Bewertung und Berichterstattung etc.), um die Wirkung der Anpassungsmaßnahmen zu erheben (Wirkungsmonitoring)
    •  Umsetzung der im Anpassungskonzept erarbeiteten Verstetigungsstrategie für das Anpassungsmanagement (Einbau beziehungsweise Etablierung des Anpassungsmanagements in der Organisationsstruktur der Verwaltung, Entwicklung von Verwaltungspraktiken zur Verankerung als Querschnittsthema etc.)
    •  Umsetzungsplanung für die nächsten drei bis fünf Jahre
    •  Erfahrungsaustausch und Vernetzung der Klimaanpassungsmanager*innen
  • Landkreis managt Klimaanpassung für 22 der 23 Kreiskommunen

    Der Landkreis Darmstadt-Dieburg hat nun zusätzlich zu einem Klimaschutzmanager auch ein neues Klimaanpassungsmanagement mit drei Klimaanpassungsmanagern - Ariane Djahansouzi, Frank Nierula und David Seidl. Deren Aufgabe ist es für einen Projektzeitraum von zwei Jahren, ein Klimaanpassungskonzept für den Landkreis zu erstellen. Mit 22 der 23 Kreiskommunen – nur Pfungstadt möchte ein eigenes Konzept erstellen – gibt es eine entsprechende Kooperationsvereinbarung als Teil der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV). Seit dem 1. Juli gilt das neue Bundes-Klimaanpassungsgesetz. Dementsprechend wird die Erstellung der Klimaanpassungskonzept über die Projektträgerin ZUG (Zukunft-Umwelt-Gesellschaft) gefördert. „Dabei beteiligen wir die relevanten Akteure von Beginn an“, erklärt Ariane Djahansouzi. „Und wir haben ein externes Ingenieurbüro, das den Prozess begleiten wird, nämlich INFRASTRUKTUR & UMWELT aus Darmstadt“, ergänzt Frank Nierula.

    Das Konzept, in das auch die Ergebnisse eines ähnlichen Projekts von 2013 einfließen werden, wird dabei „kommunenscharf“ erstellt, was bedeutet, dass es für jede Kommune einen Maßnahmenkatalog geben wird, der dann jeweils genutzt werden kann, um Förderung für die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen zu erhalten. Die Auftaktveranstaltung zu dem Kreisprojekt wird am 10. Oktober sein, aber schon jetzt sind die Klimaanpassungsmanager in den Kommunen unterwegs, um das Projekt vorzustellen und offene Fragen zu klären. Im kommenden Jahr soll es dann Workshops zu den einzelnen Themenfeldern geben.

    Klimaschutz und Klimaanpassung gehen dabei Hand in Hand: Während Klimaschutz darauf abzielt, Umweltschäden zu verhindern oder abzumildern, zielen Maßnahmen zur Klimaanpassung darauf ab, mit den spürbaren Auswirkungen des Klimawandels umzugehen. So etwa ein Trennsystem für Regenwasser in Neubaugebieten. Etwa auf dem Areal Waldeck in Traisa, wo das anfallende Niederschlagswasser der neuen Grundstücke über einen Sammelkanal versickert wird und nicht in die Kanalisation gelangt. Andere Beispiele sind Begrünte Plätze wir das Grüne Zimmer in Griesheim auf der Georg-Schüler-Anlage oder Wasserflächen wie die Fontäne auf dem begrünten Villenave-d´Ornon-Platz in Seeheim-Jugenheim. Aber auch Grünstreifen an Feldern wie in Weiterstadt, die Verwehungen von Boden aus Ackerflächen verhindern, zählen dazu. „Es sind Maßnahmen, die den Stadtraum und die Land- und Forstwirtschaft lebenswert, resilient und wirtschaftlich erhalten“, sagt Nierula.

    Landrat Klaus Peter Schellhaas weist darauf hin, dass der Kreis keine Zeit verloren hat bei dem Thema: „Ich freue mich, dass wir durch unseren frühzeitigen Einsatz im weiten Themenfeld der Klimafolgenanpassung nun pünktlich mit Inkrafttreten des Bundes-Klimaanpassungsgesetzes in den Prozess der Erstellung kommunenscharfer Anpassungskonzepte für 22 unserer Kreiskommunen starten können“, sagt Schellhaas: „Die Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist eine gesamtgesellschaftliche Querschnittsaufgabe, mit vielen möglichen Synergieeffekten zwischen nahegelegenen Gebietskörperschaften. Daher ist es wichtig, dass wir hier alle an einem Strang ziehen, um uns gemeinsam bestmöglich für die Zukunft aufzustellen. Die Erarbeitung eines neuen integrierten, aber kommunenscharfen Anpassungskonzepts ist der der richtige Schritt in diese Richtung.“


    Förderprogramm

    Gefördert durch:

    Das Logo des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.




    Titel: „DAS-A.1: Erstellung eines integrierten Klimaanpassungskonzepts für die 22 Kommunen des Landkreises Darmstadt-Dieburg“

    Laufzeit: 01.01.2024 – 30.06.2026

    Beteiligten Partner: Landkreis Darmstadt-Dieburg, INFRASTRUKTUR & UMWELT Professor Böhm und Partner, Loewenherzdesign, Gemeinde Alsbach-Hähnlein, Stadt Babenhausen, Gemeinde Bickenbach, Stadt Dieburg, Gemeinde Eppertshausen, Gemeinde Erzhausen, Gemeinde Fischbachtal, Stadt Griesheim, Stadt Groß-Bieberau, Stadt Groß-Umstadt, Gemeinde Groß-Zimmern, Gemeinde Messel, Gemeinde Modautal, Gemeinde Mühltal, Gemeinde Münster, Stadt Ober-Ramstadt, Gemeinde Otzberg, Stadt Reinheim, Gemeinde Roßdorf, Gemeinde Schaafheim, Gemeinde Seeheim-Jugenheim, Stadt Weiterstadt

    Förderkennzeichen: 67DAA01121

    Förderprogramm: Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels (DAS)

    Förderschwerpunkt: A.1 Erstellung eines Nachhaltigen Anpassungskonzepts (Erstvorhaben)

    Ziel und Inhalt des Vorhabens: Für 22 Kreiskommunen des Landkreises Darmstadt-Dieburg werden durch das Klimaanpassungsmanagement und das beauftragte Büro individuelle, integrierte und nachhaltige Klimaanpassungskonzepte erarbeitet. Im Ergebnis soll das Konzept unter Einbeziehung der relevanten Akteurinnen und Akteure nach bundeseinheitlichen Vorgaben auf folgenden Arbeitspaketen aufbauen:

    • Bestandsaufnahme – Recherche, Erhebung und Aufarbeitung von Klimadaten – aktuell und zukünftige Entwicklung
    • Betroffenheitsanalyse – Identifikation von Betroffenheiten/Hotspots in der Kommune
    • Aufnahme der Hotspots in ein klimaangepasstes, nachhaltiges Anpassungsmanagement
    • Entwicklung einer Gesamtstrategie zur nachhaltigen Klimaanpassung für die Kommune unter Berücksichtigung von Schnittstellen und Synergien zu anderen Bereichen der Nachhaltigkeit
    • Beteiligung der Akteurinnen und Akteure zur Erstellung des nachhaltigen Anpassungskonzepts
    • Maßnahmenkatalog
    • Empfehlungen für Controlling und Verstetigung sowie Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit
  • Klimaänderungen im Landkreis Darmstadt-Dieburg

    Die klimatischen Änderungen im Landkreis, mit denen aller Voraussicht zu rechnen ist, lassen sich kurz zusammenfassen:

    • Es wird wärmer, und zwar zu allen Jahreszeiten.
    • im Winter gibt es die Tendenz zu mehr, im Sommer die Tendenz zu weniger Niederschlag.
    • Die Grundwasserneubildung nimmt langfristig ab.
    • Und das Wetter wird insgesamt extremer: Starkregen, Hitzewellen und Trockenperioden werden zunehmend zum Alltag gehören.


    Die folgende Abbildung zeigt den Vergleich der gemittelten Anzahl an Hitzetagen im Referenzzeitraum 1961-1990 links und 1991-2020 rechts. Hitzetage sind Tage an denen die Lufttemperatur mindestens 30 °C beträgt.

    Angezeigt wird die gemittelte Anzahl an heißen Tagen in der klimatischen Referenzperiode 1961-1990 und 1991-2020. In beiden Bildern ist zu sehen, dass der Oberrheingraben im Südwesten Deutschlands und das norddeutsche Tiefland im Nordosten Deutschlans die meisten Hitzetage verzeichnen. Allerdings steigt die Anzahl an Hitzetagen in der früheren Referenzperiode von maximal 12 Tagen auf 21 Tage in der darauffolgenden Referenzperiode.

    Quelle der Grenzen: © BKG (2026) dl-de/by-2-0
    Quelle der Hitzetage: © DWD Climate Data Center (CDC), Jahresraster der Anzahl der Heißen Tage für Deutschland, Version v1.0. 
    (Verändert nach eigenen Berechnungen)

    Die folgende Abbildung unten zeigt die Differenz der errechneten Mittelwerte für das Jahrzehnt 2051 bis 2060 im Vergleich zum Zeitraum von 1961 bis 1970.

    Für das Frühjahr werden Temperaturzunahmen bis zu 4,1 Grad Celsius prognostiziert, der Niederschlag dagegen um 46,9 und die Wasserbilanz um 103,1 Millimeter abnehmen. Im Sommer wird eine Temperaturzunahme biis zu 3,2 Grad Celsius erwartet, eine Niederschlagsabnahme um 75,3 Millimeter und eine negative Wasserbilanz von 108,6 Millimeter. Im Herbst wird eine Temperaturzunahme um 3 Grad Celsius erwartet und eine Niederschlagszunahme um 8,2 Millimeter. Die Wasserbilanz soll um 22,4 Millimeter abnehmen. Im Winter wird eine Temperaturzunahme bis zu 4,7 Grad Celsius erwartet, ebenso eine Niederschlagszunahme um 82,5 Millimeter sowie eine positive Wasserbilanz um 77 Millimeter. Die Wasserbilanz ist die Differenz zwischen Niederschlägen und Verdunstung.