Tagesmutter liest Buch vor, alle anderen Kinder spielen.

Kindertagespflegeperson

Informationen für Kindertagespflegepersonen

Kinder zu betreuen, sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen und zu fördern, kann eine sehr schöne und erfüllende Aufgabe sein. Sie als Kindertagespflegeperson sind dabei wichtige Bezugspersonen für die Kinder. Sie übernehmen eine große Verantwortung und begleiten die Kinder in einer sensiblen Phase ihres Lebens. 

Auf unserer Homepage haben Sie die Möglichkeit, sich zu allen Themen rund um Ihre Tätigkeit in der Kindertagespflege im Landkreis Darmstadt-Dieburg zu informieren.



  • Beantragung einer Pflegeerlaubnis

    Wenn Sie als Kindertagespflegeperson starten, Ihre aktuelle Pflegeerlaubnis ausläuft oder eine Änderung vorgenommen wird (z.B. Umzug) stellen Sie einen Antrag auf Pflegeerlaubnis bei der zuständigen Fachaufsicht (mind. 8 Wochen im Vorfeld). Den Antrag auf eine Pflegeerlaubnis können Sie hier herunterladen: 

  • Pausierung/Beendigung/Wiedereinstieg

    Wenn Sie Ihre Tätigkeit als Kindertagespflegeperson aussetzen melden Sie Ihre Pausierung/Beendigung telefonisch oder per Mail der zuständigen Fachaufsicht. 

    Folgendes gilt es für den Wiedereinstieg zu beachten:

    1. Meldung an das Jugendamt
    Bitte informieren Sie das Jugendamt frühzeitig, mindestens 12 Wochen vor Ihrem geplanten Neustart.
    2. Sicherheitsbegehung
    Je nach Länge der Pause ist eine Überprüfung der Räumlichkeiten durch die Fachberatung erforderlich. Stimmen Sie dies individuell mit der Fachberatung ab.
    3. Notwendige Fortbildungen 
    - Aufbauqualifizierung (20 UE):
     Muss im Jahr vor der Wiederaufnahme absolviert werden, um Förderleistungen zu erhalten. 
    - Erste-Hilfe-Kurs: Muss aktuell sein (max. 2 Jahre alt). 
    - Kinderschutzkurs: Muss aktuell sein (max. 3 Jahre alt) und kann ggf. über die Aufbauqualifizierung des Landkreises absolviert werden.

  • Zugang zum Fortbildungsportal

    Die aktuellen Fortbildungsangebote finden Sie in unserer Broschüre und auf unserem Fortbildungsportal. Über das Fortbildungsportal können Sie sich direkt für Fortbildungen an- oder abmelden und in Ihrer eigenen Übersicht die Fortbildungen verwalten. 

    Zum Fortbildungsportal:
     Hier klicken

  • Beantragung der BEP-Pauschale

    Die Teilnahmebescheinigungen von BEP-Fortbildungen müssen aufbewahrt werden –unabhängig davon, ob Sie die Kurse beim LaDaDi oder einem externen Anbieter besucht haben. 

    Voraussetzung für BEP-Fördergelder ist eine vollständige Teilnahme an den Kursen.

    Für die Beantragung der Fördergelder laden Sie die Teilnahmebescheinigungen direkt in der Statistikabfrage zum 01.03. hoch. Die Auszahlung der Gelder erfolgt am Jahresende.

    BEP-Kurse sind 5 Jahre gültig und müssen vor dem 1. März abgeschlossen sein. Andernfalls kann die Förderung erst im Folgejahr beantragt werden.

  • Informationen zum Erste Hilfe Kurs

    Alle zwei Jahre müssen Sie einen Erste-Hilfe-Kurs am Kind absolvieren und die Bescheinigung dem Fachgebiet Kindertagesbetreuung vorlegen. Der Kurs muss:

    • speziell auf Kinder ausgerichtet sein,
    • 9 Unterrichtseinheiten (UE) umfassen,
    • in Präsenz stattfinden.

    Online-Kurse oder Kurse mit weniger UE werden nicht anerkannt.

  • Informationen zum Schutzkonzept

    Um den Schutzauftrag für das Kindeswohl in der Kindertagespflege nach §8a Abs. 5 zu erfüllen, ist jede registrierte Kindertagespflegestelle verpflichtet, ein eigenes Schutzkonzept zu erstellen. Ein Schutzkonzept soll sicherstellen, dass sowohl Kindertagespflegepersonen als auch Eltern im Umgang mit möglichen grenzverletzenden Situationen gut informiert sind und Kinder bestmöglich geschützt werden. Es enthält Informationen über grenzverletzendes Verhalten, Abläufe, die bei Verdacht auf Gefährdung Orientierung bieten, sowie Kontaktdaten von Beratungsstellen, die eine Unterstützung für Eltern und Kindertagespflegepersonen bereitstellen. 

    Die Themen Kinderschutz und gelebtes Schutzkonzept wird in Fortbildungsangeboten vom Deutschen Kinderschutzbund e.V. mit den Titel "Kinderschutz & gelebtes Schutzkonzept in der Kindertagespflege Teil1 oder Teil 2" behandelt. Eine Teilnahme an einem der beiden Kinderschutzfortbildungen (Teil 1 oder Teil 2), im Umfang von 3 UEs, ist alle 3 Jahre verpflichtend. Eine Anmeldung ist über das Fortbildungsportal möglich. 

  • Meldung einer Kindeswohlgefährdung nach §8a SGB VIII  

  • Meldung besonderer Vorkommnisse und Unfällen

    Laut §43 Abs. 3 SGB VIII müssen Kindertagespflegepersonen das Jugendamt über wichtige Ereignisse informieren, die für die Betreuung der Kinder bedeutsam sind. 
    Meldungen erfolgen über das Formular Meldung eines besonderes Vorkommnisses an kindertagespflege@ladadi.de. 
    Alle wichtigen Hinweise dazu finden Sie im Merkblatt.

  • Finanzielle Förderung

    Für alle wirtschaftlichen Belange ist das Fachgebiet Wirtschaftliche Jugendhilfe II zuständig.
    Dazu zählen: 

    • Bewilligung von laufenden Geldleistungen nach SGB VIII
    • Festsetzung von Kostenbeiträgen von Eltern
    • Einreichung von Betreuungsverträgen und Fortbildungstagen
    • Meldungen von Krankheits- oder Urlaubstagen
    • Sozialversicherung

    Für Informationen, Kontaktdaten sowie Antragsformulare klicken Sie hier:

    Wirtschaftlichen Jugendhilfe II

Interview mit Tagesmutter Tanja Braunwarth


Erzähl doch mal: Wer bist du und wie bist du zur Kindertagespflege gekommen?

"Ich heiße Tanja Braunwarth, bin 1972 geboren und wohne in Groß-Umstadt. Dort befindet sich auch mein Kindernest Blümchen. Meine 4 Söhne sind zwischen 21 und 36 Jahre alt und inzwischen habe ich 7 Enkelkinder, von denen ich 5 in meiner Tagespflege betreuen durfte. Es ist das pure Glück und etwas ganz Besonderes, dass ich die Möglichkeit habe meine Familie und meine Arbeit zu verbinden. Vor über 30 Jahren habe ich mit der Kindertagespflege begonnen, als meine Jüngsten gerade 2 und 3 Jahre alt waren. Es hat sich einfach gut angefühlt, Kindern einen liebevollen Start ins Leben geben zu dürfen. Ich konnte Beruf und Familie gut verbinden. Das war einfach großartig."


Was macht deinen Beruf für dich ganz besonders?

"Jeder Tag ist ein neues Abenteuer und ich liebe zu erleben, wie Kinder sich entwickeln und einen guten Start ins Leben haben, zu dem ich meinen Teil beitragen kann. In der heutigen Zeit ist es Eltern meist nicht möglich zu Hause zu bleiben, um ihre Kinder in den ersten Lebensjahren zu begleiten. Ich gebe mein Bestes, die mir anvertrauten Kinder altersgerecht und individuell zu fördern und ihnen eine glückliche Zeit im Kindernest zu bieten."


Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

"Morgens ab 7:00 Uhr werden die Kinder gebracht und wir frühstücken gemeinsam um 8:00 Uhr. Gegen 8:30 Uhr findet der gemeinsame Morgenkreis statt, bei dem wir Singen, Fingerspiele machen und Geschichten erzählen. Von ca. 9:00 Uhr bis 11:00 Uhr befinden sich die Kinder im Freispiel und ich mache verschiedene Angebote wie z. B. Malen, Kneten, Vorlesen. Um 11:00 Uhr gibt es frisch gekochtes Mittagessen. Von 11:30 Uhr bis ca. 13:00 Uhr halten wir Mittagsschlaf/ Ruhepause. Gegen 13:00 Uhr gibt es einen Snack. Danach geht es raus auf den Spielplatz, auf dem die Kinder bis spätestens bis 15:30 Uhr abgeholt werden. Ein fester Tagesablauf ist mir sehr wichtig, er gibt den Kindern Struktur und Sicherheit."


Warum die deine Arbeit so wichtig – gerade für Familien?

"Kindertagespflege ist bunt und vielfältig. Sie bietet den Familien eine individuelle Betreuung in kleinen Gruppen und mit einer festen Bezugsperson. Das stärkt die kindliche Entwicklung und gibt Sicherheit. Die Eltern können mit einem guten Gefühl arbeiten gehen und wissen ihr Kind in einer familiennahen Form gut betreut."


Was sind Herausforderungen in deinem Beruf?

"Man trägt eine große Verantwortung und bei Krankheit von mir müssen sich Eltern selbst um die Betreuung kümmern, was nicht einfach im Berufsleben ist. Ein Vertretungsmodell wäre in solch einem Fall wünschenswert. Auch sind die Eingewöhnungen eine Herausforderung für alle Kinder, die neue Familie und mich. Es bedarf viel Feingefühl und Vertrauen bis das neue Kind und auch die Eltern zu mir eine Verbindung aufgebaut haben, um sich in die bestehende Gruppe zu integrieren. Da ich als selbstständige Kindertagespflegeperson arbeite, darf auch der finanzielle Druck und die mit meiner Tätigkeit verbundenen organisatorischen Aufgaben nicht vergessen werden."

 

Warum würdest du anderen empfehlen, Kindertagespflegeperson zu werden?

"Wer viel Geduld, Empathie und ein Herz für Kinder hat, gerne selbstständig arbeiten möchte, um Familie und Beruf zu verbinden, ist in der Kindertagespflege genau richtig. Man sollte Spaß daran haben, die Kleinen zu fördern und zu begleiten. Weiterhin sollte man auch die Bereitschaft zur Weiterbildung mitbringen."


Was wünscht du dir für die Zukunft deines Berufs?

"Ich wünsche mir, dass diese wichtige Arbeit mit den Kindern mehr Anerkennung findet und das Familien noch besser über die Möglichkeit dieser Betreuungsform informiert werden. Die Kindertagespflege ist meist sogar kostengünstiger und persönlicher als die Betreuung in eine Krippe."